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Interview
Culcha Candela
Purismus heisst Stillstand! Vor acht Jahren mussten sie noch bis morgens um 5 Uhr Plakate kleben. Dann haben sie mit ihrer Hitsingle „Hamma!“ die Republik aufgemischt und Platin abgeräumt: Die sieben Jungs von „Culcha Candela“. Culcha Candela bedeutet über 600 Live-Konzerte, zahlreiche TV- und Radio-Auftritte, das mittlerweile vierte Studioalbum und ein nicht endender Wille, die heiße Flamme der Kultur in die ganze Welt hinaus zu tragen. Die Mitglieder der Band haben die unterschiedlichsten kulturellen Wurzeln, die von Kolumbien über Korea, Uganda und Polen bis nach Deutschland reichen. Culcha Candela macht Spaß, macht Lust aufs Tanzen und darauf, das Leben zu genießen.
Am 14. August sind die sieben Berliner Jungs beim „Uelzen Open R“ und wollen ihren Fans so richtig Feuer unterm Hintern machen. Das CLEVERmagazin unterhielt sich exklusiv mit Itchyban über Uelzen, seinen Ruhm und die Zukunftspläne der Band.
CLEVERmagazin: Euer Song „Hamma“ hat Culcha Candela vor fast drei Jahren nach oben gespült – ihr seid jetzt Promis. Wie geht ihr damit um?
Itchyban: Ganz locker! Manchmal werden wir auf der Straße angesprochen, meistens nett. Verändert haben wir uns nicht. Mir sind zumindest keine weiteren Gliedmaßen oder Ähnliches gewachsen. Unser Umfeld ist heute im Großen und Ganzen das Gleiche wie vor acht Jahren, als die Band gegründet wurde.
CM: Ist euer Erfolg ein Segen oder würdet ihr lieber wieder in der Anonymität versinken?
Itchyban: Ein Segen natürlich. Wir können das tun, was wir uns immer gewünscht haben – einfach unsere Musik zu machen. Die Musik gibt uns das Privileg frei zu sein und nicht morgens um acht aufzustehen und als Angestellter irgendeinem Job nachzugehen, der keinen Spaß macht.
CM: Ihr seid alle Berliner, die Stadt pulsiert und hat viele Facetten – springt ihr auch deshalb zwischen den Genres wie Reggae, Salsa und HipHop umher?
Itchyban: Das Umfeld in Berlin und die multikulturellen Einflüsse der Stadt spielen sicher auch eine Rolle. Den größten Einfluss auf unsere Musik hat aber die unterschiedliche Herkunft der Bandmitglieder. Wir versuchen zu den Wurzeln unserer Mütter und Väter zurückzukehren und die in unsere Songs einfließen zu lassen. Am Ende wird alles gemischt und fertig sind die Songs – klingt einfach, ist aber manchmal schon schwierig.
CM: Was inspiriert euch?
Itchyban: Das tägliche Leben und seine ganz eigenen Geschichten sind für uns die schönste Inspiration. Und natürlich unsere ganz persönliche Frauenwelt. Da sind die Geschmäcker ja Gott sei Dank verschieden. Mein ganz persönliches Motto lautet: Purismus ist Stillstand!
CM: Ihr setzt euch unheimlich gegen Rassismus und Armut, für Bildung und Integration ein, habt unter anderem das Schulprojekt „Alle Kid´s sind VIP`s“ gestartet. Einige Leute werfen euch allerdings vor, in eurer Musik fehlte aber ein klares Statement? Was antwortet ihr den Kritikern?
Itchyban: Das ist doch völliger Quatsch. Wenn die Kritiker sich alle unsere Alben anhören würden, wüssten sie, dass sie falsch liegen. Mein Tipp an die Jungs: Kauft euch alle unsere Alben...
CM: Gibt es bei sieben männlichen Bandmitgliedern auch mal Streit? Und wenn ja, warum?
Itchyban: Wir sind eigentlich eine ganz krasse Einheit. Bei Kritik von außen wird die eiskalt gemeinschaftlich abgeschmettert. Intern diskutieren wir Differenzen natürlich aus. Allerdings habe ich bei uns das Gefühl, je länger wir als Band zusammen sind, desto besser verstehen wir uns. Das ist sicherlich ein bisschen anders als bei anderen Musikern, aber wahr. Um Frauen streiten wir uns übrigens nie, davon gibt’s ja auch genügend.
CM: Habt ihr Rituale, bevor ihr auf die Bühne geht?
Itchyban: Na klar, wir schlachten vor jedem Konzert eine Taube... Nein, ganz im Ernst, wenn wir Rituale hätten, würde ich sie natürlich nicht verraten.
CM: Kennt ihr Uelzen?
Itchyban: Nein, ich zumindest noch nicht. Ich weiß nur, dass wir beim „Uelzen Open R“ spielen.
CM: Wie wollt ihr beim „Uelzen Open R“ den Fans einheizen?
Itchyban: Die Fans erwartet auf jeden Fall eine geile Culcha-Show. Wir kennen Uelzen nicht, und die Uelzener uns noch nicht – aber das wird sich ändern. Mein Tipp an die Besucher: Zieht euch wenig an, denn es wird heiß werden!
CM: Welche Projekte plant ihr in naher Zukunft?
Itchyban: Im Oktober veröffentlichen wir ein „Best Of Culcha Candela Album“. Darauf sind dann alle Hits von uns, teilweise aber auch ganz anders abgemischt. Und natürlich auch einige neue Songs. Dann ist ja schonWeihnachten und wir produzieren unser neues Album für 2011.
CM: Was haltet ihr vom Hype um Lena Meyer-Landrut? Und welchen Platz belegt sie beim Eurovision Song Contest?
Itchyban: Ich finde die Frau total sympathisch und süß. Das Lied ist sowieso der „Hamma“. Und alles was Stefan Raab anpackt, funktioniert. Allerdings weiß ich nicht, welchen Platz sie belegt. Diese Veranstaltung ist mir suspekt, ich habe mich noch nie dafür interessiert.
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