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Stefan Gwildis
Stehimbissgeschichten faszinieren mich
Man nehme: Stefan Gwildis, Deutschlands Soulstimme Nr. 1, einen Cellisten und Gitarristen. Heraus kommt ein Produkt das seinesgleichen sucht. „Stefan Gwildis – Anplackt!“ Volle Hallen, mitreißende Konzerte und die euphorischen Fans haben bewiesen, das Stefan Gwildis nicht nur sein Hamburger Publikum begeistert, sondern längst auch den restlichen Teil Deutschlands erobert hat. Er singt nicht nur, er durchlebt jeden Song mit unglaublich musikalischem Gespür. Mit Wohlklang und Krächzen, klassischem Reibeisen und samtweichem Einfühlungsvermögen, mit Leidenschaft und Energie, aber vor allem mit handwerklichem Können begeistert Gwildis sein Publikum. Dem CLEVERmagazin stand der 51-Jährige Rede und Antwort, bevor er am 11. März ab 20.00 Uhr in der Vamos Kulturhalle seine Lüneburger Fans wieder einmal live beglückt.
CLEVERmagazin: Ihre Lieder erzählen Geschichten, manchmal findet man sich selbst wieder.Wo und wann holen Sie sich neue Inspiration für Ihre neuen Songs?
Stefan Gwildis: Meine Lieder sind Geschichten von mir und aus meinem privaten Umfeld. „Stehimbissgeschichten“ faszinieren mich. Sie zeigen das wahre Leben. Außerdem komme ich aus einer Handwerkerfamilie – da habe ich viele Dinge erlebt, die ich in meinen Songs verarbeitet habe.
CM: Wie würden Sie Ihre eigene Musik charakterisieren?
Stefan Gwildis: Grob ist es Soul, allerdings ist das Repertoire etwas breiter gefächert. Ich sehe meine Musik als beseelt an, weil sie oft mein Inneres preisgibt. Der Ursprung liegt in den 70er Jahren in Amerika – da haben Leute Musik gemacht, die waren ganz bestimmte Charaktere und haben sich inhaltlich ihrer Musik verpflichtet und sie gnadenlos gelebt. Das ist auch mein Anspruch.
CM: Hat der Erfolg Sie verändert?
Stefan Gwildis: Verändert habe ich mich nicht, zumindest glaube ich das. Erfolg ist immer relativ. Als ich noch nicht so viele Platten verkauft habe und auf der Straße Musik gemacht habe, da waren da 50 Leute – für mich war auch das ein Erfolg. Für mich war immer wichtig meinen Zuhörern etwas zu geben. Wenn ich dieses Gefühl hatte, war es für mich ein Erfolg. Und so ist es heute auch noch.
CM:Wovor haben Sie Angst?
Stefan Gwildis: Dummheit - vor allem in politischen Runden. Die Borniertheit einiger Politiker ist manchmal schon angsteinflößend. Und natürlich vor Krankheit.
CM: Vor allem Frauen erliegen Ihrem Charme und Charisma auf der Bühne – Haben Sie eine Erklärung dafür?
Stefan Gwildis: Der Gedanke ist falsch. Meine Plattenfirma Sony hat eine Studie durchführen lassen, die besagt: 51% der Männer und 49% Frauen aller Befragten, finden mich und meine Musik ganz ok. Dieses Ergebnis hat auch mich ganz schön überrascht.
CM: Sind Sie eitel? Immerhin gelten Sie als George Clooney der deutschen Musik-Szene?
Stefan Gwildis: Jeder ist wohl ein bisschen eitel, besonders in der Musikbranche. Ich glaube sonst würde man diesen Beruf nicht ausüben. Die Frage ist doch: Wie definiert man den Begriff eitel?
CM: Wann und wo sind Sie am glücklichsten?
Stefan Gwildis: Glücklich bin ich auf der Bühne, wenn die Konzerte gut waren und ich mich dabei wohl fühle. Glücklich bin ich aber auch in der Natur. Es ist wunderbar der Musik der Natur zu lauschen, sich mir ihr auseinanderzusetzen und zu versuchen sie zu begreifen.
CM:Welche Träume haben Sie?
Stefan Gwildis: Projekte umzusetzen, die schon seit längerem in meinem Kopf sind. Zurzeit arbeite ich mit meinem alten Freund Rolf Claussen an einem Theaterstück – dies auf die Bühne zu bringen ist ein Traum. Außerdem sind wir gerade dabei eine neue Platte aufzunehmen. Diese so zu verwirklichen, wie wir uns das vorstellen, ist auch ein Traum. Und natürlich weiterhin große Konzerte zu geben und dabei Spaß zu haben.
CM: Was erwartet die Lüneburger bei Ihrem Konzert am 11. März 2010?
Stefan Gwildis: Das wird ein ganz besonderes Konzert. Mit meinen großartigen Mitstreitern Hagen Kuhr (Cello) und Mirko Michalzik (Gitarre) kehren wir musikalisch zu unserem Ursprung zurück, ganz ohne Orchester. Nur wir drei musizieren und versuchen die ganze Bandbreite unseres musikalischen Schaffens auszuschöpfen – das wird ein riesiger Spaß.
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