Aktuell
Home | Lokales | Scharnebeck | Biogasanlage soll wachsen
Drei Behälter gehören zurzeit zur Biogasanlage in Scharnebeck, die Betreiber möchten einen vierten errichten, der auch größer als die bestehenden ist. Foto: cw
Drei Behälter gehören zurzeit zur Biogasanlage in Scharnebeck, die Betreiber möchten einen vierten errichten, der auch größer als die bestehenden ist. Foto: cw

Biogasanlage soll wachsen

cw Scharnebeck. Seit eineinhalb Jahren laufen die Gespräche über eine mögliche Erweiterung der Biogasanlage in Scharnebeck schon. Jetzt ist ein Ende abzusehen: Laut Bürgermeister Dr. Dieter Heidelmann soll der vorhabenbezogene Bebauungsplan für das Gelände Ende Juli fertig sein. Zeitgleich arbeitet die Samtgemeinde an der Änderung des Flächennutzungsplanes, der an der Stelle bislang keine Sonderfläche Biogasanlage vorsieht.

„Wir möchten die Anlage weiter entwickeln“, sagt Mitbetreiber Hans-Wilhelm Henties. „Deshalb wollen wir in die Regelenergie einsteigen und Strom bedarfsgerecht produzieren.“ Eine der schwierigen Aufgaben der Energieversorger ist es, die Verbrauchsspitzen auszugleichen: In verbrauchsstarken Zeiten müssen sie schnell Strom liefern und sind auf regelbare Erzeuger angewiesen. „Stromerzeugung aus Biogas ist grundsätzlich regelbar“, erklärt Henties. Deshalb ist die Kooperation mit einer Biogasanlage hilfreich. „Wir bekommen eine Prämie dafür, dass der Versorger unsere Anlage steuern darf.“

Der Bebauungsplan sieht einen vierten Behälter vor, der größer als die bestehenden drei ist und vor allem als Gas- und Gärrestspeicher dienen wird. Als Gasspeicher erhöht er das Volumen für die Regelenergie. Als Gärrestspeicher ist er notwendig geworden, weil nach der neuen Dünge- und Verbringungsverordnung organischer Dünger wie Gärreste nur im Herbst nach dem Anbau von Getreide ausgebracht werden darf. „Mit dem neuen Behälter können wir neun statt sechs Monate überbrücken“, sagt Henties.

Die Biogasanlage in Scharnebeck besteht seit rund sieben Jahren und gehört zur Bioenergie-Region Wendland-Elbetal. Henties arbeitet schon seit längerem an alternativen Nutzungsformen, doch bislang konnte nichts davon realisiert werden. So wäre etwa ein Nahwärmenetz im nördlichen Bereich von Scharnebeck möglich. „Das hat eine hohe Akzeptanz, aber der Leitungsbau ist extrem teuer“, so Henties.

„Biogasanlagen sorgen für eine Dezentralisierung der Energieversorgung und für Wertschöpfung in der Region“, erklärt die Regionalmanagerin der Bioenergie-Region Wendland-Elbetal, Dorothea Angel. „Die angeschlossenen Nahwärmenetze bedeuten eine sichere Wärmeversorgung mit Preisen, die über Jahre stabil bleiben, weil sie unabhängig von fossilen Energiequellen sind.“

Dass Biogas auch Naturschutz bedeuten kann, zeigen die vielen Kooperationen mit Landwirten oder Imkerverbänden. Modelle, die auch in Scharnebeck denkbar wären. Bürgermeister Heidelmann kann sich eine Nahwärmenutzung vorstellen, aber nicht aktuell: „In der Nähe soll in zwei bis drei Jahren ein Baugebiet ausgewiesen werden, da könnte man darüber reden.“

2 Kommentare

  1. Der Artikel ist ein Bespiel für reine Desinformation. In einer Studie der Leopoldina (Deutsche Wissenschaftsakademie) unter Leitung des Nobelpreisträgers Hartmut Michel würde längst nachgewiesen, daß die CO2-Einsparung durch mit Mais befeuerte Biogasanlagen wie in Scharnbeck gleich 0 ist, die ökologischen Schäden dagegen katastrophal sind. Mit Naturschutz haben diese hochsubventionierten Biogasmonster nichts zu tun.

    • Der eigentliche Sinn von Biogasanlagen war ursprünglich die Verwertung von Pflanzenresten aus landwirtschaftlicher Produktion und Gülle. So wollte man ein Entsorgungsproblem lösen.
      Das nun Nahrungsmittel die Hauptenergiequelle darstellen, die extra für die Anlagen hergestellt werden, darf m. E. nicht gefördert und subventionert werden.