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Wie du mit Vorpubertierenden umgehst und ihnen zeigst, dass sie dir wichtig sind

Oft ist es schon mit dem Schuleintritt so weit: Das süße Kindergartenkind, welches man bis dahin so leicht lenken und leiten konnte, will plötzlich immer mehr seinen eigenen Willen durchsetzen. Und dabei ist es ihm völlig egal, was Mama und Papa davon halten.

Erkennst du dieses Verhalten auch vermehrt bei deinem Kind, dann herzlichen Glückwunsch! Die Zeit der Vorpubertät ist da. Bei den einen setzt sie später ein, bei den anderen früher, aber in der Regel ist es zwischen dem 6. und dem 10. Lebensjahr so weit.

Die selbstbestimmte Phase und was sie für dich und dein Kind bedeutet

Die Zeit der Vorpubertät ist dadurch geprägt, dass Kinder anfangen, sich immer stärker mit anderen zu vergleichen. Sie entwickeln außerdem erste eigene Sichtweisen und wollen auch nach diesen handeln.

Auf der einen Seite ist dieser Entwicklungsschritt ganz normal und auch wichtig. Schließlich sind Kinder sowohl in der Schule als auch in der Freizeit jetzt immer mehr auf sich selbst gestellt und deswegen auch darauf angewiesen, eigene Entscheidungen für sich zu treffen. Auf der anderen Seite ist diese Phase für die Eltern oftmals sehr nervenaufreibend. Sie fragen sich nicht selten, ob sie mit ihrer Erziehung vielleicht versagt haben. Das liegt daran, dass der Nachwuchs sich ihnen gegenüber plötzlich häufig abweisend verhält. Auch mit den Dingen, die ihm früher Spaß gemacht haben, ist er auf einmal nicht mehr zu begeistern.

Spielzeug, über welches sich die Kids noch vor Kurzem gefreut hätten, landet plötzlich unbenutzt in der Ecke. Diese Veränderung sollte man als Eltern auf dem Schirm haben und nicht übelnehmen. Spielzeug für 12 jährige Mädchen unterscheidet sich eben verständlicherweise von dem für 6-jährige.

Gerade noch hatten die Kleinen Spaß daran wie die Verrückten über den Fahrradparcours zu brettern und plötzlich ist das schon wieder total uncool.

Aber keine Sorge, du kannst dich entspannen. All diese Verhaltensänderungen haben in der Regel nichts mit deiner Erziehung im Allgemeinen zu tun. Sie sind viel mehr ein ganz natürlicher Entwicklungsprozess.

Die Gefühlswelt Vorpubertierender

Während der Zeit der Vorpubertät fangen Kinder verstärkt an, den Lebensstil der Erwachsenen um sie herum – und insbesondere der Eltern – zu beobachten und zu hinterfragen. Sie denken unter anderem darüber nach, ob sie ihr eigenes Leben selbst auch so gestalten wollen.

Dabei nehmen sie natürlich auch wahr, mit welchen Ängsten und Sorgen sich die Eltern jeden Tag plagen müssen. Eventuell werden sie auch noch regelmäßig mit deren Unzufriedenheit im Job oder der Partnerschaft konfrontiert. Viele kommen dann verständlicherweise zu dem Schluss, dass sie nicht denselben Weg einschlagen möchten. Leider werden ihnen oft aber auch keine anderen Möglichkeiten aufgezeigt, sondern sie werden stattdessen in eine Richtung gedrängt.

Kurz gesagt: Kinder machen zum ersten Mal so richtig die Erfahrung, dass die Regeln, die in der realen Welt gelten, nicht unbedingt mit dem kindlichen Universum vereinbar sind. Dies alles ruft bei ihnen eine Art Widerstand hervor.

Was du jetzt für dein Kind tun kannst

Es ist völlig verständlich, wenn man sich als Elternteil erstmal mit dieser veränderten Situation überfordert fühlt.

Aber wie reagiert man am besten, wenn das Kind mal wieder ablehnend auf elterliche Fürsorge reagiert und scheinbar nichts mehr von der einstmals harmonischen Eltern-Kind-Beziehung übrig ist? Die Antwort ist, am besten gar nicht. Zumindest nicht unmittelbar. Stattdessen zeigst du deinem Kind, dass du es trotz allem genauso liebst, wie es ist. Um das zu schaffen, musst du dir als Elternteil klar machen, dass die teilweise verletzenden Verhaltensweisen nichts mit dir als Person zu tun haben. Sie sind einfach nur ein normaler Teil des Prozesses des Erwachsenwerdens.

Vorpubertierende wollen meist schon selbst bestimmen, wann sie sich die Nähe und Anteilnahme ihrer Eltern wünschen. Und wenn dies eben gerade nicht der Fall ist, werden sie dich dies auch wissen lassen. Darauf solltest du allerding keinesfalls beleidigt reagieren. Akzeptiere stattdessen das Verlangen deines Kindes nach Freiraum und warte, bis es von selbst auf dich zukommt.

Die Vorpubertät ist letztendlich nicht nur ein wichtiger Entwicklungs- und Lernprozess für Kinder, sondern auch für die Eltern. Denn auch sie müssen sich verändern und einen neuen Lebensabschnitt willkommen heißen. So schwer es auch sein mag.

Typisch für Eltern ist es auch, dass wir unseren Kindern immer Tipps geben wollen. Wir wollen sie an unseren eigenen Erfahrungen teilhaben lassen und sie so auch ein Stück weit lenken und steuern. Wir müssen dich aber enttäuschen, denn das wird nicht funktionieren. Jeder hat nämlich seine eigene Vergangenheit und seine eigenen Erfahrungen, aus denen im Umkehrschluss nur er selbst für sich Schlüsse ziehen kann.

Akzeptiere also, dass dein Kind seine eigenen Erfahrungen machen will und muss.

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