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Budget der SVG-Volleyballer müsste bei einem Bundesliga-Aufstieg um ein Vielfaches wachsen
Die Sponsoren stehen nicht Schlange . . .
re Lüneburg. Die Volleyballer der SVG Lüneburg haben in der 2. Liga Nord eine grandiose Vorrunde gespielt. Mit nur zwei Minuspunkten mehr als der haushohe Titelfavorit Titans Bergisches Land aus Wuppertal hat das Team des Trainergespanns Ronnie Karohs/Bernd Schlesinger sogar realistische Chancen auf den Bundesliga-Aufstieg, wenn es im Januar weitergeht. Doch wäre die 1. Liga überhaupt machbar für die SVG ? Abgesehen von der sportlich glänzenden Perspektive beleuchtet die LZ Voraussetzungen, Bedingungen und Aussichten.
Im Lizenzstatut der Deutschen Volleyball-Liga (DVL) ist schon für das Mitspielen in der 2. Liga bis ins Detail geregelt, welche Bedingungen ein Verein von der Anzahl der Auswechseltafeln oder der Netzpfostenpolster über die Lichtstärke in der Halle oder eine Internetverbindung bis zur Beantragung von Lizenzen für die Spieler erfüllen muss. Eine Etage höher sind die Bedingungen noch strenger - und vor allem kostspieliger.
"Derzeit haben wir ein Saison-Budget, das alles beinhaltet, von 50 000 Euro", gibt Andreas Bahlburg, der 1. Vorsitzende der SVG, einen Einblick in den finanziellen Rahmen. "In der Bundesliga muss man mit etwa 150 000 Euro nur für Gebühren, also noch ohne Fahrtkosten, Trainergehälter und ähnliches, rechnen - und diese 150 000 sind nur Peanuts im Vergleich zum tatsächlich nötigen Finanzrahmen."
So ist es auch erklärbar, dass zuletzt der TSV Giesen/Hildesheim und in der Saison davor Bayer Leverkusen trotz Meisterschaft in der 2. Liga Nord auf einen Aufstieg verzichtet haben. So besteht die Bundesliga derzeit auch nur aus elf statt eigentlich zwölf Vereinen - und selbst da wanken einige. Gemunkelt wird von Bühl und Gotha, die große Finanzprobleme haben. Die SVG müsste zum Beispiel an Fahrtkosten 20 000 statt derzeit 5000 Euro pro Saison ansetzen. Oder im Posten Beiträge/DVL-Gebühren/Schiedsrichterkosten statt 7000 dann 16 500.
Bei den technisch rigorosen Voraussetzungen ist fraglich, ob der Verband angesichts der Probleme, eine 1. Liga zusammenzustellen, bei seiner harten Linie bleiben kann oder nicht auch Ausnahmegenehmigungen in Betracht ziehen muss. So werden 1000 Zuschauerplätze verlangt und eine Deckenhöhe in der Halle von 9 Metern (7 Meter in der 2. Liga). Moers, kürzlich zu Gast in Reppenstedt, musste seine Halle wechseln, die der Gellersenhalle ähnlich war. Auch da sind diese Bedingungen nicht zu erfüllen.
"Wir könnten theoretisch in den Sportpark Kreideberg ausweichen", sagt Bahlburg zwar, "würden uns aber damit einer ganz wichtigen Stärke berauben. Wir sind auch wegen der Unterstützung unserer Fans in der Gellersenhalle, die als 7. Mann gerühmt werden, gefürchtet. Eine Saison lang haben wir schon mal im Sportpark gespielt und schlechte Erfahrungen gemacht, dieser Ort wurde von den Fans nicht angenommen. Ganz abgesehen davon, dass da die entsprechende Atmosphäre fehlt."
Die SVG genießt den Erfolg, doch er hat zwei Seiten. "Er ist ein bisschen schnell gekommen, eigentlich wollten wir nur nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben. So schnell und kurzfristig jetzt für die Bundesliga vernünftig zu planen, ist nur schwer zu realisieren. Die Sponsoren stehen nicht Schlange und auch im Management müssen ja ganz andere, professionellere Strukturen geschaffen werden", gibt Bahlburg zu bedenken.
Das beginnt bei Kleinigkeiten. Schon jetzt wird vor jedem Heimspiel eine zwei DIN-A-4-Seiten lange Checkliste mit den Schiedsrichtern abgehakt: vom vorhandenen oder fehlenden Ersatznetz, über Ballpumpe, zwei Wischergeräte und vier Handwischlappen oder zwei Ersatzantennen für das Netz bis hin zu Pressetisch und zwei Stühlen als Straffläche. Was fehlt oder nicht ordnungsgemäß ist, wird mit Strafgeld belegt - in der Bundesliga wesentlich höher als in der 2. Liga. Und oben sind die Ansprüche allein an die Reiseplanung inklusive Übernachtungen wesentlich größer.
"Nicht zuletzt will man ja vermeiden, zu einer Fahrstuhlmannschaft zu werden, die oben chancenlos ist und gleich wieder absteigt", nennt Bahlburg eine entscheidende, sportliche Voraussetzung. "Man kann mal punktuell mithalten so wie im Pokalspiel gegen Moers. Und gegen die Teams aus dem derzeitigen unteren Drittel der Bundesliga müssten wir uns sicher nicht verstecken. Aber eine Saison ist lang, und mit Feierabend-Volleyballern so wie jetzt geht das auf Dauer nicht."
Manchmal wird man jedoch vom Erfolg überrollt. Bahlburg: "Lieber würden wir aber einen Schritt nach dem anderen tun. Wir haben schon das Ziel, irgendwann mal Bundesliga zu spielen. Das wollen wir auch nicht aus den Augen verlieren. Aber alles mit Vernunft und Augenmaß."
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