Donnerstag , 8. Dezember 2016
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MEGA Hands On – Start mit Hindernissen

Bereits im Dezember letzten Jahres berichteten wir über die Fortschritte bei dem neuen Cloud-Anbieter „MEGA“. Am vergangenen Wochenende war es dann soweit: 19 Uhr nach deutscher Zeit veröffentlichte Kim Dotcom den Tweet „As of this minute one year ago #Megaupload was destroyed by the US Government. Welcome to http://Mega.co.nz“. MEGA war gestartet – oder eben auch nicht. Viele Nutzer konnten nicht auf die Seite zugreifen, Registrierungen waren nur mit viel Glück möglich. Offenbar konnten die Server des Filesharing-Dienstes dem Nutzeransturm nicht standhalten.

Eine Verbesserung der Lage scheint bisher nicht in Sicht. Uploads von Dateien sind auch heute, 2 Tage nach dem offiziellen Start der Webseite, lediglich mit viel Glück möglich. Bereits in der ersten Stunde wurden 100.000 Konten registriert. Nach etwas mehr als zwei Stunden zählte die MEGA-Datenbank 250.000 Nutzer. Selbst einige Zeit nach dem Start scheint das Interesse an der neuen Webseite nicht abzureißen. Trotz aller Widrigkeiten haben es bis heute bereits über eine Million Nutzer geschafft die Registrierung abzuschließen.  Wir haben MEGA trotz aller Schwierigkeiten genauer unter die Lupe genommen und Stellen an dieser Stelle alles Wissenswerte zusammen.

Die Geschäftsbedingungen

MEGA Geschäftsbedingungen

Bevor Sie den Dienst nutzen, werfen Sie einen Blick in die Geschäftsbedingungen. Es werden Nutzer-IPs, Verbindungsdaten (u.A. Surfprotokolle) und jeglichen mit der Nutzung des Dienstes verknüpften Nutzerdaten gespeichert. Diese Daten werden unter Anderem zu Werbezwecken und zum Marketing genutzt. An dieser Stelle sei der Hinweis auf einen möglichen „Trashmailer“ wie beispielsweise mailinator.com gestattet, welcher lediglich für die Registrierung genutzt werden kann um somit einem Spamming auf die private E-Mail Adresse zu umgehen. MEGA ist kein anonymes Datengrab für Datensammler, das will es auch gar nicht sein. Ziel soll es vielmehr sein, ein effektives Geschäftsmodell anzubieten, wie es beispielsweise auch andere Dienste wie Dropbox, Wuala oder Microsoft mit Skydrive tun.

Premium-Funktionen

MEGA Premium

50 Gigabyte Speicher gratis – für jeden Nutzer, das gibt es auf MEGA. Gegen Geld gibts mehr – das ist auch bei MEGA der Fall. Wer mehr Speicherplatz braucht, kann zwischen verschiedenen Premium-Paketen wählen. Paket „Pro I“ biete 500 GB Speicherplatz mit 1 TB Bandbreite für 9,99 € pro Monat, Paket „Pro II“ bietet 2 TB Speicherplatz mit 4TB Bandbreite für 19,99 € und Paket „Pro III“ 4 TB Speicherplatz mit 8 TB Bandbreite für 29,99 € im Monat. Fraglich ist hier der Sinn oder Unsinn der Bandbreite. Ist man Hersteller von Filmmaterial oder Fotos, kommen schnell mehrere Gigabyte an Daten pro Tag zusammen. Ein Transfer-Limit wäre für das kommerzielle Nutzen des Dienstes also eher hinderlich, denn wer viel Speicherplatz hat, gibt auch gerne Links zu den eigenen Dateien weiter und das kostet Bandbreite.

Die Menüführung

MEGA MenüHat man es geschafft und ist eingeloggt, begrüßt der interne Bereich einen mit einem soliden, benutzerfreundlichen Design. Farblich überwiegen Weiss und Grau, aber auch Rot und Schwarz kommen hier zum Einsatz. Abgesehen von dem Design, welches sich an den aktuellen Standard HTML 5 hält, findet man jedoch noch nicht viel.

Die wichtigsten und bereits verfügbaren Funktionen sind das „Cloud-Drive“, der eigentliche Speicherort für Dateien, der Papierkorb, die Inbox und Kontakte. Letztere Punkte sind für einen Nachrichtenaustausch unter den MEGA-Nutzern gedacht, eine Art MEGA-Mail-Dienst – ob man das braucht sei dahin gestellt.

Fazit

Insgesamt bietet der Dienst wenig neues. Die Verschlüsselung im Browser ist nett, hätte aber auch mit Truecrypt oder PGP erreicht werden können. Für den Endverbraucher ist es sicherlich ein Vorzug. 50 Gigabyte Speicherplatz gratis sind ebenfalls verlockend, hier wird man in absehbarer Zeit die Konkurrenz nachziehen sehen. Die Qualität des Produktes ist aber noch ausbaufähig. Nutzer aus Deutschland können zwar mittlerweile auf den Dienst zugreifen, aber eher schlecht als recht.