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Kreistagsmehrheit will Situation der Pendler im Ostkreis verbessern

Rot-grüne Pläne an der Elbe: eine Gesellschaft, zwei Fähren

ml Bleckede/Neu Darchau. Den Aufschrei der Brückenbefürworter hat Franz-Josef Kamp bereits in den Ohren. Gleichwohl sagt der SPD-Fraktionschef im Lüneburger Kreistag: "Für die geplante Elbbrücke bei Neu Darchau ist unser Vorstoß unschädlich." Bereits zur Kreistagssitzung am 5. März wird die rot-grüne Mehrheit beantragen, die "Fährverbindungen über die Elbe zu optimieren". Ziel ist die Gründung einer gemeinsamen Gesellschaft für die Fähren in Neu Darchau und Bleckede.

 

Die Verhandlungen führen soll Landrat Manfred Nahrstedt. Während die Fähre "Amt Neuhaus" in Bleckede dem Landkreis Lüneburg gehört und an Fährfrau Petra Wilhelm verpachtet ist, unterhält die Gemeinde Neu Darchau den Eigenbetrieb "Fähre Tanja". Ihre Fühler ausgestreckt hat die Lüneburger Verwaltung zwar noch nicht, gleichwohl hat es offenbar erste Gespräche auf politischer Ebene gegeben. Denn parallel zum rot-grünen Vorstoß aus Lüneburg teilte gestern der SPD-Chef im Gemeinderat Neu Darchau, Klaus-Peter Dehde, mit, dass sich seine Fraktion dazu entschlossen habe, "einen erneuten Anlauf zur Verbesserung der Fährverbindungen über die Elbe zu unternehmen". Dafür sollen auch "Kooperationsmöglichkeiten ausgelotet werden".

 

Zurückhaltend reagierte auf LZ-Anfrage dagegen Neu Darchaus Bürgermeister Ralf Hinneberg (Bürgerliste Neu Darchau). "Sollte es eine Anfrage geben, werden wir sie prüfen", sagte Hinneberg, nannte die Pläne im gleichen Atemzug jedoch "eigenartig". Denn als der Bleckeder Fährbetrieb 2004 neu ausgeschrieben wurde, hatte sich auch die Gemeinde Neu Darchau beworben, wollte "Amt Neuhaus" und "Tanja" unter einer Flagge fahren lassen. "Eine Antwort haben wir nie erhalten", so Hinneberg.

 

Unterdessen macht Brückengegner Dehde weiter Front gegen das Projekt. Kamp hingegen will den rot-grünen Antrag aus Lüneburg nicht als Angriff auf die Brückenpläne verstanden wissen. "Ich werde mich weiter für eine feste Elbquerung einsetzen", sagt der Dahlenburger.

 

Allerdings will er nicht warten, bis eine Brücke für eine bessere Anbindung der rechtselbischen Gemeinde Amt Neuhaus an das übrige Kreisgebiet sorgt. "Die Menschen brauchen jetzt eine bessere Verbindung, nicht erst in zehn Jahren." Vor 2018 werde es keine Querung geben - zu erwartende Klagen und anderweitige Verzögerungen nicht eingerechnet. Daher müsse der Fährbetrieb optimiert werden. "Längere Fährzeiten, eine bessere Taktung und günstigere Tarife für Pendler, das alles lässt sich mit einer gemeinsamen Fährgesellschaft besser umsetzen", argumentiert Kamp und ergänzt: "Natürlich kostet mehr Service auch mehr Geld."

 

Mit längeren Fährzeiten und Sonderfahrkarten für Anlieger wirbt auch Dehde für bessere Verbindungen. Gleichzeitig erhofft er sich wirtschaftliche Planungssicherheit für den Fährbetrieb in Neu Darchau.

 

Rückendeckung erhält Kamp in Lüneburg von seinen grünen Partnern. Fraktionschef Bernhard Stilke und seine Mitstreiter verfolgen jedoch ein anderes Ziel als die SPD. "Wir haben nie einen Hehl daraus gemacht, dass wir die Brücke ablehnen", sagt der Grüne. "Den Fährbetrieb zu optimieren, ist die logische Konsequenz."

 

Gerade deshalb dürften die Befürworter des 45 Millionen Euro teuren Projektes in dem Vorstoß einen weiteren Schritt in Richtung Einstieg in den Ausstieg sehen. Zumal der rot-grüne Gruppenvertrag beim Thema Elbbrücke an einigen Stellen deutlich die Handschrift der Grünen trägt. Vereinbart worden ist als Kompromissformel unter anderem eine kreisweite Bürgerbefragung parallel zur Landtagswahl Anfang 2013. Den dafür erforderlichen Antrag will die rot-grüne Gruppe ebenfalls für die Kreistagssitzung Anfang März einbringen.

 

Damit wird die Elbbrücke neben dem Haushalt 2012 zum dominierenden Thema. Denn entscheiden sollen die Abgeordneten auch, ob Raumordnungs- und Planfeststellungsverfahren für das Vorhaben eingeleitet werden.

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28.01.2012
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  • Kommentare 1

Das ist endlich mal ein hervorragender Einfall! Sind die Grünen aufgewacht? Wie lange fordern die Bürger aus dem Amt günstigere Preise für die Elbquerung? Man sollte nur aufpassen, dass wenn die Fähren auch noch spät abends fährt, dass keine Fledermäuse dagegen fliegen, weil ungewohnt. Oder die Fische beim schlafen gestört werden! Bevor von der Seite der Politik endlich mal eine tragfähige Lösung kommt, ist die Elbe auf Grund der Klimaerwärmung ausgetrocknet.

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Kommentare

Für wie lange wollen die Politiker

(Gast) der rote Baron
uns noch für blöde verkaufen ? Da wird einfach...

mehr 20.02.2012--22:14

Roter Landrat

(Gast) der rote Baron
es wird seit Jahren, seit der rote Landrat am...

mehr 18.02.2012--10:13

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(Gast) Bevenser
Ich meinte natürlich, dass das Standesamt Nie im...

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