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Die alte Eisbearbeitungsmaschine im Original und die künftige auf einem Plakat, präsentiert von Alfons Heil (l.) und Roman Zuther. Foto: be

„WM Hi-Tech“ geht in Rente

Adendorf. Viele Tausende Fans, die Jahr für Jahr zum Schlittschuhlaufen ins Walter-Maack-Eisstadion am Scharnebecker Weg kommen, kennen sie: Seit 1996 sorgt die Eisbearbeitungsmaschine „WM Hi-Tech 2301“ vom Hersteller „WM ice technics“ in Südtirol für frisches Eis. Jetzt kommt die Maschine, angeschafft vor 24 Jahren für 18.000 Mark, aufs Altenteil. Eine neue Maschine hat die Gemeinde Adendorf schon bestellt. Kostenpunkt: 130.000 Euro.

23 Jahre lang hat die „WM Hi-Tech 2301“, die in all den Jahren nie einen Spitznamen bekam, treu ihre Dienste geleistet. Pannen: Fehlanzeige. Besondere Vorkommnisse: Ebenso. „Vor jeder Saison ist ein Techniker des Herstellers nach Adendorf gekommen, hat die Maschine gewartet“, erklärt Alfons Heil, der bis zum Frühjahr 2009 Betriebsleiter im Eisstadion war. Das sei bis heute so, ergänzt Roman Zuther, aktuell Betriebsleiter am Scharnebecker Weg.

Alfons Heil ist ein Urgestein des Adendorfer Eislaufs: „Ich bin vom ersten Tag an dabei“, erzählt er. Er war Schwimmmeister im angrenzenden Freibad. Als 1974 die Eislaufbahn, damals noch ohne Dach, eröffnet wurde, wurde Heil auch noch zum Eismeister. Zum Gespräch mit der LZ kam er eigens noch einmal ins Eisstadion, drehte ein paar Runden mit der „WM Hi-Tech 2301“.

Nicht mehr auf dem heutigen Stand

Auch als Alfons Heil im Adendorfer Eisstadion anfing, gab es schon eine Eismaschine – Typ „Zamboni“, die bis 1996 auf dem Eis unterwegs war. Heil erinnert sich: Im Jahrhundertwinter 1978/79 versuchten er und Kollege Erich Röttger der Schneemassen mit der „Zamboni“ Herr zu werden. „Aber wir haben den Versuch abbrechen müssen“, erinnert sich der 73-Jährige. Erst als die ersten Straßen geräumt waren, stand ein Radlader zur Verfügung, der das Eis räumte.

Die jetzt verkaufte „WM Hi-Tech 2301“ wird von einem Ford-Verbrennungsmotor und Superbenzin angetrieben, das regelmäßig vom Bauhof am Eisstadion angeliefert wird. Technisch sei sie nicht mehr auf dem heutigen Stand, berichtet der Betriebsleiter. In neuen Hallen würden Verbrennungsmotoren auch gar nicht mehr zugelassen.

Jetzt stellt die Gemeinde mit dem Nachfolger um – die künftige „WM Mammoth“ wird vollelektrisch betrieben. Mit einem Leergewicht von 4,6 Tonnen ist sie wesentlich schwerer als ihre Vorgängerin, die leer 3,3 Tonnen auf die Waage bringt.

Mitfahren auf der Eismaschine künftig möglich

Und während die jetzt verkaufte „WM Hi-Tech 2301“ ein „Einsitzer“ war, bietet die künftige „WM Mammoth“ mit einem zweiten Sitzplatz mehr Komfort. Das will die Gemeinde nutzen: Das Mitfahren auf der Eismaschine, gegen einen kleinen Obolus, soll künftig möglich sein. „Wir können uns auch vorstellen, dass bei einem Kindergeburtstag das Geburtstagskind ein paar Runden mit der Maschine drehen kann“, sagt Zuther.

Noch unklar ist das Schicksal der „WM Hi-Tech 2301“, die die Gemeinde für 10.000 Euro beim Hersteller in Zahlung geben wird. „Als Ersatzteillager ist sie zu schade. Sicher wird sich für sie noch ein Abnehmer finden“, ist sich Roman Zuther sicher.

Ein bisschen vermissen wird er seine „alte WM Hi-Tech 2301“ schon, vor allem die aufwändigen Ölwechsel – immer um die Weihnachtszeit, zur Mitte der Saison. „Das Fahrerhaus hochnehmen, um an die Maschine zu kommen, den Hydraulikölschlauch wechseln, das Motoröl ablassen, den Ölfilter austauschen und neues Öl einfüllen.“ Eine ölige Angelegenheit.

Von Ingo Petersen

Eislaufsaison geht zu Ende

165 Tage kaltes Vergnügen

Am 3. Oktober 2018 hat die Adendorfer Eislaufsaison begonnen, am kommenden Sonntag, 17. März, ist für Eislauffans die letzte Gelegenheit, um über das Eis zu flitzen. Geöffnet ist das Eisstadion am Scharnebecker Weg noch am Freitag, 9 bis 13 Uhr und 15 bis 17.30 Uhr, am Sonnabend von 14 bis 18 Uhr sowie am Sonntag von 10 bis 13 und 14 bis 18 Uhr. Die Eislaufsaison 2019/2020 wird voraussichtlich wieder am Tag der Deutschen Einheit eröffnet, dem 3. Oktober 2019.