• Hochschule

Diplom-Umweltwissenschaftler Oliver Opel über Treibgase, Lösemittel und Farbpigmente

Gefahr aus der Dose

Der Diplom-Umweltwissenschaftler Oliver Opel, der als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Ökologie und Umweltchemie der Leuphana tätig ist, klärt Startwochenzeitungs-Redakteurin Alexandra Eicher über die Risiken und Nebenwirkungen des Sprayens auf.

 

LSZ: Herr Opel, schadet Sprayen der Gesundheit?


Oliver Opel: Sprühdosen enthalten höherkettige Lösemittel und Farbpigmente. Diese können über die Haut in den Körper eindringen. Die Lösemittel und insbesondere die teilweise schwermetallhaltigen Farbpigmente sind gesundheitsschädlich, können beispielsweise Krebs auslösen oder zu Hautirritationen führen. Darum sollten Personen, die damit in Berührung kommen, ihre Haut bedecken.

 

LSZ: Deshalb auch der Mundschutz?

 

Opel: Der schützt teilweise gegen den feinen Sprühnebel. Farbpigmente kommen zwar nicht durch, Lösemittel hingegen schon und sie können krebserregend sein. Sprayen unter freiem Himmel ist besser als drinnen, die Teilchen verteilen sich weiträumig in der Luft.

 


LSZ: Das wird dann zum Problem für die Umwelt, oder?

 


Opel: Nein, es ist vielmehr eine Gefahr für den Sprayer. Zum Umweltproblem wird das Sprayen nicht in erster Linie wegen der Farbpigmente oder Lösemittel. Diese können als sogenannte leichtflüchtige Kohlenwasserstoffe jedoch zum Sommersmog (bodennahes Ozon) beitragen und die Umwelt belasten. In Verruf geraten sind die Sprühdosen insbesondere wegen der Treibgase, die den Stoff aus der Spraydose heraus befördern.

 


LSZ: Das waren früher Fluorchlorkohlenwasserstoffe, kurz FCKW. Warum wurden die eigentlich verboten?

 


Opel: FCKW belasten das Klima und haben alle Ozonlöcher der Erde ausgelöst, wie das über dem Südpol. Fatal dabei ist, dass ein Chlor-Atom eines FCKWs wie ein Katalysator wirkt: Es reagiert mit bis zu 2000 Ozonmolekülen, wan- delt sie in Sauerstoff um und geht unbeschadet aus der Reaktion heraus, um in der gleichen Weise weitere Ozonmoleküle abzubauen. Aber: Ist die Ozonschicht verdünnt, gelangt mehr UV-Strahlung auf die Erde, und das verursacht Hautkrebs.

 


LSZ: Welche Treibmittel werden heutzutage in Spraydosen eingesetzt? Gibt es eine ökologische Alternative?

 

Opel: Propan und Butan sind weniger problematisch als FCKW. Das sind Kohlenwasserstoffe, die im Erdöl und Erdgas enthalten sind. Sie tragen nicht zum Abbau der Ozonschicht bei, da sie keine Chloratome besitzen. Allerdings sind sie leicht entzündlich. Propan und Butan kennt man zum Beispiel als Campingkocher-Gas.

Mehr zum Thema

05.10.2009
DIESEN ARTIKEL>>   
BEWERTEN>>
  • Kommentare (0)
Heute

4 - 12

Morgen

6 - 16

Suche

DAX-Chart

Magazine der Landeszeitung

Flash ist Pflicht!

Kommentare

Nach 6 Jahren Leuphana...

(Gast) Student
.. bin ich doch nicht gegen Veränderung, wenn ich...

mehr 20.04.2012--16:49

finaler Denkfehler

(Gast) Benedikt XXVII
Ob Konsens in einer Demokratie wichtiger ist als...

mehr 20.04.2012--07:30

Demokratie lebt nicht vom Konsens

(Gast) Student
Was für ein fatales Demokratieverständnis!...

mehr 19.04.2012--22:01

Demokratie lebt nicht vom Dagegensein, sondern vom Konsens!

(Gast) Benedikt XXVII
So macht man Demokratie kaputtt! Lieber...

mehr 19.04.2012--19:14

Wo bleibt die Entschuldigung?

(Gast) Benedict
Wenn eine Wahl mit Rechtsunsicherheit verbunden...

mehr 19.04.2012--14:47