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So fühlen sich Familien wohl

rast Lüneburg. Für Kinder von Mitarbeitern im Industriegebiet Hafen soll eine Kinderkrippe entstehen, das Projekt plant der Arbeitgeberverband, umgesetzt werden könnte es über einen Förderverein auf einem Areal neben der v. Stern‘ schen Druckerei. Angeschoben hatte das Projekt Wolfgang Hiller. Der Chef der Expedition Hiller-Logistik legt auch in seinem eigenen Familienbetrieb Wert darauf, dass sich seine Mitarbeiter wohl fühlen, wobei er starke Rücksicht auf deren Familien nimmt. So hat er sich jetzt als zweites Lüneburger Unternehmen neben der Steuerberatungsgesellschaft Bittrich & Bittrich das Familiensiegel verdient. Die 2010 in Lüneburg gestartete und vier Landkreise umfassende Gemeinschaftsinitiative FaMi-Siegel geht nun in die zweite Runde.

Das Familiensiegel ist eine regionale Auszeichnung für Arbeitgeber, die ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aktiv und kreativ dabei unterstützen, Familie und Beruf zu vereinbaren. Das Siegel wird laut Koordinatorin Brigitte Kaminski beispielsweise eingesetzt, um Fachkräfte auch überregional zu gewinnen, sie regional zu binden und um für die eigene Attraktivität zu werben. Zwischen 2010 und 2012 haben 70 Betriebe, 20 davon aus Lüneburg, die Auszeichnung erhalten. Für das FaMi-Siegel für den Aktionszeitraum 2013 bis 2015 hatten sich weitere 45 Firmen beworben. Jetzt trafen sich Vertreter von Lüneburger Betrieben, die das Siegel neu bekamen oder die rezertifiziert wurden, mit den Organisatoren bei der Spedition Hiller.

Der Familienbetrieb Hiller ist ein gutes Beispiel für Familienfreundlichkeit. Das Traditionsunternehmen wurde 1946 von Gerhard Hiller gegründet, Sohn Wolfgang stieg schon früh ein und übernahm die Geschäftsführung 1970, seine Frau Andrea kümmert sich um die Präsentation nach außen. Hiller hat 60 Mitarbeiter, expandiert und realisiert aktuell für rund vier Millionen Euro ein neues Hallenprojekt an der Gebrüder-Heyn-Straße. „Als Familienunternehmen wissen wir, was Familie bedeutet“, sagt Wolfgang Hiller: „Wir wollen unseren 50 Mitarbeitern und zehn Mitarbeiterinnen ein Rundum-Sorglos-Paket bieten. Sie können mit ihren Sorgen und Nöten immer zu uns kommen.“ Das fängt schon bei den Arbeitszeiten an, die mit den Arbeitnehmern abgesprochen werden. Ein Problem im Industriegebiet ist die schlechte Busanbindung: „Bei einigen Mitarbeitern haben wir die Zeiten auf die Bus- und Bahnpläne abgestellt.“ Auch die Urlaubsgestaltung erfolgt flexibel. Hiller ermöglicht seinem Team auch Weiterbildungen. Und die Chefetage weiß, wie man menschlich mit Mitarbeitern umgeht: „Eine Mitarbeiterin musste sich mehreren Operationen unterziehen, die Kasse hat nicht alles gezahlt – von uns gab’s einen Zuschuss.“ Das Motiv dafür ist klar: „Uns ist wichtiger, eine gesunde Arbeitskraft halten zu können, statt jemand neu einarbeiten zu müssen.“

Brigitte Kaminski sagt: „Alle Ausgezeichneten haben familienfreundliche Arbeitszeitmodelle und individuelle Absprachen.“ Da wird etwa berücksichtigt, dass Angehörige von Pflegebedürftigen privat mental wie zeitlich stark gefordert werden. Kaminski nennt weitere Stichworte: „Job-Sharing, Eltern-Kind-Arbeitszimmer, Ferienbetreuung, Kinderbetreuungszuschuss, Gesundheitsförderung und Kontakthalten während der Elternzeit.“

Hinter der Aktion stehen der Überbetriebliche Verbund Frau & Wirtschaft Lüneburg.Uelzen, die Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg, die Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade, der Arbeitgeberverband, die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Stadt und Landkreis Lüneburg, die DGB-Region Nordostniedersachsen und die Leuphana Universität. Mehr Infos und alle ausgezeichneten Firmen gibt es unter www.fami-siegel.de im Internet.