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Förderkreis Leuphana: LZ-Gespräch mit Gerdes und Havemann
Wirtschaft setzt Signal
cst Lüneburg. Eine Runde von Lüneburger Unternehmern und anderen Persönlichkeiten der Stadt schloss sich im März vergangenen Jahres zum Förderkreis Leuphana e. V. zusammen. Die Unterstützer haben es sich auf die Fahnen geschrieben, die Entwicklung der Lüneburger Universität durch vielfältige Maßnahmen und Aktionen zu fördern. Insgesamt stellen die privaten Förderer dafür einen Betrag von bis zu 250 000 Euro pro Jahr zur Verfügung.
Gründungsmitglieder waren Jürgen Sallier (Immobilien), Carsten Junge (Sparkasse), Georg-Dieter Havemann (Automobile), Claus-Peter Langlotz (GVK), Christian von Stern (Landeszeitung), Jörg Gerdes (CLAGE) und Helmut Porth (Immobilien). Als Vereinsnotar wurde Rechtsanwalt Kurt-Henning Gerhard gewonnen, den Förderkreis-Vorsitz übernahm Prof. Dr. Henning Henningsen vom Städtischen Klinikum. Angegliedert wurde Ende 2008 ferner ein Beirat, dessen Aufgabe die Identifizierung und Benennung geeigneter Maßnahmen zur Leuphana-Unterstützung ist. Ihm gehören neben Henningsen und Langlotz Prof. Dr. Ferdinand Müller-Rommel (Leuphana), Prof. Dr. Anton Schafmayer (Städtisches Klinikum), LZ-Chefredakteur Christoph Steiner, der Architekt Carl-Peter von Mansberg, Superintendentin Christine Schmid und Prof. Dr. Jochen Weihe (Leuphana) an.
Inzwischen hat der Förderkreis verschiedene Aktionen für die Leuphana initiiert und finanziert: Unter anderem wurden unter Erstsemestern 100 Laptops verlost, Stipendien für ausländische Studenten ausgeschrieben, Gastvorlesungen von prominenten Professoren aus dem In- und Ausland angeschoben sowie ein Betreuungssys-tem ("Buddys") für ausländische Studenten auf dem Campus in Lüneburg aufgebaut.
Die LZ sprach stellvertretend für den Verein mit den beiden Unternehmern Jörg Gerdes und Georg-Dieter Havemann über Gründe und Hintergründe ihres Engagements für die Uni.
Was hat Sie dazu bewogen, den Förderkreis mitzubegründen und eine Stange Geld in die Leuphana zu stecken?
Gerdes: Es ging vor allem darum, ein Zeichen zu setzen, den Schulterschluss mit der Wirtschaft darzustellen. Wir wollen beitragen, unsere Universität für Studierende noch attraktiver zu machen und geben Geld dafür, dass die Uni Dinge anschieben kann, die sie allein noch nicht zu leisten vermag. Ich denke da an die Verpflichtung hochkarätiger Professoren oder an die Vergabe von Stipendien.
Havemann: Dem schließe ich mich an. Die Unterstützung durch die heimische Wirtschaft ist ein Signal, dass wir zur und hinter der Leuphana stehen. Für mich ein wichtiger Grund ist zudem, den weiteren Ausbau der wissenschaftlichen Forschung zu fördern. Dazu gehört die Verpflichtung von Professoren aus anderen Universitäten, um auch den globalen Verbund darzustellen, in dem sich die Leuphana bewegt.
Ist die Vergabe Ihrer Fördergelder an bestimmte Bedingungen geknüpft?
Gerdes: Also - nur das Füllhorn wollen wir nicht ausschütten, im Gegenzug wollen wir natürlich eine entsprechende Leistung und Ergebnisse sehen. Ein Studium heutzutage sollte das Bewusstsein befördern, dass die Wirtschaft leistungsbereite Menschen benötigt.
Unterstützen Sie auch den geplanten Libeskind-Bau, das neue Audimax?
Havemann: Nein, direkte finanzielle Unterstützung vom Förderkreis gibt es dafür nicht. Aber wir sind nicht dagegen - vielmehr begrüßen wir die bekanntlich nicht unumstrittenen Pläne der Leuphana.
Gerdes: Aus einer Bundeswehranlage ist inzwischen eine wunderbare Campus-Universität geworden - ihr weiterer Ausbau kann nur gut tun. Außerdem ist er auch interessant für Studierende weltweit. Hinzufügen möchte ich allerdings, dass es nicht nur darum gehen kann, ein Denkmal zu setzen. Natürlich muss auch das Innere, Forschung und Lehre, stimmen.
Fast 100 Millionen Euro fließen von der Europäischen Union über den sogenannten Innovations-Inkubator an die Leuphana bzw. nach Lüneburg. Haben Sie eine Vorstellung davon, was Innovations-Inkubator eigentlich bedeutet?
Havemann: Nur bedingt. Da hat die Universität noch gehörigen Nachholbedarf, was die Aufklärung betrifft. Vor allem der Wirtschaft muss klar werden, was der Inkubator auch für sie bedeutet und in welcher Weise sie mit der Leuphana zusammenwirken kann. Für Lüneburg tut sich allemal eine gigantische Chance auf. Mit der Aufklärungsarbeit sollte man vielleicht PR- und Marketingprofis beauftragen, denn man sollte von der Uni-Spitze nicht auch noch auf diesem Gebiet Spitzenleistungen voraussetzen.
Gerdes: Es ist eine gigantische Leistung der Uni-Spitze, diesen Haufen Geld von der EU hierher zu kriegen. Aber noch betrachte ich den Innovations-Inkubator als eine große Luftblase, die schleunigst mit Leben, sprich: Projekten, gefüllt werden muss. Auch das Ködern von Top-Professoren sollte vor dem Hintergrund nun möglich sein.
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Kommentare
Nicht nur Marketing
(Gast) UniSolar
Sicherlich liefert das EEG den eigentlichen...
mehr 10.03.2010--18:50




100 Millionen Deutsche Steuergelder
Die hundert Millionen fliessen nicht von der Europäischen Union!!! Das sind definitiv Steuergelder aus Deutschland, die über die Europäische Union gegebenenfalls wieder zu uns zurückfliessen ... So wird da ein Schuh draus.
Leuphana-Förderkreis gegen Geisteswissenschaften?
Folgende Aussage sollte aufhorchen lassen: "Ein Studium heutzutage sollte das Bewusstsein befördern, dass die Wirtschaft leistungsbereite Menschen benötigt." Damit ist klar, welche Studiengänge keine Förderung erwarten dürfen: (SozPäd, aber die ist ja schon tot), Lehramt, Bildungswissenschaft und Teile von Kultur- und Umweltwissenschaften. Denn die bilden nicht primär für Tätigkeiten in der freien Wirtschaft aus...
Innovationsinkubator-Werbung?
Herr Havemann sagt: "Mit der Aufklärungsarbeit sollte man vielleicht PR- und Marketingprofis beauftragen, denn man sollte von der Uni-Spitze nicht auch noch auf diesem Gebiet Spitzenleistungen voraussetzen." Also entweder hat Herr Havemann seid 3 jahren keinerlei Zeitung gelesen - oder aber er findet die bisherige Öffentlichkeitsarbeit der Leuphana (die ja von bereits vorhandenen PR-Profis in der Uni-Spitze angeleitet wird) nicht gut...