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Neue politische Gruppierungen und Bündnisse können die Machtverhältnisse in der Samtgemeinde Ostheide nach der Wahl  verschieben. Foto: t&w
Neue politische Gruppierungen und Bündnisse können die Machtverhältnisse in der Samtgemeinde Ostheide nach der Wahl verschieben. Foto: t&w

Hochspannung in der Ostheide

Von Klaus Reschke
Barendorf. 7829 wahlberechtigte Bürger in der Samtgemeinde Ostheide sind am Sonntag aufgerufen, an die Wahlurne zu gehen, um über die Politik für die nächsten fünf Jahre abzustimmen. Denn wichtige Themen gibt es in der Samtgemeinde auch für die nächste Legislaturperiode genug: Beispielsweise die Einrichtung von Ganztagsschulen in Neetze und in Barendorf, die Suche nach einer sinnvollen Nachnutzung der Jubi in Neetze, die Stärkung des ÖPNV oder die Verbesserung der Infrastruktur in der Samtgemeinde allgemein. Alles Aufgaben, die der neue Rat mit Sicherheit auf seiner Agenda stehen haben wird, die aber zu einem großen Teil nur in Zusammenarbeit mit den Mitgliedsgemeinden zu lösen sein werden.

Bislang stellen SPD und Grüne in der rund 10500 Einwohner großen Samtgemeinde Ostheide mit 14 Sitzen die Mehrheit, gefolgt von der CDU mit sieben Ratsmitgliedern und dem Bürgerforum mit drei Sitzen. Eines ist heute aber schon sicher: Bleiben wird es bei dieser Parteien-Konstellation nicht: Denn das Bürgerforum ist auf Samtgemeinde-Ebene in dem „Unabhängigen Bündnis Ostheide“ aufgegangen. Und in diesem Bündnis kandidieren nun auch altgediente Kommunalpolitiker, deren Namen vorher bei der SPD oder der CDU zu finden waren. Nicht nur Samtgemeindebürgermeister Norbert Meyer (SPD) wird daher gespannt den Ausgang der Wahl am Sonntagabend beobachten.

Spannend wird es auch in den Gliedgemeinden: Wendisch Everns Bürgermeister Raymond Cuypers (CDU) etwa zieht sich komplett aus der Kommunalpolitik zurück. Jetzt also müssen anderere ran. Ob der künftige Bürgermeister ein Roter oder ein Schwarzer wird, entscheidet am Sonntag der Wähler.

Einen neuen Bürgermeister wird es auch in Neetze geben. Heinz Hagemann (SPD) hört als Gemeindeoberhaupt ebenfalls auf. Ganz aus der Politik will er sich aber nicht verabschieden. Sein Name findet sich also noch einmal auf dem Wahlzettel — auf Platz 11.

Dafür will es in Barendorf Bernd Hein noch einmal wissen: Gut 20 Jahre war der Sozialdemokrat Bürgermeister der größten Gemeinde in der Samtgemeinde Ostheide. Bei der letzten Kommunalwahl allerdings verlor er gegen Kay Benson vom Bürgerforum, der seitdem als Bürgermeister die Geschicke der Gemeinde führt. Und geht es nach Benson, soll das auch so bleiben.

Die Politik in Reinstorf hatte in den vergangenen Wochen und Monaten ordentlich für Schlagzeilen gesorgt: Grund waren die Querelen innerhalb der SPD, die dazu führten, dass Burkhard Bisanz (SPD) vom Amt als Bürgermeister zurücktrat — und mit ihm eine Reihe weiterer SPD-Ratsmitglieder. Jetzt ist Marion Brohm (CDU) Bürgermeisterin und will es nach Möglichkeit auch bleiben. Mit Spannung erwartet wird aber auch das Abschneiden der Liste „Gemeinsam für die Gemeinde Reinstorf“, die sich nach den Querelen neu gegründet hat. Und in der nun auch ehemalige SPD-Mitglieder kandideren.

In Thomasburg möchte Dieter Schröder (SPD) weiterhin Bürgermeister bleiben. Ob ihm die Wählergemeinschaft Thomasburg (WGT) oder der Kandidat der Linken da einen Strich durch die Rechnung machen, muss der Wähler am Sonntag entscheiden.

Genauso wie in Vastorf, wo Peter Lade (SPD) erneut seinen Hut in den Ring wirft, um als Bürgermeister wiedergewählt zu werden.

Vorab hat die LZ die Parteien und politischen Gruppierungen auf Samtgemeindeebene gebeten, ihre wichtigsten Ziele zu skizzieren:

SPD

„Die Bildung und Betreuung unserer Kinder von der Krippe bis zur Grundschule liegen uns besonders am Herzen. Das lebendige dörfliche Miteinander, die Vereine, die Feuerwehren und Jugendtreffs sollen gefördert werden“, sagt SPD-Ortsvereinsvorsitzende Martina Habel: „Den Dörfer-Bus wollen wir erhalten und Initiativen für bezahlbaren, alters- und familiengerechten Wohnraum unterstützen. Unser Ziel ist eine gute Integration der Flüchtlinge in der Ostheide. Die Weichen für ein schnelles Internet für alle Haushalte und Betriebe haben wir gestellt.“ Der nachhaltige Schutz von Mensch, Natur und Umwelt sei Grundlage bei allen Entscheidungen.“

CDU

„Die CDU wird sich in den kommenden fünf Jahren für ein kostengünstiges und leistungsfähiges Internet und den Bau von altersgerechten Wohnungen sowie Pflegeeinrichtungen einsetzen“, verspricht CDU-Ortsverbandsvorsitzender Karsten Johansson. „Für junge Familien möchten wir durch moderate Ausweisung von Baugebieten Wohnraum schaffen, die Grundschulstandorte sichern sowie die Kinderbetreuung ausbauen. In den Dörfern wollen wir die Freiwilligen Feuerwehren und das ehrenamtliche Engagement stärken. Hierzu zählt auch das Einbinden zugewanderter Neubürger.

Grüne

„Wir wollen mehr Umweltschutz und eine gute Energiepolitik. Wir stehen für mehr Überwachung der Ausgleichsflächen, für Entsiegelung und weniger Flächenverbrauch sowie den Erhalt der Wegeseitenräume. Bei Neubau ist energetische Innovation mithilfe des örtlichen Handwerkes gefragt. Wir stehen zu Wind- und Solarenergie. Fracking lehnen wir ab! Der ÖPNV muss gestärkt werden, Rad- und Fußverkehr im Ort Vorfahrt haben. Ganztagsangebote in Schulen, sowie Familienzentrum o.ä. in der JuBi stehen auf der sozialen Agenda“, skizziert Petra Kruse-Runge die Ziele der Grünen.

UBO

„Wir sind unabhängig von Parteien mit 100 Prozent Einsatz für die Ostheide“, verspricht Dr. Elize Bisanz, Sprecherin des Unabhängigen Bündnisses Ostheide (UBO). „Die Bedürfnisse der Menschen in der Ostheide bestimmen unsere Prioritäten. Wir wollen transparente Entscheidungsprozesse in der Verwaltung und in den Gemeinden durch digitale und Printmedien sowie durch Einbeziehen von Bürgerexperten und Vereinsvertretern in Gremien der Samtgemeinde.“

Weiter will Bisanz: „Senioren- und jugendgerechte Busverbindungen, Glasfaser bis ans Haus, gebührenfreies Mittagessen in Grundschulen, Förderung von Konzepten zum Mehrgenerationenwohnen und der Elektromobilität, Investitionen in Krippen, Feuerwehren und in kulturelle Angebote. Außerdem sollen die Schulstandorte erhalten bleiben.“

Samtgemeinde Ostheide

SPD: Brigitte Mertz, Peter Lade, Martina Habel, Stefan Klautzsch, Axel Muth, Wolfgang Seitz, Monika Quade, Dr. Heidemarie Apel-Schmelter, Hans-Jürgen Riechert, Ulrich Sander, Prof. Dr. Norbert Schläbitz, Stefan Vogel, Claudia Schoo, Wolfgang Strohmeier, Friedrich Decker, Dieter Schröder, Heinz Hagemann und Bernd Hein.
CDU: Karsten Johansson, Thomas Bieler, Sina Koch, Clemens Leder, Klaus Soetbeer, Andrea Schütte, Heinrich Jürgen Steinhauer, Joern Krumstroh, Gudrun Brunhild Teickner, Rolf Osterhoff, Jürgen Stöckmann, Jens Goldbach, Henning Schmidt, Malte Jahncke, Jens Könke, Christian Benecke
Bündnis 90/ Die Grünen: Petra Kruse-Runge, Michael Böhme, Rolf-Bernd Zantop und Henning Wille
Unabhängiges Bündnis: Rudibert Götzenberger, Karsten Reich, Kai-Erik Friese, Rudolf Giera, Dr. Elize Bisanz, Hans-Jürgen Schulze, Ingo Zenk, Ricarda Meyer-Moritz, Eckhard Bostelmann, Ina Zenk, Richard Stegen, Franko Moeller, Stefan Leven, Frank Maruhn und Kay Benson

Barendorf

SPD: Bernd Hein, Regina Wollschläger, Ralf Ballay, Kirsten Rappard, Siegfried Kubiak, Frauke Labeth, Hans-Jürgen Riechert, Nina Kautz, Frank Friedrichs, Jörg Pape, Friedrich Decker
CDU: Jens Könke, Olga Appelhans, Thuy Bretzke, Joern Krumstroh, Thomas Bieler, Wolfgang Reddig
Grüne: Herwig Dumjahn
Bürgerforum Barendorf: Kay Benson, Melitta Münzel, Ina Zenk, Rudolf Giera, Werner Ratz, Michael Koeppen, Rudibert Götzenberger, Ingo Zenk, Franko Moeller, Sabine Götzenberger, Andreas Hertel

Neetze

SPD: Monika Quade, Wolfram Puffahrt, Tanja Ehrlich, Thomas Brendemühl, Frank Steckelberg, Stefan Vogel, Hartwig Meyer, Maik Peyko, Matthias Wegscheider, Ulrich Sander, Heinz Hagemann
CDU: Karsten Johansson, Jens Strampe, Eva-Maria Freifrau von Richthofen, Marco Cassol, Olga Krasawin, Michael Schulze, Andrea Schütte
Grüne: Petra Kruse-Runge
Unabhängige Wählergemeinschaft Neetze: Hans-Jürgen Schulze, Eckhard Bostelmann, Kai-Erik Friese, Iris Holzmann, Carsten Tschentscher, Susanne Meier, Hans-Jürgen Riediger, Ingrid Schalwat, Karl-Heinz Oldenburg, Sascha Kriz, Lukas Wick, Daniel Lüdemann

Reinstorf

SPD: Martina Habel, Claudia Schoo, Marion Brauhardt, Karlheinz Habel
CDU: Marion Brohm, Klaus Soetbeer, Rolf Osterhoff, Malte Jahncke, Heike Morié, Karola Soetbeer, Uwe Hammann
Grüne: Rolf-Bernd Zantop, Margret Andresen
Gemeinsam für die Gemeinde Reinstorf: Karsten Reich, Frank Maruhn, Christian Soetebeer, Richard Stegen, Dr. Elize Bisanz, Ricarda Meyer-Moritz, Iris Meyer, Marie-Christin Liersch, Monika Leven, Peter Moldenhauer, Lothar Schmidt, Heinrich Schröder

Thomasburg

SPD: Dieter Schröder, Peter Haase, Dieter Schulz, Wolfgang Strohmeier, Alexander Ramisch, Regina Könnecke, Jonas Kalauch, Carsten Meinke, Andreas Siegfried, Hannes Meyer, Nico Viezens, Ulrike Keller und Axel Muth
Linke: Manuel Joost
WGT: Kay Scheil, Sina Koch, Guido Rathsack, Corinna Mews, Cord Harms, Joachim Fürst, Henning Schmidt und Heinrich Jürgen Steinhauer

Vastorf

SPD: Peter Lade, Frauke Schachtschneider, Hans-Günter Meyer, Herbert Wulf, Marvin Oswald, Marko Kammlodt
CDU: Jürgen Stöckmann, Dörte Willenbockel, Karsten Halbensleben, Kerstin Engel-Brohm, Halvard Stöckmann
Bündnis 90/Die Grünen: Henning Wille, Norbert Pinz, Franziska Wille, Jan Retzlaff

Wendisch Evern

SPD: Stefan Klautzsch, Svenja Arndt, Jens Lehmann, Rainer Leppel, Dr. Maria Rauen, Joachim Sellschopp, Prof. Dr. Norbert Schläbitz, Dr. Heidemarie Apel-Schmelter und Martin Peters
CDU: Clemens Leder, Stefanie Mendel, Christian Hauschildt, Christian Striepe, Hagen Richter, Gudrun Teickner, Christian Benecke, Barbara Onken und Torben Mendel