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Stader Sparkasse gibt fusionswilligen Kollegen in Harburg und Lüneburg Namensnuss zu knacken

Süderelbe geht den Bach runter

ca Lüneburg. Eigentlich gehören die Sparkassen alle zur großen Familie mit dem roten S und dem Punkt. Doch zwischen den Geschwistern Lüneburg und Harburg-Buxtehude auf der einen Seite und Stade auf der anderen hängt der Haussegen schief. Die Stader haben jetzt vor dem Landgericht Hamburg eine einstweilige Verfügung gegen ihre Kollegen erwirkt: Die dürfen sich bei einer möglichen Fusion nicht mit dem Beinamen Süderelbe schmücken. "Wir sehen einen Verstoß gegen wettbewerbsrechtliche Bestimmungen", sagt der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Stade-Altes Land, Dieter Kanzelmeyer, dessen Kasse im Namen auch den Titel "Süderelbe-Region" führt.

In Lüneburg reagieren die Sparkassenvorstände Reinhold Mai und Holger Dressler mit einer 16-zeiligen Erklärung, in der sie betonen, an dem Namen festhalten zu wollen: "Weitere Schritte werden aktuell geprüft." In Harburg sagt Carsten Schmukall, Leiter des Vorstandssekretariats der Sparkasse: "Wir waren von der Entscheidung der Richter überrascht. Urteil und Begründung liegen uns noch nicht vor." Beides wolle die Kasse abwarten. Juristen prüften die Lage, man erwäge, Widerspruch einzulegen. Einig sind sich die Lüneburger und ihre Partner darin, dass sie den Namen Süderelbe sehr wohl führen könnten: Das fusionierte Institut würde mit seinem Geschäftsgebiet über 70 Prozent der Fläche und 80 Prozent nach Einwohnern der Wirtschaftsregion Süderelbe abdecken.

Das beeindruckt die Stader gar nicht. Sie halten an ihrer Position fest. Bereichsdirektor Mathias Schröder sagt: "Wir gehen nicht ins Detail, es ist ein schwebendes Verfahren." Jedenfalls wolle man nicht als Dritter in den Bund der Sparkassen einsteigen: "Es hat in einem frühen Stadium Anfragen gegeben." Sowohl Politik als auch Sparkasse wollten sich nicht an der Fusion beteiligen: "Wir sind gut aufgestellt, nah bei den Kunden und sehen keinen Handlungsbedarf."

Offenbar haben die Heiratswilligen in Lüneburg, Harburg und Buxtehude die Verwandtschaft in Stade unterschätzt. Denn hinter den Kulissen ist zu hören, dass es vor geraumer Zeit auch Gespräche über den Namen "Süderelbe" gegeben habe. Die Stader sollen ihre Position deutlich gemacht haben - doch im Fusionsfieber sind sie wohl nicht ernst genommen worden.

Die Lüneburger geben sich in ihrer Erklärung kämpferisch: "Die einstweilige Verfügung führt nicht zu einer Gefährdung des angestrebten Zeitplanes für die Fusionsentscheidungen in den politischen Gremien."

Die Kreistage in Lüneburg und Harburg und die Stadträte in Lüneburg und Buxtehude entscheiden Ende April über die Fusion. Unklar ist die Lage noch im Lüneburger Rat. Die Fraktionen FDP, Grüne und Linke sind gegen die Fusion, und auch in der CDU gibt es einige Opponenten.

Eine Mehrheit im Lüneburger Rat ist somit noch unsicher, doch es müssen alle vier Gremien als Träger dem Vorhaben zustimmen, sonst würde die Fusion auf der Zielgeraden wie eine Seifenblase platzen.

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17.04.2009
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