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Pohlmann
"Ich bin reifer geworden und konsequent - aber nicht erwachsen!"
Drei Jahre lang hat sich POHLMANN mit „König der Straßen“ Zeit gelassen – eine wichtige Phase für ihn, um sein Leben neu zu ordnen, sich weiter zu entwickeln, und auch, um sich von künstlerischem und emotionalem Druck zu befreien. So führte ihn sein Weg wieder in die Heimat Hamburg - eine sichere Basis, von der aus es leichter fiel, andere Wege zu beschreiten und einen neuen Anfang zu wagen. Um das Pohlmann-Live-Erlebnis auf CD zu bannen, hat sich Ingo auf seinem neuen Album auch das ein oder andere Mal für die E- und gegen die Akustik-Gitarre entschieden, was sich als sehr befreiend für ihn erwiesen hat und den Fans sicher Freude machen wird. Thematisch dreht sich „König der Straßen“ und insbesondere die erste Single „Für Dich“ um Liebe, Freundschaften, die Irrungen undWirrungen des Lebens nicht ohne das pohlmanntypische Augenzwinkern. Im exklusiven Interview mit dem und war voller Vorfreude auf seine neue Platte „König der Straßen“ und die anstehende Tournee durch Deutschland. Am 8. November steht der 38-jährige Sänger und Songwriter um 20.00 Uhr im Vamos auf der Bühne und will mit seinen neuen und alten Songs nicht nur die weiblichen Fans entzücken.
CLEVERmagazin: „König der Straßen“, der Name des neuen Albums überrascht – Fühlen Sie sich als König der Straßen?
Ingo Pohlmann: Das neue Album ist sehr persönlich – ob ich mich so fühle? Keine Ahnung, auf jeden Fall ist jeder der 12 Songs auf „König der Straßen“ ein Teil von mir. Es hat über drei Jahre gedauert dieses Album zu produzieren und es gab dabei viele Höhen und Tiefen. Herausgekommen ist die beste Platte, die ich je gemacht habe. Ich bin stolz auf das endgültige Werk.
CLEVERmagazin: Vieles auf dem Album klingt sehr persönlich und melancholisch – warum?
Pohlmann: Diese Platte musste wachsen und in mir reifen. Ihre Geschichte kann man als schwierig bezeichnen. Eigentlich war sie schon vor knapp zwei Jahren fertig, ich damit aber nicht glücklich. Dann haben wir 80% davon wieder verworfen – danach war eine Auszeit auf Bali angesagt. Ich musste mit mir ins Reine kommen. Dann habe ich meinen neuen Produzenten Ralf Meyer kennengelernt und wir haben angefangen zu produzieren. Bei mir hatte sich Routine eingeschlichen, ich war aber auf der Suche nach neuen Dingen. „König der Straßen“ ist poppiger und Gitarren spielen eine größere Rolle – aber es stimmt, meine Songs spiegeln meine derzeitige Verfassung wider, aber fast alle nehmen ein gutes Ende.
CLEVERmagazin: Die erste Single-Auskopplung heißt „Für Dich“ und läuft derzeit im Radio rauf und runter. Welche Empfindungen kommen beim Hören des eigenen Songs in Ihnen hoch?
Pohlmann: Ich bin erst mal froh, dass ich überhaupt gespielt werde. Es freut mich natürlich, dass ich scheinbar richtig gelegen habe in den drei Jahren der Unwissenheit, in der wir produzierten. „Für Dich“ ist schon ein besonderes Lied, in dem ich alles so singe, wie ich es meine – der Song ist schon sehr intim.
CLEVERmagazin: In „Selbstverliebt“ nehmen Sie sich, Ihre egozentrische Seite, aber auch die gesamte Musikbranche auf´s Korn – beißen Sie damit nicht die Hand, die Sie füttert?
Pohlmann: Das glaube ich nicht! Es gibt aber Phasen, da findet man sich nicht gerade so toll – ich suche mir dann immer jemanden, den ich noch blöder finde und schon bin ich fein raus. Aber im Ernst, auch bei uns Musikern ist nicht immer alles toll. Neid und Missgunst spielen auch hier eine nicht kleine Rolle.
CLEVERmagazin: Welche Botschaft hat „König der Straßen“?
Pohlmann: Gar keine, aber jeder einzelne Song darauf hat eine Botschaft.
CLEVERmagazin: Sie sagten vor der Veröffentlichung Ihres letzten Albums „Fliegende Fische“, Sie seien absolut konsequent – ist das als Musiker, der davon lebt Platten zu verkaufen und Konzerthallen zu füllen, nicht etwas schwierig? Immerhin geht es auch um Kommerz...
Pohlmann: Ich versuche mich immer zu geben, wie ich wirklich bin. Kommerzielle Musik und sich dabei selbst zu verwirklichen, ist nicht unmöglich. Sagen wir mal so: Ich war immer konsequent, konnte mich aber lange Zeit nicht durchsetzen. Dann gab es da aber den einen oder anderen intelligenteren Mitstreiter, dem ich mich ausgeliefert habe. Und es war nicht zu meinem Schaden. Ich weiß aber immer stärker, was ich will und schlage durchaus Angebote meiner Plattenfirma aus, weil ich mich damit nicht identifizieren kann. Ich bleibe mir treu, allerdings nicht ohne Kompromisse einzugehen – würde ich dies nicht tun, wäre ich isoliert.
CLEVERmagazin: Ihre Live-Auftritte haben den Ruf, außergewöhnlich zu sein und lösen unter den Besuchern eine „Pohl-Mania“ aus. Gibt es ein Geheimnis dafür?
Pohlmann: Eigentlich nicht. Meine Bandjungs und ich haben kein besonderes Ritual. Allerdings haben wir auch keine Standards, jedes Konzert ist unterschiedlich. Live zu spielen, ist für uns immer etwas Besonderes.
CLEVERmagazin: Live gibt es aber auch die größten Pannen...
Pohlmann: Andersherum ist es aber noch schlimmer. Mein einziger Playback-Auftritt im Deutschen Fernsehen endete mit einem Fiasko, denn da hat mir ein Kameramann bei einer live übertragenen Sonntagmorgensendung mit der Kamera das Mikro aus der Hand geschlagen. Da wären wir wieder bei Kompromissen... Ich wollte live singen.
CLEVERmagazin: Wie lautet Ihr Lebensmotto?
Pohlmann: Ich schaue immer nach vorn. Man muss das Feuer immer lodern lassen, es darf nie ausgehen. Ohne dieses Motto wäre „König der Straßen“ nie fertiggestellt worden und könnte am 17. September nicht erscheinen.
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