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Lüneburgs Leuphana-Spitze bringt vor Landtagsdebatte Dossier in Umlauf

Kampagne gegen Keller?

jj Lüneburg. Heute ist Leuphana-Stunde im Niedersächsischen Landtag. Abgeordnete bohren nach wegen des rund 58 Millionen Euro teuren Zentralgebäudes der Uni Lüneburg. Wissenschaftsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka selbst steht Rede und Antwort, weil sie den Ruf der Uni in Gefahr sieht durch Vorverurteilungen. Hintergrund der Fragestunde in Hannover ist ein kritischer Bericht des Landesrechnungshofes, der viele Fragen aufgeworfen und große Wellen in den Medien geschlagen hat.


Gestern reagierte die Uni mit einem dicken Dossier. Quintessenz: Alles haltlos, grundlos und altbekannt - und mit Absicht. Das Papier wurde an den Stiftungsrat verschickt. Im Anschreiben wird der Verdacht laut, der vertrauliche Bericht des Landesrechnungshofes sei öffentlich gemacht worden, um die zweite Amtszeit von Uni-Präsident Sascha Spoun und Vize Holm Keller doch zu verhindern. Wie berichtet, sieht der Landesrechnungshof die Finanzierung des Baus nach Ideen des Architekten Daniel Libeskind weiter als nicht gesichert an, zweifelt an Verkaufserlösen von Uni-Liegenschaften und Kalkulationen. Uni-Vize Keller wird durch seine privatwirtschaftlichen und beruflichen Ambitionen gar mit dem Korruptionsverdacht konfrontiert. Dies sei "durch nichts belegt", heißt es im Schreiben an den Stiftungsrat, und "unverantwortlich".



Im Leuphana-Dossier wird Position für Position jede Ungereimtheit, die der Rechnungshof aufwirft, aus Sicht der Uni widerlegt. Die Finanzierung wird als sicher dargestellt. Es bestehe sogar eine "Risikovorsorge" von 2,6 Millionen Euro.

17.09.2011
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  • Kommentare 2

Nur selten schluchze ich beim Leser der vielfältigen Artikel. Aber nun schüttelt es mich schon seit heute morgen in Wellen durch, wie überaus bitter mit dem hochdotierten Holm umgagangen wird. Nein, nein, heir wird ein kompetenter Mitstreiter im Unipräsidium, der sich wirklich den Allerwertesten aufzureißen scheint, an den Schandpfahl gebunden und beschipft. Nie, nie soll jemand glauben, er hätte auch nur die allerkleinste Verbindung zu Rheinzink gehabt. Rhein sei da sein Herz. Und wenn man schon so einen durchaus kompeten Architekten zufällig, aber auch wirklich zufällig im Hause beschäftige, so darf man ihn doch in seiner uneigennützigen Kreativität nicht unterdrücken. Also, Rechnungshof, Architektenkammer und alle Mit-Querulanten: Klappe halten!

... haben Sie, einen ganz wichtigen "link" auf Ihrer gehaltvollen Themenliste: http://gutenberg.spiegel.de/buch/1227/114 Gerne darf man die Geschichte als Gleichnis lesen, sollte aber beachten, dass nicht so sehr die "Stimme der Unschuld", die es ja gar nicht gibt, die Tragödie offenbart, als vielmehr die todtraurige Selbstverpflichtung ganz am Ende: >>"Aber er hat ja gar nichts an!" rief zuletzt das ganze Volk. Das ergriff den Kaiser, denn das Volk schien ihm recht zu haben, aber er dachte bei sich: ,Nun muß ich aushalten.' Und die Kammerherren gingen und trugen die Schleppe, die gar nicht da war.

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