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Diese Teilnehmer ließen sich gestern auch von der kühlen Witterung nicht schrecken: Munter traten sie bei der 33 Kilometer langen ,,Tour de Marsch in die Pedalen. Foto: t&w
Diese Teilnehmer ließen sich gestern auch von der kühlen Witterung nicht schrecken: Munter traten sie bei der 33 Kilometer langen ,,Tour de Marsch in die Pedalen. Foto: t&w

Petrus verhindert Rekord

jk Scharnebeck. „Den Rekord von mehr als 700 Teilnehmern werden wir heute wohl nicht erreichen“, sagte Samtgemeindebürgermeister Laars Gerstenkorn mit einem skeptischen Blick gen Himmel, wenige Minuten vor dem Startschuss zur 26. „Tour de Marsch“ am gestrigen Muttertag. „Aber immerhin sind heute mehr dabei als vor einem Jahr, da hatten sich gerade mal 200 Teilnehmer gemeldet“, erinnerte er sich. Wenngleich der Mai sich nun schon zum wiederholten Male von seiner wenig „wonnigen“ Seite zeigt und dem Scharnebecker Verkehrsverein damit buchstäblich die „Tour vermasselt“, an einen anderen Starttermin denken die Veranstalter noch nicht, so Gerstenkorn voll trotziger Zuversicht. Immerhin rund 400 Radlerinnen und Radler, darunter etwa 50 Kinder, machten sich, den wi­drigen Bedingungen zum Trotz, schließlich Punkt 11 Uhr vom Schützenplatz in Scharnebeck auf den 33 Kilometer langen Rundkurs durch die Elbmarsch.

Vorbei am Schiffshebewerk und am Inselsee in Scharnebeck führte die Tour nach Brietlingen, wo es im Gasthaus „Grüne Stute“ den ersten Stempel für die Teilnehmerkarten gab. Vor dort aus ging es weiter über Lüdershausen und Marienthal, am Reihersee vorbei nach Art­lenburg. Dort gab es im Gasthaus „Nienau“ wiederum einen der begehrten Stempel auf die Teilnehmerkarten. Weiter ging es von Artlenburg direkt am Elbufer zum „Fährhaus“ in Hohns­torf, der vierten Stempelstelle. Über Sassendorf, Bullendorf führte die Strecke nach Echem und dort konnte, wer wollte, bei der Feuerwehr den fünften Stempel in seine Karte drücken lassen. Die Schlussetappe führte dann entlang der Kreisstraße an Fischhausen vorbei wieder zurück zum Schützenplatz in Scharnebeck, wo die „Klosterberger“ den Nachmittag über für musikalische Unterhaltung sorgten.

Unter den rund 400 Tourteilnehmerinnen und teilnehmern fand sich auch Familie Rüter aus Wetzen, die zum ersten Mal im „Familienverbund“ auf den Rundkurs ging, so Vater Mark Rüter. „Ich habe in der Landeszeitung gelesen, dass die Tour wieder stattfindet und habe mir zum Muttertag gewünscht, dass wir alle da mitmachen. Ich finde das toll. Es gibt kein schlechtes Wetter nur schlechte Kleidung“, sagte Anke Rüter sichtlich gut gelaunt. Sie selber sei nun schon zum dritten Mal dabei, für den Rest der Familie sei es eine Premiere, besonders für die beiden Töchter Antonia (9) und Marcella (6). „Wir werden sehen, wie lange Marcella durchhält“, so die 35-Jährige weiter. Wenn eines der Mädchen nicht mehr weiter fahren will, erklärte sie auf die besorgte Frage ihrer Tochter Antonia, „dann spielen wir Schnick-Schnack-Schnuck und Papa oder ich fahren mit zurück“. Das fand die Neunjährige „gut“.

Für den Fall der Fälle hatte Mark Rüter auf dem Tourenplan auch schon mal nach geeigneten Abkürzungen Ausschau gehalten. „Der Wettkampfgedanke steht bei uns nicht im Vordergrund, wir sehen das Ganze mehr als einen Familienausflug“, erklärte er. „Aber die Stempel holen wir uns schon“, ergänzte Anke Rüter und berichtete: „Eigentlich wollte sogar Oma mitradeln. Ihr war das Wetter aber doch zu schlecht.“ Dafür hätten sie ihre Nachbarn überzeugen können, mit auf die unterhaltsame „Tour de Marsch“ zu gehen.