- Sport
Läuferin Caroline Neckel vom MTV Treubund träumt von Olympia - Kampf gegen den inneren Schweinehund
"Fauli" ist jetzt richtig fleißig
Von Celia Renz
Lüneburg. Mit professionellen Laufschuhen betritt Caroline Neckel die Tartanbahn beim MTV Treubund Lüneburg. Das war nicht immer so. Noch vor einem Jahr lief die jetzt 13-Jährige jeden Wettkampf barfuß. Und das aus einem einfachen Grund: Ihre Zeiten waren besser, da sie mit den Spikes, die unter den Sportschuhen angebracht sind, nicht zurecht kam. Bei Mitstreitern stieß Caroline häufig auf staunende Gesichter. "Die haben mich immer gefragt, was wäre, wenn mir jemand auf die Füße tritt, und ob das nicht weh tut. Aber ich weiß gar nicht, was die haben", so die Schülerin, die mittlerweile aber den Umgang mit den Spikes gelernt hat.
Seitdem geht sie also mit Schuhen auf Rekordjagd. Auf die Frage nach ihren größten Erfolgen fallen ihr sofort drei Ereignisse ein: Im September 2008 brach sie bei einem Wettkampf in Adendorf den 27 Jahre alten Kreisrekord, lief ihre Paradedisziplin, die 800 m, in 2:32 Minuten. Es folgte der Sieg bei einem Sichtungsrennen im Olympiastützpunkt Hannover im März vergangenen Jahres, und zuletzt stellte sie im Sommer 2009 mit einer Zeit von 2:28 Minuten einen neuen Stadionrekord in einem stark besetzten Wettkampf in Wedel auf.
Doch so erfolgshungrig war Caroline nicht immer. "Ganz am Anfang bin ich immer allen hinterhergelaufen", so die Gymnasiastin, die wegen ihrer Trainingsträgheit damals schnell den Spitznamen "Fauli" verpasst bekam. Neben der Leichtathletik war sie auch im Judo und Fußball aktiv. "Den Ball hat sie aber bis heute nicht verstanden", fügt ihr Vater scherzend hinzu.
Seit drei Jahren hat sie nun aber ihr Training intensiviert. Unterstützt wird sie dabei vor allem von ihrem Vater und ihrem Großvater, die beide auch Leichtathleten sind. Bis zu viermal trainiert sie in der Woche, dabei wird sie nun ein Jahr lang einmal die Woche ein Schnuppertraining bei der LG Nordheide absolvieren. Wohin es sie nach diesem Jahr verschlägt, weiß sie jedoch noch nicht. "Das Sportinternat Hannover wäre schon interessant", sagt Caroline, die sich mehrere Optionen offen halten will. Klar ist für sie jedoch, dass sie Trainingsgegner auf ihrem Niveau braucht. Denn Caroline verfolgt ehrgeizige Ziele. "Eine Olympia-Teilnahme wäre toll, aber dafür müsste ich meinen inneren Schweinehund noch öfter besiegen", sagt die Schülerin, deren Vorbild 800-m-Läufer Nils Schumann ist. Um sich hochzupushen schaute sie sich früher vor jedem Wettkampf ein Video von dessen Olympia-Sieg an. "Wenn ich schlecht drauf bin, mache ich das auch heute noch."
In dieser Saison will sie neben ihrer Schwäche, dem Sprint, noch fleißiger werden, denn Caroline weiß: "Man muss sich einfach aufraffen, Erfolge geben einem dann einen richtigen Flash." Neben dem Sport lässt sie vor allem ihrer Kreativität freien Lauf, bastelt beispielsweise Geburtstagsgeschenke für Freundinnen.
Rekordsprinter Usain Bolt kann Caroline jedoch nicht so begeistern. "Es kommt mir schon ein bisschen spanisch vor, dass er immer so frei ist und einen Rekord nach dem anderen bricht", nimmt sie Bezug auf die anhaltenden Dopingverdächtigungen in ihrem Sport. Sie glaubt vielmehr, dass man nur durch hartes Training Rekordzeiten laufen kann und sagt damit ihrem inneren Schweinehund den Kampf an.
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Kommentare
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Heißt bitte schön Judith Fuchs; ansonsten aber...
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Super Ingo!! Wir gratulieren dir und wünschen uns...
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