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Wie lassen sich Zecken erkennen und vollständig entfernen?

Durch den Klimawandel haben sie nun mancherorts sogar ganzjährig Saison: Zecken. Wer viel aktiv in der Natur ist, sollte also auch im Winter damit rechnen, Blutsauger entfernen zu müssen. Die richtige Technik ist dabei entscheidend. Erfahren Sie hier außerdem, woran sich ein Zeckenstich erkennen lässt und welche Krankheiten Zecken übertragen.

Warum ist das Entfernen von Zecken wichtig?

Zeckenstiche sind gefährlich. Doch welche Krankheiten übertragen Zecken eigentlich? In Deutschland sind das vor allem Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME. Die Erreger beider Erkrankungen gelangen durch den Zeckenstich in den Körper. Eine Zecke möglichst schnell und gründlich zu entfernen, kann deshalb einer Infektion mit Borreliose oder FSME vorbeugen. Das Erkrankungsrisiko reduziert sich, wenn das Tier rasch und vollständig vom Körper gelöst wird.

Noch besser ist es, die Zecke am Stich zu hindern. Dafür ist ein Absuchen des gesamten Körpers beispielsweise nach einer Wanderung oder einem Picknick im hohen Gras sinnvoll, denn die Krabbler stechen nicht sofort zu. Bevor sie mit dem Blutsaugen beginnen, suchen sie sich eine geschützte Körperstelle aus.

Wie sieht eine Zecke und ihr Stich aus?

Zecken sind mit Spinnentieren verwandt. Das heißt, sie haben immer acht Beine. Durch dieses Merkmal lassen sie sich zuverlässig von Insekten unterscheiden, die lediglich sechs Beine haben. Bei den Blutsaugern handelt sich um winzige Tierchen. Je nach Entwicklungsstadium unterscheidet sich ihre Größe: Larven können dabei weniger als einen Millimeter lang sein und selbst erwachsene Zecken sind vor dem Blutsaugen nur etwa zwei bis vier Millimeter groß.

Die kleinen Tiere haben in der Regel eine dunkle Farbe und weisen verschiedene Braunschattierungen auf. Saugen sich die Zecken voll, schwillt ihr Hinterleib enorm an und erscheint dann zumeist fahl grau. Durch ihre Färbung sind Zecken auf heller Kleidung besonders gut sichtbar und lassen sich schon gut entfernen, wenn sie noch gar nicht gestochen haben.

Nach einem Stich sieht die Einstichstelle entweder leicht gerötet aus oder sie ist gar nicht zu erkennen. Wie auch bei Mückenstichen reagiert jeder Körper anders auf eine Zecke. Ein Symptom tritt nach einem Zeckenstich häufiger auf: die Wanderröte. Die sich ausweitende ringförmige Rötung ist ein sicheres Indiz für einen Zeckenstich, selbst wenn das Tier schon vom Opfer abgefallen ist. Leider kann sie auch ein Hinweis für eine beginnende Borreliose sein. Ob aber eine Infektion stattgefunden hat, sagt die Wanderröte nicht zweifellos aus. Beobachten Sie stets die Einstichstelle und suchen Sie bei Veränderungen möglichst einen Arzt auf, um eventuelle Infektionen abzuklären.

Zecken richtig entfernen

Hängt die Zecke erstmal an ihrem Opfer, sollten Sie sie zügig wieder entfernen. Dafür gibt es verschiedene Modelle von Zeckenzangen, sehr schmale Pinzetten und sogenannte Zeckenkarten.

Mit der Zeckenzange oder der Pinzette lässt sich die Zecke leicht genau da packen, wo Sie sie am sichersten entfernen können: am Kopf. Dafür greifen Sie den Blutsauger direkt über der Haut am vorderen Teil des Kopfes und ziehen dann langsam sowie gleichmäßig daran, um möglichst auch den Stechapparat aus der Haut zu lösen.

Eine Zeckenkarte schieben Sie am besten flach auf der Haut liegend unter den Blutsauger, bis der Kopf am Ende des Schlitzes liegt. Auch hier muss der Parasit direkt über der Haut erfasst werden. Dann können Sie die Karte langsam anheben und ziehen dabei die Zecke mit heraus.

Anschließend sollten Sie die Einstichstelle mit Desinfektionsmittel reinigen und prüfen, ob eventuell Teile des Stechapparates der Zecke in der Haut verblieben sind. Wenn ja, sollte medizinisches Fachpersonal diese entfernen. Ebenfalls zum Arzt sollten Sie, wenn Sie in den kommenden Wochen nach dem Zeckenstich die Wanderröte oder andere Symptome wie Fieber, Abgeschlagenheit oder Gliederschmerzen bemerken.

So sollten Sie Zecken nicht entfernen

Es gibt jede Menge Tipps, wie sich Zecken entfernen lassen. Einige davon erhöhen jedoch das Risiko einer Ansteckung mit FSME oder Borreliose. So kursieren Vorschläge, die Blutsauger wahlweise mit Kleber, Öl, Nagellackentferner, Desinfektionsmittel oder ähnlichen Substanzen zu übergießen. Das führt jedoch nicht dazu, dass der Parasit von seinem Opfer ablässt. Dafür kann es ihn aber so weit stressen, dass er Speichel und eventuell sogar Mageninhalt in die Blutbahn abgibt – und damit auch mögliche Krankheitserreger.

Ähnliches gilt für mechanischen Druck. Greifen Sie die Zecke am Körper statt am Kopf, entfernen Sie eventuell nur Teile des Blutsaugers und drücken dabei noch Mageninhalt durch die Mundwerkzeuge in die Blutbahn. Deshalb kann auch ein falscher Umgang mit Pinzetten, Zeckenzangen oder Zeckenkarten das Infektionsrisiko erhöhen. Außerdem lösen verbleibende Parasitenreste möglichweise lokale Entzündungen aus.

Bildquelle:
Pixabay.com

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