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Radon – die unbekannte Gefahr aus dem Untergrund

Radon Messgeräte stellen die Radonbelastung im Gebäude fest! (Copyright: Radonova)

Radon Messgeräte stellen die Radonbelastung im Gebäude fest! (Copyright: Radonova)

Radon ist den meisten Menschen kein Begriff. Dabei sind sie täglich davon umgeben. Das Edelgas entsteht aus dem Zerfall von Uran, einem Mineral, das überall im Boden und im Gestein der Erdkruste vorkommt.

Das Gas verflüchtigt sich im Freien binnen Sekunden und richtet keinen Schaden an. In vornehmlich schlecht belüfteten Räumen allerdings kann es zu gefährlichen Konzentrationen kommen, sodass Maßnahmen zum Schutz vor Radon unerlässlich werden. Radon ist nämlich nach dem Rauchen die häufigste Ursache für Lungenkrebs.

Was wird unter Radon verstanden?

Radon ist ein sehr bewegliches und radioaktives Edelgas. Es bildet sich im Boden und gelangt dann an die Erdoberfläche. Die Gefahr besteht darin, dass Radon weder zu riechen noch zu schmecken noch zu sehen ist. Deshalb merken die Betroffenen nicht, wenn in ihrem Umfeld gefährliche Radonkonzentrationen entstehen. Dies kann nur über mehrmonatige Messungen festgestellt werden.

Gesundheitliche Aspekte


Das radioaktiv aufgeladene Gas zerfällt in die Folgeprodukte Bismut, Blei und Polonium. In der Luft verbinden sich diese mit Schwebeteilchen und Staubpartikeln und gelangen über die Atmung in die Lunge.

Dort setzen sich die Stoffe im Lungengewebe fest. Sie zerfallen weiter und senden lebensgefährliche radioaktive Alphastrahlung aus. Mit der Zeit dringt diese ins Erbgut der Zellen ein und es kommt zu Lungenkrebs.

Radon-Vorsorgegebiete

Das Vorkommen von Radon ist im Bundesgebiet unterschiedlich ausgeprägt. Laut der neuesten Radonkarte von 2021 des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) sind vor allem Gebiete in Süddeutschland und den Mittelgebirgen einer starken Radonbelastung ausgesetzt. Namentlich werden Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen und Thüringen genannt.

Das heißt nicht, dass die Menschen in anderen Regionen unseres Landes aufatmen können. Radon breitet sich auch kleinräumig sehr differenziert aus. So kann in einem Wohnhaus eine sehr geringe Belastung gegeben sein, während im Nachbargebäude gefährlich hohe Ansammlungen vorherrschen. Die Radonkonzentration eines Hauses kann nur über Messungen exakt ermittelt werden.

Wie gelangt Radon ins Gebäude?


Radon gelangt über Fugen und Ritze in der Bausubstanz ins Gebäude. Auch Leitungen für Gas, Wasser und Strom sind Einfallstore für die gefährliche Substanz. Sobald der von der Regierung festgelegte Grenzwert von 300 Bq/m³ (Becquerel/Kubikmeter) Raumluft überschritten wird, müssen Hausbesitzer Maßnahmen zum Radonschutz ergreifen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht sogar schon bei 100 Bq/m³ Handlungsbedarf als gegeben an.

Radonmessung


Die Messung der Radonkonzentration ist weder aufwendig noch teuer. Zu Beginn muss ein Radonlabor kontaktiert werden. Eine Liste aktuell lizenzierter Labore ist auf der Webseite des BfS zu finden. Diese stellen sogenannte Exposimeter (Messgeräte zur Radonmessung) zur Verfügung. Es empfiehlt sich, einen davon sowohl im Keller als auch im Wohn- und Schlafzimmer zu platzieren.

Dort verbleiben die Messgeräte über den Zeitraum von 12 Monaten. Danach werden die Exposimeter ans maßgebliche Labor geschickt und ausgewertet. In der Regel werden für eine Messung pro Exposimeter 30 bis 50 Euro Gebühr fällig. Wenn der Grenzwert von 300 Bq/m³ überschritten wird, müssen Arbeitgeber an Arbeitsplätzen für Maßnahmen zum Radonschutz sorgen. Bei privaten Immobilien besteht kein Zwang, die Maßnahmen können auf freiwilliger Basis durchgeführt werden.

Maßnahmen zum Radonschutz

Bei Neubauten, die in einem Radonvorsorgegebiet liegen, muss neben den anerkannten Techniken zum Feuchteschutz eine Bodenplatte aus wasserundurchlässigem Beton verbaut werden. Auch die Verwendung einer Radonschutzfolie kann ausreichend sein, um Radon vom Hausinneren fernzuhalten.

In vielen Fällen ist zumindest die warme Jahreszeit über ein regelmäßiges Lüften hilfreich. Bei Bestandsbauten ist deshalb die Einführung eines Lüftungsplanes eine erste Maßnahme. Zusätzlich sollten im Keller und Erdgeschoss des betreffenden Gebäudes alle Fugen und Ritze abgedichtet werden. Gleiches gilt für die Leitungskanäle. Hierbei empfiehlt sich die Verwendung einer silikonhaltigen Kittmasse.

Die Kellertür kann mit Lippenprofilen oder Hohlkammerprofilen ausgerüstet werden. Dabei müssen Profil und Falz aufeinander abgestimmt sein. Es empfiehlt sich, einen automatischen Türschließer einzusetzen, da nur geschlossene Türen dicht sind und Radon abwehren. Sind diese Maßnahmen nicht ausreichend, wird ein Fachmann gerufen. Dieser findet und versiegelt auch noch die kleinsten Eintrittslöcher. Zusätzlich kann ein Absaugen der Bodenluft hilfreich sein.

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