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Von Joachim Zießler

Temperatur-Tusch für Trump

Man könnte es für einen zynischen Akkord zur Amtseinführung von Donald Trump halten, dabei ist es nichts als unbestechliche Physik: 2016 hat die beiden Vorjahre als bisher wärmste Jahre, seit Menschen messen, abgelöst. Die Daten stammen zwar aus amerikanischen Quellen, der US-Klimabehörde NOAA sowie der NASA, doch das wird Klimawandel-Leugner Trump nicht daran hindern, weiter an eine chinesische Verschwörung zu glauben.
Tatsächlich drehten dieses Jahr El Niño und vor allem der menschgemachte Klimawandel so stark am Thermostat, dass wir der 1,5-Grad-Linie, bis zu der die Klimaerwärmung noch als beherrschbar gilt, schon verdammt nahe kommen. Der neue US-Präsident scheint alles geben zu wollen, damit die Erde schneller die Kipp-Punkte erreicht, die ein Abschmelzen des Grönlandeises und ein Auftauen der Tundra erreicht, die das Klima ins Chaos stürzen würden.
"America first", so wie Trump es versteht, läuft auf die Wiederaufnahme eines rücksichtslosen Raubbaus an der Natur hinaus. Aber vermutlich würde er sogar einen "Trump-Effekt" in den Temperaturkurven als Bestätigung seines übergroßen Egos verstehen.