Dienstag , 27. September 2016
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Tausende guter Gespräche

pet Bienenbüttel. Auf eine Zahl sind die Organisatoren der Bildungsmesse „nordjob“, die gestern und heute in Bienenbüttel stattfindet, besonders stolz – auf die Zahl „2843“. Genau so viele vorher vereinbarte Gesprächstermine zwischen Schülern auf der einen und Ausbildungsbetrieben auf der anderen Seite fanden und finden noch in der Ilmenauhalle statt. Wie viele spontane Gespräche es darüber hinaus über Ausbildungsmöglichkeiten und Berufschancen gegeben hat, lässt sich allenfalls schätzen.

Zum vierten Mal findet die „nordjob“, veranstaltet vom Institut für Talententwicklung (ift), in Bienenbüttel statt. Und die Messe weist noch mehr beeindruckende Zahlen auf: 1205 angemeldete Jugendliche aus 34 Schulen und vier Landkreisen sind dabei, sie treffen auf 23 Unternehmen, zwei Beratungsinstitutionen, zwölf Berufsfachschulen und sieben Hochschulen.

Von der Bundeswehr bis zur Technischen Universität Braunschweig, von der Dr. von Morgenstern Schule bis zur VGH Versicherung und zu Johnson & Johnson Medical – den Jugendlichen bietet sich in Bienenbüttel ein breites Spektrum an Ansprechpartnern. Bei Projektleiterin Dörthe Behnke von ift, das bundesweit mehr als 40 Messen dieser Art pro Jahr organisiert, laufen die Fäden zusammen.

Zu denen, die in Bienenbüttel einen Termin bei der Sparkasse Lüneburg haben, gehört Kai-Oliver Wolff, Neuntklässler von der Lüneburger Christianischule. Er hat gleich eine Bewerbung mitgebracht, die Lucas Schacht, selbst Sparkassen-Auszubildender im zweiten Lehrjahr, mit ihm durchgeht. „Eine Ausbildung bei der Sparkasse könnte ich mir später gut vorstellen. Ich habe gern mit Menschen zu tun“, erzählt Kai-Oliver, der dann auch noch Termine bei der AOK und bei Werum Software & Systems hatte.

Die Sparkasse ist seit der ersten „Nordjob“ in Bienenbüttel dabei – und Wilfried Diekjobst, zuständig für Personalmanagement und Personalentwicklung, ist überzeugt vom Konzept der Messe: „Der große Vorteil hier sind die im Vorfeld abgemachten persönlichen Gespräche mit 20 Minuten Dauer, die wir mit den Interessierten führen.“ Jeder Jugendliche bekomme von ihm auch noch seine Visitenkarte, „damit wir möglicherweise noch offene Fragen klären können“.

Von der Theodor-Heuss-Realschule in Uelzen sind die Neuntklässlerinnen Nina Kober, Theresa Haarmann und Michelle Klatsche nach Bienenbüttel gekommen – und finden sich am Messestand der Kunstschule Wandsbek ein. Einen Beruf im Bereich Kommunikationsdesign können sich alle drei vorstellen. Und in diesem Bereich hätten sie auch gute Berufschancen, erklärt Burkhard Otto, Mitinhaber der privaten Berufsfachschule, der gemeinsam mit Student Christoph Szumny berät. „Es gibt so viel schlechte Werbung“, lächelt Otto, dabei läge es doch im Interesse „jeder Firma, sich nach außen gut darzustellen“.

Messe-Mitveranstalter IHK (Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg) bietet in Bienenbüttel zwei Schwerpunkte an: Zum einen gehen Kirsten Deising, Severina Schwing und Isabel Gerber mit den Schülerinnen und Schülern ihre mitgebrachten Bewerbungsmappen durch, prüfen Äußerlichkeiten wie Format und Abstände, aber auch, ob der Lebenslauf schlüssig ist. Zweites Angebot, so Schwing: „Wir informieren auch Lehrer über unsere Angebote für Schulen, etwa das Projekt ,Wirtschaft unterstützt Schule‘.“

Es bieten sich ihnen nach der Schule durchaus attraktive Möglichkeiten einer Ausbildung – das können die Jugendlichen aus Bienenbüttel mitnehmen. Um einen Platz zu ergattern, komme es durchaus auf gute Noten an, auf „die kognitiven Fähigkeiten“, erklärte Andreas Rösler von der Agentur für Arbeit Lüneburg/Uelzen. Und ergänzt: „Über all dem schweben aber auch die sozialen Grundlagen.“ Was heißt: Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, gutes Benehmen und Engagement.