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Protestaktion der Beschäftigten am 7. November bei Pickenpack. Die Mitarbeiter fürchten um ihre Jobs. Foto: ca
Protestaktion der Beschäftigten am 7. November bei Pickenpack. Die Mitarbeiter fürchten um ihre Jobs. Foto: ca

Ausbaupläne bei Pickenpack

dth/ca Lüneburg. Mehr als 600 Beschäftigte haben Angst, ihren Arbeitsplatz bei Pickenpack zu verlieren, wenn die Produktion von Tiefkühlfisch ins ostfriesische Riepe verlagert wird. Doch jetzt waren überraschend ganz andere Töne zu hören – und zwar beim Erörterungstermin in der Ritterakademie für die geplante Autobahn A 39, die am Werksgelände vorbeiführen würde.

Pickenpack habe den ehemaligen Schlachthof an der Lüner Rennbahn gekauft und wolle sich in den kommenden zwei Jahren erweitern, sagte Marcus Hoppe, Technischer Manager von Pickenpack: „Wir haben bereits einen Vorbescheid nach Bundesimmissionsschutzgesetz vorliegen.“ Er bat die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Lüneburg als Vorhabenträger des geplanten Autobahnbaus um eine Stellungnahme, dass sie die Pickenpack-Erweiterung berücksichtige. Hoppe: „Es geht um viele Arbeitsplätze.“

Auf Nachfrage der LZ erklärte später Manager Wolfgang Kohls, man habe bereits in den Jahren 2009/10 eine Planung für eine neue Fabrik durchgespielt und die Pläne bei den Behörden eingereicht. Da unklar sei, wie es an der Lüner Rennbahn weitergehe, sichere man im Genehmigungsverfahren für die A 39 jetzt quasi die möglichen Zukunftspläne ab. Es gehe um Bebauungsgrenzen, die mit dem Straßenbau kollidieren könnten. Das sei weder eine Entscheidung für noch gegen den Standort.

Die Leiterin des Staatlichen Gewerbeaufsichtsamtes, Birgit Lensch, bestätigt, dass ihre Behörde 2011 einen sogenannten Vorbescheid für einen Neubau erteilt hat. Die Produktion solle danach von 420 auf 500 Tonnen steigen. Die Frist laufe Ende des Jahres aus, werde keine Verlängerung beantragt, verfalle der Bescheid.

Betriebsrat Wolfgang Ries und Gewerkschaft NGG wissen von den Ausbauplänen, aber sie werten sie kritisch, nämlich so wie Kohls – als Absicherung. Für Donnerstagnacht und den Freitag haben die Arbeitnehmervertreter zu Betriebsversammlungen eingeladen, sie wollen erläutern, dass die Geschäftsführung Sozialplanverhandlungen hat scheitern lassen. Wie berichtet, will das Unternehmen bis zu 75 Stellen abbauen. Die Belegschaft befürchtet zudem eine Produktionsverlagerung in das Schwesternwerk in Ostfriesland.

3 Kommentare

  1. Jürgen Hempel Lüneburg

    …….die Überraschung war perfekt ! Von 100 neuen Arbeitsplätzen im alten Schlachthof ist die Rede ………..

    • Zieht man die 75 Arbeitsplätze ab, die jetzt gestrichen werden sollen, bleiben 25 neue Arbeitsplätze netto übrig.
      Wer es glaubt…..

  2. Nächstes Jahr um diese Zeit ist der Laden dicht denke ich,
    wenn nicht schon früher.