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Tierischer Vertrauensbeweis für den Schwanenflüsterer: Gerhard Budde mit der Schwanenfamilie am Inselsee. Foto: nh
Tierischer Vertrauensbeweis für den Schwanenflüsterer: Gerhard Budde mit der Schwanenfamilie am Inselsee. Foto: nh

Der „Schwanenflüsterer“

lz Scharnebeck. Menschen, die sich mit Pferden verständigen können, werden als Pferdeflüsterer bewundert. Am Scharnebecker Inselsee gibt es einen „Schwanenflüsterer“, der mit den Höckerschwänen dort auf Du und Du steht. Geländewart Gerhard Budde vom Förderkreis Inselsee verbringt beinahe täglich mehrere Stunden am See, denn da gibt es immer viel Arbeit. Dabei beobachtet er auch gerne die Tiere, die auf dem Gelände und am und auf dem See leben. Besonders gern mag er das Schwanenpaar, das seit vielen Jahren immer im Frühjahr wiederkommt und auf der Insel sein Nest baut, um dort zu brüten. Er hat beide Tiere auf den Namen „Hugo“ getauft ,,weil man männlichliche und weibliche nur schwer unterscheiden kann,“, erklärt Gerhard Budde schmunzelnd.

Wenn der Platzwart die beiden Schwäne beim Namen ruft, kommen sie schon von Weitem über den See angeschwommen gerade so, als ob sie von ihm hören wollten, was es Neues gibt. Doch Budde ist nicht nur der Schwanenflüsterer. Er ist auch der Retter in der Not. Nämlich dann, wenn sich Besucher von den Schwänen bedroht fühlen. Dann schickt er erst die Schwäne weg, anschließend gibt er den Leuten den guten Rat, die Vögel nicht zu füttern, denn dadurch werden sie aufdringlich, wenn das Futter alle ist. Ganz abgesehen davon, dass Brot und Pommes absolut nicht gesund für die Vögel seien und sie Futterpflanzen genug am und im See finden würden.

Anfang Juni hatten die Schwäne ein besondere Überraschung für den Geländewart parat: Sie führten ihm stolz ihren frisch geschlüpften Nachwuchs vor. Vier graue, flauschige Küken. Das ist ein besonderer Vertrauensbeweis, denn gewöhnlich sind Schwaneneltern scheu und reagieren aggressiv, wenn man ihren Jungen zu nahe kommt.

Wenn der große Ansturm der Badegäste einsetzt, ziehen sie sich in den geschützten Südteil des Sees zurück und marschieren mit ihrer Brut irgendwann über den Abhang und die Bahnschienen hinüber, um auf dem Neetzekanal ihre Ruhe zu haben. Damit haben sie vor zwei Jahren schon einmal den Bahnverkehr lahm gelegt, als sie nicht rechtzeitig die Gleise geräumt hatten.