Mittwoch , 28. September 2016
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Erst die Arbeit, dann das Vergnügen

dth Artlenburg. Artlenburgs Hafenmeister Helmut Kotlinski weiß mit seinen Kollegen eigentlich noch gar nicht so recht, wo er mit Aufräumen weitermachen soll. Mehr als 30 Kubikmeter Treibgut haben sie auf Anhängern bereits aus dem Yachthafen geräumt. Massenweise Gestrüpp hängt aber noch an den Pontons und viele Bootsanleger ragen immer noch schräg mit der Spitze aus dem Wasser. Und der angrenzende Campingplatz bietet einen Anblick der Verwüstung. Dennoch lassen sich die Artlenburger die Laune nicht verderben und feiern am Freitag Abend, 28. Juni, ein Fest, schmeißen ab 18 Uhr eine „After-Flut-Dankesfete“.

Das Sommerfest der drei Artlenburger Boots- und Segelvereine, das eigentlich am 15. Juni hatte stattfinden sollen, ist bereits wegen des Hochwassers ausgefallen. Und eigentlich hatte Artlenburgs Bürgermeister Rolf Twesten sich vor Wochen noch zuversichtlich gegeben, stattdessen das traditionelle Hafenfest der Gemeinde umso größer werden zu lassen, geplant war es für den 6. und 7. Juli. Doch auch das wird nichts, denn der Hafen sowie der dazugehörige Campingplatz bieten derzeit alles andere als eine Kulisse zum Feiern. Dafür soll nun heute in Artlenburg die Post abgehen. „Als Dankeschön für all die vielen Helfer, die in den vergangenen Wochen beim Sandsackfüllen mit angepackt haben“, sagt Twesten. „Wir machen die Feier jetzt, bevor die Helfer alle während der Ferienzeit im Urlaub sind.“

Die Fete steigt ab 18 Uhr an der Stelle in Artlenburg, an der Anwohner und Auswärtige ihren Zusammenhalt im Kampf gegen das Rekordhochwasser demonstrierten: bei der „Sandsackstation“ auf der Wiese des Gasthauses Nienau. Twesten: „Es gibt ein Programm mit Sandsäcken, Hüpfburg und Live-Musik. Alle Helfer, Sponsoren und Feuerwehrkräfte sind herzlich eingeladen.“ Auch für das leibliche Wohl wird gesorgt.

Stärken werden sich dabei auch Hafenmeister Kotlinski und sein Kollege Andreas Klingelmann. Kotlinski hofft, mit den Aufräumarbeiten am Hafen und auf dem Campingplatz spätestens in 14 Tagen fertig zu sein. Das dürfte aber einer Herkulesaufgabe gleichkommen. Grauer Schlamm bedeckt flächig die kürzlich noch sattgrünen Wiesen. In der Hafeneinfahrt treiben noch Bäume, die Kotlinski mit einem kleinen, elektrisch betriebenen Arbeitsboot mühselig vom Anleger dorthin geschleppt hat. Ein weiterer entwurzelter Baumriese liegt auf dem Campingplatz, der zudem mit feinem Sand bedeckt ist, den die Elbe mitgebracht hat. Doch bevor die Arbeit weitergeht, kommt in Artlenburg heute erstmal das Vergnügen dran.