- Lüneburg
Zwölf Post-Fahrzeuge ausgebrannt - Polizei sieht Zusammenhang mit bundesweiter Tatserie gegen Paketdienst DHL
Staatsschutz ermittelt nach Feuer
rast Lüneburg. "Es war eine zielgerichtete, eine geplante Tat, die Fahrzeuge wurden mit Brandbeschleunigern angezündet." Über die Art des Brandbeschleunigers und wie "der Täter oder die Tätergruppe" vorgegangen sind, dazu machte der Sprecher der Polizeiinspektion Lüneburg, Kai Richter, gestern aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben. Er geht weiter davon aus, "dass ein politisch motivierter Hintergrund wahrscheinlich ist": "Der Staatsschutz ist bereits eingeschaltet." Ermittelt werde aber auch in andere Richtungen: "Es ist ebenso nicht auszuschließen, dass es sich um einen örtlichen Täter handelt."
Zwölf von 21 auf dem Gelände eines Transportunternehmens an der Lüner Rennbahn geparkten Fahrzeugen der Deutschen Post AG wurden am Sonntag gegen 3.45 Uhr in Brand gesteckt (LZ berichtete). Die VW Transporter, Caddys und Kangoos brannten zum Teil vollständig aus, auch das Gebäude der Transportfirma wurde beschädigt. Die Polizei geht von einem Sachschaden in Höhe von 170 000 Euro aus.
"Ein Bekennerschreiben ist aber noch nicht aufgetaucht", sagte Richter gestern. Die Polizei sehe die Lüneburger Tat in Zusammenhang mit einer bundesweiten Serie von Anschlägen auf Post-Fahrzeuge in den vergangenen Wochen. Der Hintergrund: Linksextreme haben die Post ins Visier genommen, weil deren Paketdienst DHL seit 2002 mit der Bundeswehr zusammenarbeitet und unter anderem Transportaufgaben für Auslandseinsätze deutscher Truppen übernommen hat. Bei ähnlichen Taten tauchten Bekennerschreiben auf. Einige Beispiele aus den vergangenen Monaten:
18. März 2009, 3.30 Uhr: Auf dem Freigelände des DHL-Logistikzentrums in Karlsruhe werden drei Transportfahrzeuge in Brand gesetzt, geschätzter Schaden: 120 000 Euro. Noch am selben Tag erhalten Lokalmedien ein Selbstbezichtigungsschreiben einer bis dahin unbekannten Gruppe, die sich die "militanten Antimilitaristen" nennt. Aus dem Schreiben geht hervor, dass der Anschlag mit dem Nato-Gipfel am 3. und 4. April in Zusammenhang stehen sollte.
11. Juni 2009, kurz vor 2 Uhr: In Berlin-Tempelhof werden sieben Post-Fahrzeuge Raub der Flammen. Nicht der erste Anschlag auf Post-Eigentum in Berlin, bereits im März fingen dort Wagen Feuer. Verschiedene Gruppen, darunter die "Interventionistische Linke", hatten eine Kampagne gegen die von ihnen als "Deutsche Heereslogistik" bezeichnete DHL begonnen und in Berlin mehrere Briefkästen der Post mit Tarnfarbe beschmiert.
16. Juni 2009: Auf dem Post-Gelände an der Gerichtsstraße in Berlin stehen erneut Fahrzeuge in Flammen.
2. Juli 2009, 3.01 Uhr: Der Polizei und der Feuerwehr wird ein Feuer im Hamburger Stadtteil Wilhemsburg gemeldet, auf dem Hinterhof des Postgeländes am Reinstorfweg brennen drei Wagen der Post. Etwa zur gleichen Zeit brennen auch in anderen Hamburger Stadtteilen Autos - allerdings teure Privatwagen. Die Polizei geht von einer Gruppe gut koordinierter Täter aus. Bereits im März wurden fünf Kleintransporter in mehreren Hamburger Stadtteilen angezündet, damals tauchte ein Schreiben auf, in dem es heißt: "Das Fortführen der Kampagne gegen DHL ist mindestens bis zur Aktionärsversammlung 2010 geplant."
Die Lüneburger Polizei sucht nun Zeugen für das Geschehen am Sonntagmorgen, Hinweise nimmt die Wache unter Tel.: 29 22 15 entgegen.
- Kommentare (0)
Börse aktuell
Anzeige
Radarkontrolle
Kommentare
Nicht nur Marketing
(Gast) UniSolar
Sicherlich liefert das EEG den eigentlichen...
mehr 10.03.2010--18:50



