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Martin Aude begrüßte die mehr als 230 Gäste beim Herrenessen der Kaufleute im Saal des Seminaris-Hotels und stimmte sie auf einen informativen und vergnüglichen Abend ein. Foto: t & w
Martin Aude begrüßte die mehr als 230 Gäste beim Herrenessen der Kaufleute im Saal des Seminaris-Hotels und stimmte sie auf einen informativen und vergnüglichen Abend ein. Foto: t & w

Herrenessen mit weißblauer Anleihe

cst Lüneburg. Den mit neuer Machtfülle ausgestatteten Ober-Bayern Horst Seehofer hätte die Menüwahl gewiss auch erfreut: An Schweinshaxe, Sauerkraut und Kartoffelpüree labte sich die Kaufmannschaft bei ihrem traditionellen Herrenessen, diesmal mit weißblauer Anleihe. Mehr als 230 – vorwiegend – Herren waren der Einladung des Vereins Lüneburger Kaufleute zur 39. Auflage des Festschmauses ins Seminaris-Hotel gefolgt, dessen Saal ob der Fülle der fröhlichen Esser fast aus den Nähten zu platzen drohte.

Anbetrachts der Deftigkeit der dargereichten Kost, abgerundet noch durch Pflaumenkompott mit Eis und Sahne, taten die Schnäpse und das eine oder andere Bierchen beim folgenden Tabak-Kollegium besonders gut. Da wurden die weißen Tonpfeifchen wieder eifrig gestopft, wie bei allen vorangegangenen 38 Herrenessen auch, wofür das ansonsten rauchfreie Seminaris für den blauen Dunst traditionell eine Ausnahme macht. Dem geselligen Teil stand nichts mehr im Wege: die Pfeifen glimmten, das Bier, dessen erste beiden Runden die Holsten-Brauerei spendierte, schmeckte, das eine oder andere Jägermeisterchen auch. Die Angeregtheit der Unterhaltungen erfuhr, so ausgerüstet, einen zusätzlichen Schub und das Herrenessen entfaltete seinen besonderen Reiz, dem auch die Ehrengäste gern erliegen.

Letztere begrüßte Martin Aude, Präsident des Vereins Lüneburger Kaufleute, in seiner Rede zum Auftakt der langen Nacht, darunter die Landtagsabgeordnete Andrea Schröder-Ehlers, OB Ulrich Mädge, Mitglieder von Stadtrat, Kreistag und Verwaltung sowie Handwerkskammerpräsident Rolf Schneider. Nicht zuletzt aber den Chefanalysten der Bremer Landesbank, Folker Hellmeyer. Ein von vielen Fernsehauftritten her bekanntes Gesicht.

Auf dessen Festvortrag zum Thema „Status Krise und Konjunktur – der Blick nach vorn!“ stimmte Aude die große Runde mit seinem Blick nach vorn ein. Der Kaufmannspräsident wies hin auf die guten Wachstums-prognosen für 2014 und die Folgejahre, auf die Robustheit des Arbeitsmarktes, die steigende Binnennachfrage dank spürbarer Lohnzuwächse und auch auf den in Höchstform befindlichen deutschen Aktien-Leitindex Dax. Zugleich äußerte Aude seine Sorge, dass bei den laufenden Koalitionsverhandlungen von Union und SPD in Berlin die Verteilung sozialer Wohltaten eine große Rolle spiele, nicht aber der Schuldenabbau. Er verwies dabei auch auf die horrende Verschuldung der USA von jetzt mehr als 17 Billionen Dollar und erinnerte daran, dass die weltweit größte Wirtschaftsmacht jüngst nur haarscharf am Staatsbankrott vorbeigeschrammt war.

Als neue Mitglieder im Kaufleute-Verein hieß Aude Achim Wolter und Christian Hackbarth willkommen. Die neuen Eigentümer des Autozentrums Havemann setzten die Tradition ihres Vorgängers fort und stellten zur sicheren Heimkehr der Herrenesser ihren Limousinen-Shuttle bereit. Aude meets Audi sozusagen. Bis in die frühen Morgenstunden soll freilich auch das hiesige Taxen-Gewerbe ganz gut zu tun gehabt haben.