Aktuell
Home | Lokales | Scharnebeck | Schwerer Unfall auf dem Schulweg
img_0622

Schwerer Unfall auf dem Schulweg

ca Scharnebeck. Schwerste Verletzungen hat ein Adendorfer auf dem Schulweg nach Scharnebeck erlitten. Der 15-Jährige ist am Freitag Morgen gegen 7.30 Uhr in Höhe des Hebewerks frontal von einem Schulbus erfasst worden. Ein Rettungshubschrauber hat den Jungen in die Spezialklinik Hamburg-Boberg geflogen.

Nach ersten Ermittlungen geht die Polizei davon aus, dass wohl zwei Schüler den Knopf an der Bedarfsampel am Hebewerk gedrückt haben. Der Adendorfer sei mit seinem Rad an den beiden vorbeigefahren, direkt vor den Bus. Dessen Fahrer (47) konnte nicht mehr bremsen, der Jugendliche prallte gegen die Windschutzscheibe, die durch die Wucht des Aufpralls barst. Wahrscheinlich hatte der Bus gelb, durfte also noch fahren. Doch was genau passierte, versuchen die Ermittler noch zu klären, daher bitten sie Zeugen, sich zu melden: Tel. 0 41 36/91 23 90.

Ausdrücklich lobt Scharnebecks Polizeichef Carsten Markwardt den Einsatz von Passanten und Autofahrern. Sie hätten sich vorbildlich um den verletzten Jugendlichen gekümmert. Der Busfahrer und die rund 50 Mädchen und Jungen, die im Bus saßen, blieben bei dem Unfall körperlich unverletzt. Den Sachschaden beziffert die Polizei mit rund 3000 Euro.

2 Kommentare

  1. Martin Schröders

    Der Unfall ist in meinen Augen ebenso tragisch wie unnötig – und leider ebenso vorhersehbar gewesen. Um eines gleich klarzustellen: Es geht nicht um eine Pauschalverurteilung oder Schuldzuweisung, das müssen auch in diesem Falle die Ermittler und Gerichte klären. Aber als ich am Vortag die Strecke befuhr, war etwa ab der Elba-Kreuzung bis zum Kreisverkehr am Hebewerk wegen Rollsplit durchgängig ein Tempolimit von 40 km/h eingerichtet. Fährt man von Adendorf die abschüssige Straße zur Unfall-Ampel, so hat man gute Sicht auf das, was einen dort erwartet – frühmorgens vor Schulbeginn logischerweise Schulkinder, die an der Ampel stehen, und radfahrende Schüler. Ohne sie in Schutz nehmen zu wollen, denn ich erlebe auch jeden Tag waghalsige Manöver dieser oft unerschrockenen Verkehrsteilnehmer, bin ich als Autofahrer an solchen potenziellen Gefahrenpunkten besonders zur Umsicht und Vorsicht aufgerufen. Es erschließt sich mir nicht, wie man bei besagtem Tempolimit und guter Sicht bergab die Schüler und voraussichtlich auch den Radfahrer so ignorieren kann, dass man die auf Rot springende Ampel mit so hohem Tempo erreicht, dass der Aufprall so dramatische Folgen hat. Wenn ich den Berichten meiner Töchter folge, die eben diese Strecke jeden Tag mit dem Schulbus fahren, sträuben sich mir schon länger die Nackenhaare: Danach kennen viele Schulbusfahrer weder rote Ampeln noch eine defensive Fahrweise, wenn die Straße enger wird oder Radfahrer und Fußgänger in Sichtweite sind – im Gegenteil, viel zu oft wird noch unnötig Gas gegeben und anschließend entsprechend scharf abgebremst. Schüler ohne Sitzplatz in den oft überfüllten Bussen werden bei derartigem Fahrstil regelmäßig durch die Gegend geschleudert – ein Wunder, dass hier noch nicht mehr passiert ist. Bitte noch einmal zur Klarstellung: Die ist keine Verurteilung der Busfahrer, denen als letztes Glied in der Kette Stress, Zeitplan, lärmende Kinder und Verkehr im Nacken sitzen. Auch ich möchte nicht in der Haut dieses bedauernswerten Fahrers stecken – aber jeder, der sich im Straßenverkehr bewegt, vor allem Chauffeure (zumal von schutzbedürftigen Kindern!), trägt immer auch ein großes Stück Verantwortung und muss mit dem Fehlverhalten anderer rechnen. Kein Fahrplan, kein Schulgong und keine Verspätung sind akzeptable Gründe, dass Menschen zu Schaden kommen. Was bleibt, ist das Ergebnis aller schlimmen Unfälle: Wir müssen daraus lernen und alle darauf hinarbeiten, dass es nicht wieder passiert. Ich hoffe, Busunternehmen, Bus- und Autofahrer, Eltern und natürlich die jungen Verkehrsteilnehmer tun das auch!

  2. Das mit den Busfahrern ist schon eine Sache für sich. Es gibt solche und solche und Vertretungen, die sich von den Schülern die Haltestellen zeigen lassen. Doch das Verhalten einiger Eltern ist nicht zu toppen. Beim Abholen der Kleinen ist alles erlaubt: in der Busspur halten, Türen aufreißen, von Fahrersitz die Beifahretür aufstoßen, rasant abfahren, röhren lassen und PS zeigen. 30-Zone? So ein Blödsinn, sollen die Kinder doch mal aufpassen. die Meinigen sitzen ja sicher im Wagen.