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Am Montag werden Beschäftigte bei einer Betriebsversammlungen über die aktuelle Situation beim Tiefkühlproduzenten Pickenpack informiert. Foto: A
Am Montag werden Beschäftigte bei einer Betriebsversammlungen über die aktuelle Situation beim Tiefkühlproduzenten Pickenpack informiert. Foto: A

Entscheidung naht bei Pickenpack

ca Lüneburg. Betriebsrat und Gewerkschaft NGG haben ihre Forderungen auf den Tisch gelegt, doch aus ihrer Sicht geht die Arbeitgeberseite nur wenig darauf ein, entwirft ihrerseits aber auch kein eigenes Konzept, wie es beim Tiefkühlfischproduzenten Pickenpack weitergehen soll. Wie berichtet, will der Betrieb an der Lüner Rennbahn 65 Stellen streichen. Zudem sollen befristete Verträge von zehn weiteren Kollegen nicht verlängert werden. Auch fürchten Beschäftigte, dass der Standort ganz geschlossen werden könnte. Die Betriebsleitung wollte kürzlich zu Nachfragen der LZ keine Stellung nehmen.

Gestern führten unter anderem Betriebsratschef Wolfgang Ries und NGG-Sekretärin Silke Kettner Gespräche mit dem Management, es ging um einen Sozialplan für die Mitarbeiter, denen die Kündigung ins Haus steht. Die Arbeitnehmervertreter haben klare Forderungen: „Vernünftige Abfindungen und eine Transfergesellschaft, um die Kollegen zu qualifizieren und ihnen bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verschaffen.“ Ein Ergebnis lag am Nachmittag nicht vor, am 4. November steht die nächste Verhandlungsrunde an. Am Montag, 21. Oktober, sollen die Beschäftigten bei zwei Betriebsversammlungen über die Lage informiert werden.

Die Kündigungen sind ein Schlag für die derzeit 600 Köpfe zählende Belegschaft. Doch es könnte noch schlimmer kommen. Als vor rund zwei Jahren die chinesische Gruppe Pacific Andes den deutschen und französischen Zweig der Pickenpack-Gruppe übernommen hatte, ging das alte Management. Die Crew baute im ostfriesischen Riepe ein neues Werk auf. Auf dem bereits an Überkapazitäten leidenden Markt sei das beiden Standorten nicht gut bekommen, berichten Branchenkenner. Die Firmen hätten wirtschaftlich zu kämpfen. Die Chinesen haben inzwischen auch Riepe übernommen. Angeblich wurde bereits Produktion aus Lüneburg dorthin verlagert. Jetzt geht die Angst um, dass der Betrieb in Lüneburg zugunsten von Riepe dichtgemacht wird – das Werk dort sei viel moderner.

Andererseits hoffen Betroffene, dass die Arbeiter an der Lüner Rennbahn mit ihrem Wissen, das sie über Jahrzehnte gesammelt haben, punkten können und sie eine Zukunft an der Ilmenau haben.