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Mit weißem Spargel kommt jetzt wieder ein deutscher Frühlingsklassiker auf den Tisch – für Silvia Rojas Castro (v.l.), Syed Iqrar Ahmad und Micaela Filippo ist das eine Premiere, sie werden ihn gleich zum ersten Mal kosten. Foto: t&w
Mit weißem Spargel kommt jetzt wieder ein deutscher Frühlingsklassiker auf den Tisch – für Silvia Rojas Castro (v.l.), Syed Iqrar Ahmad und Micaela Filippo ist das eine Premiere, sie werden ihn gleich zum ersten Mal kosten. Foto: t&w

Der erste Spargel ist da – LZ bittet zum Geschmackstest

Der erste Spargel ist da – und er ist weiß, denn so mögen ihn die Deutschen am liebsten. In anderen Ländern steht man dagegen mehr auf die grünen Stangen. Drei Studenten aus Kolumbien, Argentinien und Pakistan haben noch nie Bleichspargel gegessen. Für die LZ machen sie auf dem Spargelhof Strampe den Geschmackstest: ihr erstes Mal weißer Spargel.

emi Neetze. Micaela Filippo, Silvia Rojas Castro und Syed Iqrar Ahmad sitzen nebeneinander auf einer hölzernen Bankgarnitur im Neetzer Spargelhof der Strampes. Sonnenlicht wird von der weißen Tischdecke vor ihnen reflektiert, fällt auf einen Strauß Osterglocken und spiegelt sich in ihren Wassergläsern. Gespannt warten die drei Leuphana-Studenten darauf, dass Dagmar Strampe das Essen aus der Küche bringt.

Für den Pakistaner und die jungen Südamerikanerinnen steht heute eine absolute Premiere an. Syed Iqrar Ahmad kennt Spargel erst seit einem Jahr und hat in Deutschland einmal Spargelcremesuppe aus der Dose probiert, Micaela Filippo und Silvia Rojas Castro haben in ihren Heimatländern Argentinien und Kolumbien zumindest schon einmal Gerichte aus grünem Spargel gegessen.

Auch in Deutschland hat man früher lange Zeit ausschließlich Grünspargel angebaut. Erst im 19. Jahrhundert setzten sich die weißen Stangen durch. Dabei war man auf den Bleichspargel eher durch Zufall gekommen. Tonhauben über den Trieben, die eigentlich der Wärmespeicherung und dem Schutz vor Ungeziefer dienen sollten, hatten dazu geführt, dass der Spargel darunter bleich blieb. Das kultivierte man fortan, indem man über den Pflanzen Erde anhäufte und die Stangen unterirdisch schnitt.

Weißer und grüner Spargel unterscheiden sich durch die Anbaumethode. Grüner Spargel wächst oberirdisch, also an der Sonne. Deshalb bildet er grünes Chlorophyll aus. Unter der Erde bekommt er keine Sonne ab und bleibt weiß.

Die beiden Studentinnen, die an der Leuphana ihren Master in Staatswissenschaften machen, stecken über dem Tisch die Köpfe zusammen. „Ich denke, der Geschmack wird nicht anders sein als bei grünem Spargel“, sagt Micaela Filippo aus Argentinien. „Vielleicht gibt es eine besondere deutsche Art, Spargel zu kochen“, meint Silvia Rojas Castro aus Kolumbien. Nur Syed Iqrar Ahmad ist schweigsam.

Dann ist es soweit. Dagmar Strampe bringt lächelnd zwei große Platten Spargel an den Tisch. Dazu stellt sie eine Schüssel voll dampfender Kartoffeln sowie zwei Saucieren mit zerlassener Butter und Sauce Hollandaise. Die Chefin persönlich hat den Klassiker zubereitet und beobachtet nun neugierig, wie die Studenten reagieren.

Peter und Dagmar Strampe haben mit ihrem Team schon am Donnerstag die ersten weißen Stangen gestochen. Wenige Tage früher als im Vorjahr konnten sie die ersten 100 Kilo Spargel aus der Erde holen. Denn auch wenn der Frühling im Kreis Lüneburg zuletzt nur behäbig aus den Startlöchern kam, war es unter Tunneln und Folie schon angenehm warm. „An den Wurzeln der Pflanzen hat sich der Boden bereits auf 13, 14 Grad erwärmt“, sagt Strampe, „mindestens elf Grad braucht er, um zu wachsen“.

Noch ist das Königsgemüse mit einem Ab-Hof-Preis von 14,90 Euro recht teuer, aber im Laufe der Saison wird der Preis heruntergehen, sagen die Landwirte. Bis die Ernte in vollem Gange ist, wird es noch ein bis zwei Wochen dauern. „In zehn bis 14 Tagen werden wir voll in der Saison sein“, sagt Peter Strampe. Für rund zwei Monate kommt das Edelgemüse dann wieder auf viele Tische in der Region – bis mit dem Johannistag am 24. Juni die Spargelernte endet. Danach muss der Spargel ruhen, um Kraft fürs nächste Jahr zu sammeln.


Silvia Rojas Castro, 25, Kolumbien: „Spargel ist in Kolumbien nicht so üblich, ich hatte bisher nur grünen gegessen. Den weißen Spargel habe ich total geliebt. Er war ein bisschen süß, aber auch nicht zu viel. Der Geruch hat mich an die Küche meiner Oma erinnert, der Geschmack war gar nicht so anders als der von grünem Spargel. Die Soße war auch sehr gut, die deutsche Art und Weise mit Kartoffeln hat mir gefallen.“
Foto t&w Dass 1. mal SpargelMicaela Filippo, 27, Argentinien: „Ich denke, in Argentinien ist grüner Spargel häufiger, zumindest hat meine Mama nur diesen gekocht, im Ofen und mit Käse. Weißer Spargel ist ein bisschen sanfter als grüner. Er ist ganz einfach zu schneiden und schmilzt richtig im Mund, man muss nicht so viel kauen. Er hat mir sehr gut geschmeckt. Ich werde ihn auf jeden Fall noch einmal essen, aber ich weiß nicht, ob ich ihn kochen kann…“
Foto t&w Dass 1. mal SpargelSyed Iqrar Ahmad, 26, Pakistan: „Bevor ich nach Deutschland gekommen bin, hatte ich noch nie Spargel gesehen. Hier habe ich schon einmal Spargelcremesuppe probiert, aber das war ein Fertigprodukt. Eigentlich bin ich kein Gemüsefan, aber der Spargel hat mir richtig gut geschmeckt. Er hat mich irgendwie an Rübe erinnert. Die Soße war okay, die typisch deutsche Kartoffel hat mir auch gefallen. Ich würde es noch einmal probieren.“

One comment

  1. Se ve muy provocativo y debe ser muy delicioso, por las expresiones. Salud! 😉