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Abwechselnd bringen die Storcheneltern in Artlenburg Futter und Polstermaterial zum Nest  und das von früh bis spät. Ein Küken streckt schon erwartungsfroh seinen Schnabel in die Luft. Foto: t&w
Abwechselnd bringen die Storcheneltern in Artlenburg Futter und Polstermaterial zum Nest  und das von früh bis spät. Ein Küken streckt schon erwartungsfroh seinen Schnabel in die Luft. Foto: t&w

Gefräßiger Nachwuchs

emi Artlenburg. Ungewöhnlich früh im Jahr ist der erste Storchennachwuchs im Landkreis Lüneburg geschlüpft und hält seine Eltern bereits ganz schön auf Trab: In Artlenburg wechseln sich Adi und seine Partnerin von morgens bis abends ab, um Polstermaterial und Futter ins Nest zu schaffen. Drei Küken konnte Artlenburgs Bürgermeister Rolf Twesten von seinem Büro aus erspähen, möglicherweise sind es vier.

Noch sind die Störche so klein, dass sie nur selten über den Nestrand hinaus blicken. Doch das könnte sich schon bald ändern. Jedes Küken vertilgt laut Nabu-Vogelkundler Heinz Düllberg in den ersten Wochen pro Tag rund 200 Gramm Insekten und Regenwürmer. Rund 50 bis 60 Gramm nehmen die kleinen Störche so täglich zu. Ab der vierten Woche können sie bereits ihre spätere Hauptnahrung verspeisen: Mäuse.

„Die meisten Störche kommen erst Ende März, Anfang April aus ihren Winterquartieren nach Norddeutschland zurück“, sagt Düllberg. „Nach einer Brutzeit von rund 32 Tagen schlüpfen die Küken normalerweise Mitte Mai.“ Dieses Jahr teilt sich Dauergast Adi sein Artlenburger Nest bereits seit Ende Februar mit einem Weibchen. Schon Ende April kam der Nachwuchs. Dieser Tage könnte sogar noch mehr folgen: Düllbergs Gefühl sagt ihm, dass auch im Erbstorfer Horst an der Dorfstraße/Ecke Grüner Jäger Weg bald hungrige Küken ihre Eltern auf Trab halten könnten.

Im vergangenen Jahr zählten die Storchenbeauftragen im Landkreis insgesamt rund 170 Jungstörche.