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Alles im Blick, und hoffentlich keinen Einsatz am Vatertag: Das wünschen sich auch die DLRG-Retter am Inselsee. Foto: off
Alles im Blick, und hoffentlich keinen Einsatz am Vatertag: Das wünschen sich auch die DLRG-Retter am Inselsee. Foto: off

Feiern, bis die Polizei kommt

kre Scharnebeck. Zerdepperte Bier- und Schnapsflaschen, mutwillig zerstörte Bänke und Sitzgelegenheiten, illegale Feuerplätze, achtlos weggeworfener Müll: Vandalismus, den niemand will, mit dem aber Kommunen im Landkreis Jahr für Jahr vor allem an Himmelfahrt zu kämpfen haben: Die Gemeinde Scharnebeck fuhr deshalb in den vergangenen beiden Jahren einen rigorosen Kurs sie sperrte am „Vatertag“ den Inselsee. Mit zwiespältigem Erfolg. 2012 wurde von den feier- und vor allem trinkwütigen Jugendlichen der Aldi-Parkplatz kurzerhand zur Feier- und Partymeile umfunktioniert, 2013 trafen sich die Vatertags-Tourer mit ihren Bollerwagen auf dem Parkplatz des Schiffshebewerks und auf der angrenzenden Wiese und feierten bis die Polizei kam. Dieses Jahr aber will die Gemeinde Scharnebeck als Eigentümerin des Sees und des angrenzenden Geländes von ihren rigidem Sperrkurs abrücken. ,,Kontrollierter Zugang“ heißt das Zauberwort, mit dem Scharnebecks Bürgermeister Dr. Dieter Heidelmann hofft, Saufgelage und deren Folgen einzudämmen, bestenfalls verhindern zu können. Aber nicht nur am Inselsee wappnet man sich für Himmelfahrt, auch am Barumer See werden Sicherheitsvorkehrungen getroffen.

Auch die Barumer sind Vatertags-Geplagte, mussten sich in den vergangenen Jahren immer wieder mit den Auswüchsen zumeist alkoholisierter Jugendlicher auseinandersetzen. Deshalb hat die Samtgemeinde Bardowick jetzt eine Allgemeinverfügung für das Gebiet des Barumer Sees erlassen, die für die Zeit von Mittwoch, 28. Mai, bis Freitag, 30. Mai, gültig ist. Versammlungen am Barumer See sind in dieser Zeit ebenso verboten wie laute Musik, oder wie es in der Allgemeinverfügung heißt „die Erzeugung von Lärm, der geeignet ist die Tierwelt zu beunruhigen.“ Auch das Mitführen und Trinken von Alkohol rund um den Barumer See ist in dieser Zeit untersagt. Und kein Verbot ohne Androhung von Strafe: Bis 50000 Euro Geldbuße drohen dem, der gegen diese Ordnungsverfügung verstößt.

Nun sind das Aussprechen eines Verbotes und die Androhung von Strafe eine Sache eine andere ist die Umsetzung der Kontrolle: ,,Die Polizei wird verstärkt Streife fahren und kontrollieren“, kündigt Bardowicks Ordnungsamtsleiter Gerhard Stiwich an. Zudem werde eine Schranke die Zufahrt zum See versperren. ,,Wir wollen verhindern, dass die Leute mit dem Auto an den See kommen, um Party zu machen“, sagt Stiwich.

Ähnlich argumentiert auch Scharnebecks Bürgermeister Dr. Dieter Heidelmann: Die Botschaft, die er an die feierwütigen ,,Vatertags-Tourer“ hat, lautet: „Es wird Eingangskontrollen geben.“ Ein privater Sicherheitsdienst wird darauf achten, dass die Besucher kein Glas mit an den See bringen. Wer trotzdem Flaschen im Gepäck hat, muss sie am Eingang in zusätzliche, eigens georderte Abfallbehälter entsorgen. Außerdem muss jeder, der am See feiern will, fünf Euro bezahlen ,,nicht als Eintritt, sondern als Unkostenbeitrag für Sicherheitsdienst, zusätzliche Abfallbehälter und Reinigung“, erklärt Dr. Heidelmann. Verboten ist auch das Mitbringen von Lautsprecherwagen. ,,Wir wollen, dass sich an Himmelfahrt alle wohlfühlen und nicht nur einige wenige“, erläutert der Scharnebecker Bürgermeister und hofft, dass das neue Konzept aufgeht, Exzesse ausbleiben werden. ,,Neben dem Sicherheitsdienst werden auch Polizeibeamte zusätzlich im Einsatz sein“, kündigt Dr. Heidelmann an.

Keine Probleme mit Saufgelagen und pöbelnden Jugendlichen auf Vatertagstour gab es in den vergangenen Jahren in der Samtgemeinde Ameling­hausen. Laut Bürgermeister Helmut Völker sind Sperrungen am Lopausee deshalb nicht vorgesehen. Im Gegenteil: „Wer sich anständig benimmt, ist am Lopausee gerne gesehen“, sagt der Rathauschef.