Donnerstag , 20. September 2018
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An den großen Bau im Hintergrund, im Bereich der Feuertreppe, soll der Anbau anschließen. Foto: lz/phs

Millionen für Scharnebeck

Scharnebeck. Schüler und Lehrer am Bernhard-Riemann-Gymnasium und an der Oberschule am Schiffshebewerk sind es gewohnt: Gebaut wird am Schulzentrum Scharnebeck schon seit mehr als zehn Jahren, aktuell am Südflügel der Oberschule. Und ein weiteres Großprojekt steht an: Geht alles nach Plan, sollen im Sommer 2018 die Arbeiten an einem Erweiterungsbau am Gymnasium beginnen, der dem Schulzentrum ein Plus von zwölf allgemeinen Unterrichtsräumen bringen soll.

Einstimmig empfahl jetzt der Hochbauausschuss des Kreistags dem Kreisausschuss die Erweiterung und die Verwaltung damit zu beauftragen, den „Erweiterungsbau zeitnah umzusetzen“. An Baukosten sind rund 4,2 Millionen Euro geplant, dazu kommt die Möblierung.
Ein Grund für die Notwendigkeit des Erweiterungsbaus, der an den südwestlichen Flügel „andockt“, ist die Rückkehr vom G-8-Abitur-System zum G 9 – das bringt den Gymnasien mit den künftigen 13. Klassen wieder einen Jahrgang mehr als bisher.

Aber auch die Beliebtheit der weiterführenden Schulen am Standort Scharnebeck nimmt weiter zu. Und mit wieviel Vorsicht dabei Gutachten zu genießen sind, zeigt eine Studie zur Schulentwicklung aus dem Jahr 2008: Die hatte für den Schul­standort Scharnebeck für das Schuljahr 2017/2018 eine Gesamtschülerzahl von 999 prognostiziert. Tatsächlich werden dort aktuell 1603 Schülerinnen und Schüler beschult.

14 Räume sollen im kommenden Jahr im Erweiterungsbau entstehen. Da durch den Anbau zwei Unterrichtsräume im Bestandsbau wegfallen, bleibt ein Plus von zwölf Räumen. Die Räume sollen vom Gynmnasium genutzt werden, das an anderer Stelle Räume frei macht, in die die Oberschule nachrückt. Trotz der neuen Räume wird das Gymnasium auch künftig mit „Wanderklassen“ arbeiten.

Architekt Ralf Horn aus Adendorf, dessen Büro sich seit zehn Jahren mit den Bauarbeiten am Schulzentrum beschäftigt, trug den Stand der Planungen vor. Auf zwei Etagen sollen acht Unterrichtsräume mit einer Größe von je 62 Quadratmetern entstehen, weitere sechs Räume mit je 68 Quadratmetern. Dazu kommen drei Gruppenräume und ein weiterer Sanitärbereich sowie Technikräume.

Über die Notwendigkeit des Anbaus waren sich die Ausschussmitglieder einig – nicht über die Gestaltung der Dachfläche. Ob die, wie vom Architektenbüro Horn vorgeschlagen, als herkömmliche Dachfläche erstellt wird, oder als begrüntes Dach, oder versehen mit Photovoltaikanlagen, darüber wurde heiß diskutiert.
Architekt Horn sah eine Begrünung „wegen der schlechten Zugänglichtkeit des Dachs“ als nicht sinnvoll an. Ausschussmitglied Rolf Rehfeldt (Grüne) hielt ein Plädoyer für ein Gründach, „um zukunftsgerecht zu sein und mit gutem Beispiel voranzugehen“. Martin Nass (Linke) brachte eine Photovoltaikanlage ins Spiel. Thomas Müller, Leiter des Bernhard-Riemann-Gymnasiums, und Rainer Griebel, Chef der Oberschule am Schiffshebewerk, gaben der Photovoltaikanlage den Vorzug. Man sei am Schulzentrum Scharnebeck schon mit einem Biogarten „gesegnet“, erklärte Müller. Eine Photovoltaikanlage könne man eher „in den Unterricht einbringen“, sagte Griebel.

Einstimmig empfahl der Ausschuss schließlich, die Konstruktion des Daches so anzulegen, dass die Voraussetzungen für die Anlage eines begrünten Dachs oder auch einer Photovoltaikanlage geschaffen werden.

Über die Umsetzung des Anbaus soll am 6. Dezember der Kreisausschuss des Landkreises endgültig entscheiden, später soll über die Gestaltung des Dachs befunden werden. Die Ausschreibung der Bauleistungen ist für spätestens Februar 2018 geplant, mit der Ausführung der Leistungen soll in den Sommerferien 2018 begonnen werden. Die Bauzeit wird dann, so die Schätzung, etwa eineinhalb Jahre betragen.

Damit fehlt im Sanierungspuzzle am Schulzentrum Scharnebeck nur noch ein letztes Stück: Ebenfalls noch im kommenden Jahr soll mit der Sanierung der großen Sporthalle begonnen werden.

Von Ingo Petersen