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Jana Gehrdau  schnappt sich Winnetou:  So heißt der Grünkohl, den die Wittorferin gemeinsam mit ihren Eltern erntet. Foto: t&w
Jana Gehrdau schnappt sich Winnetou: So heißt der Grünkohl, den die Wittorferin gemeinsam mit ihren Eltern erntet. Foto: t&w

Winnetou mit Geschmack (Archiv: 2014)

kre Wittorf. Jetzt ist die Zeit gekommen, um Winnetou genussvoll zu verspeisen! Nicht den Häuptling der Indianer, keine Sorge, sondern Norddeutschlands Nationalgemüse Nummer Eins – den Grünkohl. Von dem gibt es viele Sorten – und eine heißt eben „Winnetou“. Helmut und Martina Gehrdau aus Wittorf bauen die grüne Vitaminbombe auf 15 Hektar an und beliefern damit Groß- und die Wochen-, aber auch Lebensmittelmärkte. Früher brauchte es noch knackige Minustemperaturen, damit ältere Kohlsorten, die „Lerchenzunge“ etwa, Stärke in Zucker umwandeln und Bitterstoffe abbauen. Diesen Kälteschock braucht Winnetou nicht. Trotzdem schadet ein knackiger Winter nicht: Je eisiger die Temperaturen, desto größer der Appetit auf Grünkohl.

Ursprüngliche Heimat von Winnetou und Co. war vermutlich der mediterrane Raum. Von dort aus hat der Kohl seinen Siegeszug bis nach Norddeutschland angetreten. Grünkohl wird unter anderem auch Winter- oder Krauskohl genannt. In Oldenburg bezeichnet man ihn auch als Oldenburger Palme, in Ostfriesland nennt man ihn Ostfriesische Palme, in Bremen ist er als Braunkohl bekannt.

Der Unterschied zwischen Braun- und Grünkohl hat mit der Sorte zu tun. Gattungen, deren Blätter farblich eher ins Rötliche gehen, werden beim Kochen bräunlich. Daher hat sich wohl der Name, je nach Sorte, in den Regionen anders festgesetzt.

Ob Grün- oder Braunkohl gesund ist er allemal: Neben Vitaminen und Mineralstoffen enthält der Kohl mehrere Substanzen, die helfen können, Krebserkrankungen vorzubeugen und den Cholesterinspiegel zu senken. Deshalb experimentiert die Wissenschaft auch mit alten Kohlsorten, die heute kaum noch angebaut werden. Gesammelt werden die verschiedensten Arten, die von süßlich bis herb-würzig viele Geschmacksrichtungen bedienen. Übrigens: Auch die First Lady der US-Amerikaner, Michelle Obama, schwört auf Grünkohl – in Form von Chips als gesunde Knabberalternative.

In Deutschland wird auf einer Fläche von rund 1000 Hektar Grünkohl angebaut, vorn mit dabei: die Bundesländer Nordrhein-Westfalen mit 471 Hektar Anbaufläche, gefolgt von Niedersachsen mit 441 Hektar.