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Über den Neubau des Rathauses der Samtgemeinde Ilmenau hat noch der alte Samtgemeinderat entschieden, für die Umsetzung wird der neue sorgen müssen, der am kommenden Sonntag gewählt wird. Foto: t&w
Über den Neubau des Rathauses der Samtgemeinde Ilmenau hat noch der alte Samtgemeinderat entschieden, für die Umsetzung wird der neue sorgen müssen, der am kommenden Sonntag gewählt wird. Foto: t&w

Wahlkampf auf Augenhöhe in der Samtgemeinde Ilmenau

Von Malte Lühr
Melbeck. Rund 10.500 Einwohner leben in der Samtgemeinde Ilmenau mit ihren vier Mitgliedsgemeinden Barnstedt, Deutsch Evern, Embsen und Melbeck. Mehr als 8500 von ihnen sind am Sonntag, 11. September, aufgerufen, nicht nur den Kreistag, sondern auch den Samtgemeinderat Ilmenau und den Gemeinderat an ihrem Wohnort neu zu wählen. Dabei ist Barnstedt mit 650 Wahlberechtigten die kleinste Gemeinde, Deutsch Evern mit 3090 die größte. In Embsen werden 2056 Frauen und Männer zu den Urnen gerufen, in Melbeck sind es 2780.

Die derzeitigen Verhältnisse im Samtgemeinderat sind mit ausgeglichen sehr gut beschrieben: CDU und SPD kommen jeweils auf acht Sitze, Unabhängige Wählergemeinschaft Ilmenau (UWI) und Grüne haben jeweils vier Mandate, die Linke und die Bürgerliste Ilmenau stellen je ein Ratsmitglied. CDU, UWI und Bürgerliste bilden ebenso eine Gruppe wie Linke und Grüne. Bisweilen ist Samtgemeindebürgermeister Peter Rowohlt (SPD) mit seiner Stimme das Zünglein an der Waage.

Noch ausgeglichener sind die Verhältnisse im Gemeinderat Embsen, dort halten SPD, CDU und UWI jeweils vier Mandate. Wählen müssen die Mitglieder im neuen Rat bei ihrer konstituierenden Sitzung im November auf jeden Fall ein neues Dorfoberhaupt. Bürgermeisterin Anne-Carin Büttner (SPD) hatte schon vor Monaten angekündigt, ihren Posten am Ende der Legislaturperiode zur Verfügung zu stellen. In den anderen Gemeinden kann lediglich ein Wechsel der Mehrheit zu einem Wechsel auf dem Chefsessel führen.

Wer am Wahltag noch Fragen oder Probleme hat, kann sich bei Sandra Projahn in der Samtgemeindeverwaltung melden unter Tel.04134/90814. Nicht anrufen muss, wer seine Wahlbenachrichtigungskarte verlegt hat. Er oder sie kann sich durch Personalausweis, Reisepass oder Führerschein im Wahllokal ausweisen.

Im Vorfeld der Wahl hat die LZ die aktuell im Samtgemeinderat vertretenen Parteien und Gruppierungen gebeten, ihre Ziele zu skizzieren:

SPD

„Die SPD steht für eine soziale, nachhaltige und zukunftsweisende Politik in der Samtgemeinde. Gemeinsam wollen wir unsere Region gestalten, Energiespar-programme fördern und Mehrgenerationenhäuser errichten“, sagt SPD-Vorstand Henning Seumenicht. Zudem wollen die Sozialdemokraten die Arbeit der Verwaltung mit Flüchtlingen und Asylbewerbern aktiv unterstützen, die Integrierte Gesamtschule Embsen und die Grundschulen in allen Orten fördern und ausbauen. Forciert werden soll zudem der Ausbau des schnellen Internets. „Wir wollen aber auch den Feuerwehrbedarfsplan umsetzen und die örtlichen Feuerwehren fördern sowie die Mobilität durch einen Bürgerbus verbessern. Auch Vereine und das Engagement von Bürgern soll unterstützt werden“, so Seumenicht. Auch für die schützenswerte wunderschöne Natur in der Samtgemeinde wolle sich die SPD stark machen.

CDU

„Die vier Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Ilmenau sind in ihrer Struktur sehr unterschiedlich“, sagt der CDU-Fraktionssprecher im Samtgemeinderat, Hubert Ringe. Trotzdem gebe es viele Gemeinsamkeiten. „Wir verfolgen folgende Ziele: Moderne Grundschulstruktur mit ,offenen Ganztagsgrundschulen, damit Elternwille und individuelle Förderung am Nachmittag möglich ist. Mittagsverpflegung mit regionalen Produkten. Zudem sollen gemeinsam mit Gemeinden und Landkreis die Kindergartengebühren gesenkt werden.“

Weiterhin plant die CDU eine konsequente Umsetzung des Feuerwehrbedarfsplanes, die Modernisierung der Infrastruktur unter Beachtung der notwendigen Finanzausstattung und schnelles Internet in allen Gemeinden. Zudem sollen die Friedhöfe attraktiver gestaltet, alternative Bestattungsformen angeboten werden. Auch will die CDU die Seniorenarbeit in den verschiedensten Gruppen und Vereinen anerkennen und weiterhin für gute Rahmenbedingungen sorgen.

Grüne

Die Grünen wollen vor allem durch mehr Bürgerinformation die Demokratie stärken (siehe dazu www.GrueneSGI.de). Die weiteren Ziele: Schulwege sichern und den Samtgemeinde-Elternrat stärken; das Ganztagsschulangebot sowie die Busverbindungen zu den weiterführenden Schulen dem Bedarf anpassen. Doch auch ein solider Finanzhaushalt ist den Grünen wichtig. Zudem will die Öko-Partei einen Umweltbeauftragten wiedereinführen und die ökologischen Ausgleichsflächen kon­trollieren. Zugleich fordern die Grünen umfassenden Lärmschutz für Schiene und Straße. Weitere Motorsportveranstaltungen auf dem Gelände des Fahrsicherheitszentrums in Embsen lehnen die Grünen ab.

UWI

„Die UWI ist die Alternative zu den Volksparteien, ohne die politische Mitte zu verlassen“, sagt Stefan Mues aus Deutsch Evern. Gegründet von Bürgern der einzelnen Mitgliedsgemeinden war und bleibe es immer das Ziel, eine unabhängige und bürgernahe Kommunalpolitik vor Ort zu gestalten. „Unsere Schwerpunkte sind die Ganztagsschulen und der Breitbandausbau. Wir stehen für eine moderne Feuerwehr vor Ort, für die Unterstützung der örtlichen Vereine und den Erhalt einer lebenswerten Umwelt ein“, so Mues.

Die Linke

„Linke Politik setzt sich für alle Menschen ein, unabhängig von Geldbeutel oder Herkunft“, heißt es aus den Reihen der Ratsfrau Ria Nass. Dazu würden ausreichend beitragsfreie Kitaplätze benötigt. Modernisierung und Ausbau der Infrastruktur, insbesondere beim Internet hat die Linke ebenso auf der Agenda stehen wie die Ausstattung und Ausbildung der Feuerwehren. Zudem fordern die Linken ein attraktiveres ÖPNV-Angebot mit mehr direkten Verbindungen nach Lüneburg und innerhalb der Orte. „Anschieben wollen wir aber auch die Wiedereröffnung des Bahnhofes in Deutsch Evern.“ Bei den Orten sei auf ein maßvolles Wachstum zu achten.“

Bürgerliste

„Die Bürgerliste Ilmenau nimmt die Interessen aller Generationen in der Samtgemeinde wahr. Uns ist eine solide Haushaltspolitik, die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, sowie die kontinuierliche Verbesserung der Infrastruktur, wie Straßensanierung und Breitbandinternet wichtig“, sagt Sprecher Karsten Fuhrhop und weiter: „Wir wollen die Wirtschaftlichkeit und den Service von Kindergärten und Bauhöfen durch Zusammenfassung in der Samtgemeinde verbessern.“ Ein weiteres Anliegen sei die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die Haushaltspolitik dürfe nicht zu Lasten zukünftiger Generationen gehen. Die Dörfer der Samtgemeinde sollten aus Sicht der Bürgerliste als Lebens- und Erholungsorte erhalten bleiben.

Samtgemeindewahl

SPD: Günter Preikschas, André Schuler, Jan Aust, Henning Seumenicht, Peter Damas, Katharina Gonzales, Dieter Konrad, Barbara Beenen, Jürgen Dietze, Michael Knoop, Giesela Gliesche, Hendrik Staigis, Jan Heidelberg, Jens Heidmann, Paul Barkhaus, Detlef Ossarek-Bruns, Gitta Lenttner und Dirk Steinhoff
CDU: Ingrid Reinecke, Klaus Hübner, Ulrike Walter, Jörg Lietzke, Ulrich Müller-Menzel, Dieter Marquardt, Stephan Meyer, Karsten Albrecht, Hubert Ringe, Michael Hansen, Dirk Kant, Hans-Heinrich Biermann, Stefan Schulz und Christa Krüger
Grüne: Egbert Bolmerg, Hans-Joachim Danzenbächer, Peter Kuckat, Ralf Werner, Batja Schädel, Hans-Georg Kramer, Carsten Schoke, Dörthe Hannover und Andrea Szymanski
Die Linke: Ria Nass, Oliver Schulz, Sandra Schulz und Martin Nass
UWI: Bernd Wagner, Stefan Mues, Stefan Koch, Stephan Wisotzky, Martin Cohrs, Dirk Brinkmann, Wolfgang Gaußmann, Daniel Cerny, Günther Alexander Kaiser, Felix Rentsch, Carmen Frank, Johannes Michels
Bürgerliste: Karsten Fuhrhop, Tina Gräfin Vitzthum von Eckstädt, Maren OSullivan, Sonja Carstens, Ireen Kranz und Ilona Fuhrhop

Barnstedt

SPD: Ilka Buecher, Martin Schreiber und Jan Aust
CDU: Randolf von Estorff, Axel Schröder und Benjamin Brok
Grüne: Hans-Georg Kramer, Christina Mumm, Heiko Elster, Nele Jennert, Fridolin Opitz und Egbert Bolmerg
UWI: Hans-Georg Brümmerhoff, Hinrich Meyer, Dennis Prigge und Horst Spang

Deutsch Evern

SPD: Henning Seumenicht, Barbara Beenen, Katharina Gonzales, Gisela Gliesche, Hendrik Staigis, Severo Gonzales, Robert Kesslau und Detlef Ossarek-Bruns
CDU: Ulrike Walter, Jörg Lietzke, Christa Krüger, Michael Hansen, Charlott Remien, Hubert Ringe und Elke Hauschild
Grüne: Hans-Joachim Danzenbächer, Batja Schädel, Ralf Werner, Andrea Szymanski, Dörthe Hannover und Lars Hansen
Die Linke: Oliver Schulz und Sandra Schulz
UWI: Stefan Mues, Wolfgang Gaußmann, Stephan Wisotzky, Günter Alexander Kaiser und Carmen Frank

Embsen

SPD: Carsten Blanck, André Schuler, Hannes Sander, Peter Damas und Oliver Stumpf
CDU: Hans-Heinrich Biermann, Ingrid Reinecke, Dieter Marquardt, Stephan Meyer, Marten Könemann, Dietrich Hartig, Dr. Hans-Jürgen Völz und Thomas Konow
Grüne: Carsten Schoke und Barbara Göldner
Die Linke: Ria Nass und Martin Nass
UWI: Stefan Koch, Dirk Brinkmann, Felix Rentsch, Daniel Cerny, Johannes Michels und Kerstin Beyer

Melbeck

SPD: Günter Preikschas, Dirk Steinhoff, Jürgen Dietze, Michael Knoop, Dieter Konrad, Jens Heidmann, Jan Heidelberg, Gitta Lenttner und Paul Barkhaus
CDU: Klaus Hübner, Karsten Albrecht, Joachim Komander, Ulrich Müller-Menzel, Dirk Kant, Bernd Schulnies, Heinz Spieswinkel und Stefan Schulz
Grüne: Peter Kuckat, Hans Schülke und Sabine Schilling
UWI: Martin Cohrs, Heinz-Eckhard Meyer, Bernd Sabotta
Bürgerliste Ilmenau: Karsten Fuhrhop, Tina Gräfin Vitzthum von Eckstädt, Maren OSullivan, Sonja Carstens, Ireen Kranz und Ilona Fuhrhop