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"Zehn gegen Lüneburg" im Sportpark Kreideberg eine großartige Werbung für den Schachsport

Auch die Meister lassen Federn

dub Lüneburg. Ginge es nach Felix Magath, müsste Lothar Quaisser nicht auf den Plan treten, um wie mit dem Schach-Event "Zehn gegen Lüneburg" für das königliche Spiel zu werben und Anhänger zu gewinnen. "Schach ist der zweitschönste Sport nach Fußball. Jeder Fußballer sollte Schach spielen, um besser die Strategie des Fußballs zu verstehen", sagte der heutige Trainer des Bundesligisten VfL Wolfsburg einmal. Nun, Wolfsburger Fußball-Profis wurden im "Schachpark" Kreideberg des MTV Treubund am Sonnabend nicht gesichtet . . . Dafür aber umso mehr Hobbyspieler/innen aus Lüneburg und Norddeutschland, die die Chance ergriffen, bei dem Simultanturnier gegen einen der zehn Großmeister und Internationalen Meister anzutreten.

 

Es bedurfte seine Zeit, bis fleißige Hände die notwendigen 300 Bretter mit den insgesamt 9600 Figuren aufgestellt hatten. Wie viele Geistesblitze und Irrungen dann im Teilnehmerfeld zu Genuss und Verdruss führten, ist nicht zu ergründen. Aber mit nur einem Wort drückten hinterher die Schach-Koryphäen und viele Teilnehmer aus, wie gut es ihnen gefallen hat: "Einmalig." So auch der Betzendorfer Axel Bloch: "Eine geile Veranstaltung, um Schach präsenter zu machen und aus der Wohnzimmer-Nische herauszuführen."

 

Von Nah und Fern waren Jung und Alt, Schulklassen, Ehepaare und ganze Familien gekommen, um die vom früheren Vize-Weltmeister Alexei Schirow angeführte Schach-Prominenz herauszufordern. Das ging hier und da ganz fix nach hinten los, während "die komplizierteste Vergeudung menschlicher Intelligenz" (US-Schriftsteller Raymond Chandler) andererseits auch die Meister verlieren ließ.

 

Zu den Überraschungssiegern zählte u. a. Timo Bücker (Henstedt-Ulzburg), der den frisch gebackenen deutschen Großmeister Niclas Huschenbeth schlug. Bücker kam mit den Quickborner Schacheulen, die in der Regionalliga Nord spielen und das Lüneburger Event zu einem Trainingstag nutzten. Fünf Drittliga-Damen knüpften sich die zu den deutschen Top-Spielerinnen zählende Judith Fischer vor, die dann auch Ex-Landesmeisterin Britta Leib unterlag.

 

Die 21-jährige Fischer spielt in der Bundesliga für den Hamburger SK und nahm wie ihre neun männlichen Kollegen aus sieben Nationen "Zehn gegen Lüneburg" als Gelegenheit wahr, für ihren Sport zu werben. Zwar ist die Dame auf dem Brett die stärkste Figur, aber im Schachsport ist die holde Weiblichkeit absolut in der Minderzahl: 91 128 Mitglieder zählte der Deutsche Schachbund (DSB) Anfang des Jahres, gerade einmal 6354 waren weiblich und davon nur 2133 unter 18 Jahre alt.

 

Aber vor Ort arbeiten "Zehn-gegen-Lüneburg"-Organisator Lothar Quaisser und seine Mitstreiter ja daran, diese Quote auf der Hobby-Ebene zu verbessern, über Schul-Projekte gerade den Nachwuchs für das Strategiespiel zu begeistern. Vertreten im Sportpark waren denn auch die GS Hasenburger Berg, die Christianischule, die Anne-Frank-Schule, das Gymnasium Oedeme und die Lukas-Backmeister-Schule aus Uelzen. Und die Kleinen hatten in den Duellen mit den Großen des Schachsports ihren Spaß.

 

Wie Julia Huschbeck und Jannina Pungert, für die an der Christianischule zweimal in der Woche Schach auf dem Stundenplan steht. Sie hatten den Dänen Jens-Ove Fries-Nielsen als Gegner, und hielten tapfer, aber letztlich erfolglos dagegen. "Der war zu gut", bilanzierten die beiden Mädels, die Schach erst vor gut drei Monaten kennen lernten.

 

Judith Fuchs ging noch nicht einmal zur Schule, als sie das Schachspiel von ihrem Vater erlernte. "Man muss schnell abschätzen, wer einem gefährlich wird", beschrieb sie die Ausgangsbasis beim Simultanschach. Gleich dreimal wurde der Zahnmedizin-Studentin der Zahn gezogen: "Einmal richtig verdient", gestand sie schlechtes Spiel und zwei Blackouts.

 

Aber auch Huschenbeth kassierte zwei Niederlagen, und selbst Top-Star Schirow kam in seiner Auseinandersetzung mit 30 Gegnern nicht ungeschoren davon, verlor einmal und spielte sechsmal remis, u.a. gegen das 16-jährige Lüneburger Ausnahmetalent Till Schreiner. Seine Klasse bewies der Großmeister im anschließenden 10er-Blitzturnier, das er vor seinem Kollegen Ehsan Ghaem Maghami gewann. Der Iraner ist aktueller Simultan-Weltrekordler: Im Februar spielte er in Teheran gegen 604 Gegner. Seine Bilanz nach 25 Stunden: 580 Siege, 16 Remis, 8 Niederlagen.

 

Ubrigens: Wie Magath sollte sich auch Fußball-Bundestrainer Joachim Löw am Schachspiel orientieren: Die deutsche Herren-Nationalmannschaft wurde am vergangenen Freitag in Griechenland überraschend Europameister.

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14.11.2011
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  • Kommentare 1

Heißt bitte schön Judith Fuchs; ansonsten aber ein schöner Artikel!

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Kommentare

spitze

(Gast) ehemalige
hätte mich über eine direkte - war doch schon...

mehr 22.02.2012--21:46

Judith Fischer??

(Gast) Sven
Heißt bitte schön Judith Fuchs; ansonsten aber...

mehr 15.11.2011--15:09

Cool

(Gast) ???
Ja das ist wirklich toll

mehr 27.08.2011--12:41

Respekt

(Gast) Saltcityrider
Super Ingo!! Wir gratulieren dir und wünschen uns...

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(Gast) Ex-CoTurner
Wir wünschen Anja und Uwe mit ihrem Team alles...

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