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Streetworker Andrè Pluskwa zeigt einem Kurs des Gymnasiums Oedeme einen beliebten Platz für Obdachlose. (Foto: lat)

Besuch mit Schülern im Clamart-Park

Das vierte Türchen: Im Clamart-Park in Lüneburg treffen sich häufig obdachlose Menschen und solche, die Drogen konsumieren. Eine Klasse des Gymnasiums Oedeme hat dort einen Ausflug hingemacht und sich von Streetworker Andrè Pluskwa etwas über die Szene erzählen lassen.

Lüneburg. "So fünf Prozent der Gesellschaft kommen mit unser aller Recht auf Rausch nicht gut klar", sagt Streetworker Andrè Pluskwa. Er spaziert mit einer Gruppe von Schülerinnen aus dem Seminarfach "Menschenrechte, Leben" des Gymnasiums Oedeme durch den Clamart-Park. Dabei hält er an gewissen Stellen an und erzählt ihnen etwas über seine Arbeit und die Herausforderungen, die Wohnungslosigkeit oder Sucht mit sich bringen. Der Clamart-Park ist für einige wohnungslose Menschen in Lüneburg ein wichtiger sozialer Treffpunkt. "Hier wird aber nicht nur gedealt, es geht auch um Austausch untereinander", sagt Andrè Pluskwa. "Die Szene wünscht sich daher einen warmen und überdachten Ort, der trotzdem zentral gelegen ist. Das würde schon einen großen Unterschied machen." Der Streetworker erzählt den Schülerinnen, dass im Leben einiger Menschen hier im Park Heroin, Spritzen und die Sorge vor Krankheiten wie Hepatitis C Alltag sind. "Sie wohnen mal hier, mal bei Bekannten, mal im PKL, mal in der Herberge und mal in der JVA, das kann variieren."

Man kann ihm alles erzählen

Mittlerweile kennt er fast jeden, der sich hier regelmäßig aufhält. Und die Menschen kennen ihn und wissen, sie können ihn ansprechen. "Ich bin nicht empört, egal was man mir erzählt."

Lehrerin Ulrike Voigt hatte den Ausflug mit ihren Schülerinnen organisiert. Sie sagt: "Zum einen können die Einblicke in die Arbeit von Herrn Pluskwa den Schülerinnen und Schülern für ihre Seminararbeit helfen, zum anderen schärft es ihren Blick für die Menschen, denen es nicht so gut geht und sensibilisiert dahingehend, dass Lebensformen ganz unterschiedlich aussehen können." Die Schülerinnen haben interessiert zugehört. Aus der hinteren Reihe flüstert eine: "Ich finde das sehr interessant, aber auch traurig." lat

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