- Hochschule
Auf die Stimmung kommt es an: Marc Lerche von der Werbeagentur ScholzFriends gibt Profi-Tipps
So weit die Story trägt
Atmosphäre ist wichtig, erklärt Marc Lerche, 34, Executive Producer bei Scholz&Friends Corporate Broadcasting, dem Startwochenzeitungs-Redakteur Jonas Bothe:
"Derjenige, der den Film macht, sollte Kreativität und viel Neugierde mitbringen. Toll ist es doch, wenn der Zuschauer Dinge erfährt, mit denen er vorher nicht gerechnet hätte. Genau dadurch wird ein Film zu etwas Besonderem.
Erzählerisch sollte man vermeiden, aus dem Film ein abstraktes Kunstwerk zu machen. Er sollte leicht zu verstehen sein und vor allem die Stimmung rüberbringen, die das portraitierte Kunstwerk vermitteln möchte. Neben einer technischen guten Umsetzung ist also Atmosphäre sehr wichtig. Man sollte sich nicht nur darauf konzentrieren, das Kunstobjekt möglichst präzise abzufilmen, sondern auch erzählen, wie es sich anfühlt. Das gelingt am besten im Gespräch mit Passanten - im idealen Fall erzählt der Künstler sogar selbst, was er sich bei seinem Werk gedacht hat.
Ein typischer Anfängerfehler liegt darin, dem Zuschauer nicht klar zu machen, wer im Film gerade spricht. Das ist wichtig für die Orientierung - man sollte deshalb den Namen der Interviewten einblenden oder sie bitten, sich kurz vorzustellen. Einen "rasenden Reporter" ins Bild zu stellen, ist eine klassische, aber nicht besonders einfallsreiche Lösung. Ich finde es schöner, wenn die Filmemacher im Hintergrund bleiben. Dann sollte man aber bei Interviews darauf achten, dass der Gefragte in ganzen Sätzen antwortet, die auch ohne die Frage des Reporters inhaltlich zu verstehen sind.
Ein weiterer Anfängerfehler entsteht oft durch zu viel Schwenken und Zoomen. Mein Rat: Verzichtet eher darauf. Besser ist es, eine interessante Totale der Szene zu filmen und diese später mit vielen schönen Nah- und Detailaufnahmen zu unterschneiden.
Die Erstsemester sollten außerdem ein Gefühl dafür entwickeln, wie lange ihre Story "trägt". Die klassische Beitragslänge im Fernsehen ist 1:30 Minuten. Meiner Meinung nach sollte man das nur überziehen, wenn es das Material hergibt - im Internet ist die Aufmerksamkeitsspanne für Clips ja doch eher begrenzt. Ein interessanter Einstieg hilft, dass die Zuschauer nicht schon nach den ersten Sekunden wegzappen.
Dass man sich einem Thema in Teams widmet, ist sehr hilfreich. Denn: So muss jede Idee von Anfang an sehr präzise formuliert werden. Ich empfehle, die Rollen im Team klar zu verteilen. Einer kümmert sich um die Bilder, der zweite um die Inhalte und die Organisation vor Ort, und der dritte kümmert sich um den Ton. Wenn jeder mal die Kamera hält, hat man schlimmstenfalls am Ende drei verschiedene Filme.
Es ist übrigens bei einem solchen Projekt ganz normal, dass man sich als Gruppe erst finden muss und auch einmal aneinandergerät. Es ist gut, am Anfang erst einmal um die besten Ideen zu kämpfen - manchmal kann man sich dabei durchsetzen, manchmal eben auch nicht. Das Wichtigste ist dann, nicht sofort frustriert zu sein und die Idee, auf die man sich verständigt hat, trotzdem zu verfolgen. Das gehört zum guten Teamplay.
Und noch ein konkreter Tipp: Bewusst drehen. Wenn man vier Stunden Material hat, hilft das niemandem. Besser, man bespricht sich vorher mit den Kollegen und dreht dann genau das, was gebraucht wird.
- Kommentare (0)
Heute
4 - 12
Morgen
6 - 16
Suche
Anzeige
Magazine der Landeszeitung
- Flash ist Pflicht!
Kommentare
Nach 6 Jahren Leuphana...
(Gast) Student
.. bin ich doch nicht gegen Veränderung, wenn ich...
mehr 20.04.2012--16:49
finaler Denkfehler
(Gast) Benedikt XXVII
Ob Konsens in einer Demokratie wichtiger ist als...
mehr 20.04.2012--07:30
Demokratie lebt nicht vom Konsens
(Gast) Student
Was für ein fatales Demokratieverständnis!...
mehr 19.04.2012--22:01
Demokratie lebt nicht vom Dagegensein, sondern vom Konsens!
(Gast) Benedikt XXVII
So macht man Demokratie kaputtt! Lieber...
mehr 19.04.2012--19:14
Wo bleibt die Entschuldigung?
(Gast) Benedict
Wenn eine Wahl mit Rechtsunsicherheit verbunden...
mehr 19.04.2012--14:47


