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Family Business
Pastor Dr. Frank Mertin aus Deutsch Evern
Wer sich den Alltag eines Pastoren anschaut, merkt schnell, dass er aus vielen Aufgaben und wenig freien Zeitfenstern besteht. In der Woche stehen zahlreiche Gespräche, Vorbereitungen und wichtige Termine wie z. B. Beerdigungen an, am Wochenende Hochzeit und der sonntägliche Gottesdienst mit anschließendem „Come together“ im Gemeinderaum. Ein Familienmensch wie Dr. Frank Mertin muss sich daher bewusst Nischen schaffen, in denen er ausschließlich für seine Frau Annet und die beiden Kinder Lea und Nele da sein kann. „Wenn wir einen Nachmittag etwas unternehmen können, fahren wir gerne nach Hamburg oder machen eine ausgedehnte Fahrradtour.“
Denn in seiner Gemeinde Deutsch Evern, wie auch in Lüneburg und direkter Umgebung fühlt sich der 43-Jährige selbst in seiner Freizeit für Menschen, die ihn vertrauensvoll ansprechen, verantwortlich. „Als Pastor ist man eigentlich immer im Amt – auch in der Badehose.“ Trotz Terminstress mit zahlreichen wichtigen Aufgaben – das gemeinsame Frühstück ist für Familie Mertin die wesentliche Basis für einen gelungenen Tag. „Ich decke den Tisch immer mit einer gewissen Sorgfalt, damit auch das Auge sich am Essen erfreuen kann.“ Annet Mertin hält ihrem Mann aber nicht nur im Haushalt den Rücken frei. „Unser Haus ist stets offen für Gemeindemitglieder wie auch Freunde, die uns besuchen kommen.“ Die durch einen Flur getrennte Nähe zu den Räumlichkeiten der Kirchengemeinde ist für die Familie angenehm und wünschenswert. Pastor Mertin erklärt: „Der Zwischenraum ist wie ein Scharnier, das meine Arbeit und mein Privatleben verbindet.“
Auch Lea und Nele genießen ihre Rollen als Töchter eines Vaters, den jeder im Ort kennt und schätzt. „Papas Job ist cool“, sagt Lea, die gerade von der Grundschule in die 5. Klasse der Realschule Embsen gewechselt hat. „Wenn man mit ihm die Straße entlanggeht, sind die Leute viel netter, als wenn man einfach so dort gehen würde.“ Bereits schon heute fühlt sich die Neunjährige für die Bürger um sie herum mit verantwortlich. Mutter Annet: „Eine ältere Dame erwähnte einmal beim Kirchen-Café, dass sie sich etwas mehr Kontakt zu anderen Personen wünschen würde. Seitdem besucht Lea sie zwei- bis dreimal die Woche nach der Schule.“ Die fünfjährige Nele mag vor allem den Gottesdienst, den ihr Papa gestaltet. „Er liest immer schöne Geschichten vor.“ Dass diese bleibenden Eindruck hinterlassen, beweist folgende kleine Anekdote, an die sich der stolze Vater gerne erinnert: „Lea war erst zwei oder drei, da stand sie schon im Sandkasten mit einem aufgeschlagenen Buch in der Hand und rezitierte: „Liebe Gemeinde...“.
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