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Jan Eschen, Eric Freudenberg, Paula Lea Couppée, Linn Eggert und Toni Bünte mit ihren chinesischen Austauschfreunden und Dolmetscher Xunmang Yang. Schon in drei Monaten sehen sie sich wieder. Foto: kre
Jan Eschen, Eric Freudenberg, Paula Lea Couppée, Linn Eggert und Toni Bünte mit ihren chinesischen Austauschfreunden und Dolmetscher Xunmang Yang. Schon in drei Monaten sehen sie sich wieder. Foto: kre

Klassenfahrt ins Reich der Mitte

kre Scharnebeck. Ein fremde Sprache, eine andere Kultur, ein fernes Land: China ist weit weg und für die Neuntklässler des Bernhard-Riemann-Gymnasiums (BRG) doch so nah: Denn in den vergangenen Tagen haben sie bereits Freundschaften geschlossen. Mit Hongli Wang, Xintong Ye oder Nigjue Hu Siebtklässler aus dem Reich der Mitte, genauer: Aus der Sechs-Millionen-Einwohner-Metropole Wenzhou.

Die chinesischen Jugendlichen waren gemeinsam mit 22 weiteren Schülerinnen und Schülern, drei Lehrern und einem Dolmetscher für eine Woche zu Gast am Bernhard-Riemann-Gymnasium. Gewohnt haben sie in dieser Zeit bei deutschen Gastfamilien. Beste Gelegenheit also, sich kennenzulernen. Denn schon in drei Monaten fahren die Scharnebecker nach China. Zum Gegenbesuch und erleben das Abenteuer Schüleraustausch in einem fremden Land, in einer fremden Kultur dann am eigenen Leib. Die Vorfreude ist schon jetzt zu spüren: ,,Das wird bestimmt großartig“, hofft Eric Freudenberg, einer der künftigen China-Fahrer.

Seit vier Jahren pflegt das Scharnebecker Gymnasium eine Schulpartnerschaft mit der ,,No. Twelve Middle School“ in Wenzhou in Südostchina. Zustande gekommen ist der Kontakt über die Deutsche China-Gesellschaft e.V. mit Sitz in Karlsruhe für BRG-Schulleiter Thomas Müller und Koordinator Dr. Heino Rüschenschmidt ein echter Glücksfall: „Unsere Schüler haben so die Gelegenheit, ein anderes Land kennenzulernen, das man sonst wohl nicht so schnell bereisen würde.“

Doch für Dr. Rüschenschmidt steht nicht nur der touristische Aspekt im Vordergrund: ,,China ist mittlerweile auf Platz drei der deutschen Außenhandelsliste geklettert.“ Trotzdem, so konstatiert das Mitglied der Schulleitung des BRG, ,,verfügen nur wenige deutsche Manager über genügend Kenntnisse über chinesische Politik, über Wirtschaft und Gesellschaft im Reich der Mitte.“ Der Schüleraustausch zwischen dem Scharnebecker Gymnasium und der ,,No. Twelve Middle School“ dient also auch dazu, gegenseitiges Interesse und gegenseitiges Verständnis möglichst frühzeitig zu wecken.

Um den Blick der Schüler auf China als aufstrebende neue Wirtschaftsmacht zu lenken, stehen auch Besuche in chinesischen Betrieben auf dem Plan. Im vergangenen Jahr besuchten Scharnebecker Schüler ein Unternehmen mit 18000 Mitarbeitern, ,,davon alleine mehr als 2500 Wanderarbeiterinnen in einem Produktionsraum“, berichtet Dr. Rüschenschmidt für deutsche Verhältnisse zweifellos unvorstellbar.

In diesem Jahr werden die Scharnebecker Schülerinnen und Schüler unter anderem eine Schuhfabrik besichtigen, Shanghai und Peking besuchen und auch am chinesischen Schulunterricht teilnehmen. Eric Freudenberg, Toni Bünte, Jan Eschen, Paula-Lea Couppée, Linn Eggert und die anderen deutschen Schüler fühlen sich auf das Abenteuer China aber gut vorbereitet: Nicht nur, dass sie in einem Kurs die Grundbegriffe der chinesischen Sprache gelernt haben. Auch mit der chinesischen Geschichte, der Kultur und der Geografie haben sie sich vertraut gemacht, denn Schulleiter Thomas Müller weiß: Seine Schüler werden in China auch als kleine Botschafter Deutschlands gesehen.

Apropos Deuschland: ,,Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist in unserem Land äußerst beliebt“, sagt Xunmang Yang, der chinesische Übersetzer. Und er berichtet auch, wie die chinesischen Schüler ihren Deutschland-Besuch empfunden haben: ,,Das Land ist sehr schön, die Natur grün und die Luft sauber“, berichtet er.
Aber dann gibt es doch etwas, was den Jungen und Mädchen aus dem Reich der Mitte nicht ganz so geschmeckt hat und das im wahrsten Sinne des Wortes: Erstens: Das viele Salz auf den Brezeln. Zweitens: das Mineralwasser mit Kohlensäure. ,,So etwas trinken wir in China nicht“, sagt Xunmang Yang lächelnd.