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Thomas Piehl (Mitte) erläutert bei der Bilanz-Pressekonferenz der Sparkasse gemeinsam mit (v.l.) Steffen Müller, Michael Jurr, Torsten Schrell und Henning Arens das Jahresergebnis.

Sparkasse Lüneburg legt vorläufigen Jahresabschluss vor

Von Ulf Stüwe
Lüneburg. Mehr Kunden, ein boomendes Kreditgeschäft und ein kräftiges Plus in der Vermögensbildung – die Sparkasse Lüneburg hat im vergangenen Jah r in wichtigen Bereichen erneut deutlich zugelegt. Lohn der Anstrengung ist ein Jahresüberschuss von 3,9 Millionen Euro. Der fiel allerdings niedriger aus als erwartet. Grund sind Rückgänge bei den Zinsüberschüssen, ausgelöst durch die anhaltende Niedrigzinsphase auf dem Geldmarkt. Weil dabei aller Voraussicht nach vorerst kein Ende in Sicht sei, setzt die Sparkasse auf weiteres Wachstum – und führt erstmals auch Verwahrentgelte für Kundeneinlagen ein.

„Wir werden uns kein Mäntelchen überziehen und darauf warten, dass die Zeiten besser werden“, sagt Thomas Piehl. Die Welt, so der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Lüneburg, habe sich verändert, Piehl machte das beispielhaft an einer Zahl fest: Allein beim Zinsertrag habe die Sparkasse seit 2004 zehn Millionen Euro verloren. Von 2015 auf 2016 schrumpfte der Zinsüberschuss um 2,4 Millionen Euro auf 45,4 Millionen Euro, weitere Verluste in Höhe von fünf Millionen Euro erwarte man in diesem Bereich zudem in den kommenden fünf Jahren. „Wir werden aber nicht jammern, sondern die Chance ergreifen und durch weiteres Wachstum gegensteuern.“

Dazu wolle man erstmals auch über die Grenzen der Region hinaus aktiv werden und sich als „ideales Kreditinstitut innerhalb der Metropolregion Hamburg“ aufstellen. Piehl machte keinen Hehl daraus, dass dies als Reaktion auf entsprechende Entwicklungen im Raum Lüneburg zu verstehen sei, in dem sich die Hamburger Sparkasse seit geraumer Zeit tummelt.

Weiter wachsen soll auch das Kreditgeschäft, geplant sind 500 Millionen Euro bei den Neukreditgeschäften. Bereits das Geschäftsjahr 2016 war von einer sehr hohen Kundennachfrage nach Finanzierungen gekennzeichnet. So wuchs das Kundenkreditvolumen um 7,5 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Treiber hierfür waren vor allem die private Wohnungsbaufinanzierung mit einem Wachstum von 60 Millionen Euro, die gewerbliche Immobilienfinanzierung mit einem Plus von 45 Millionen Euro sowie Investitionsfinanzierungen mit einem Wachstum von 28 Millionen Euro.

Bereits zum 1. April wird die Sparkasse sogenannte Verwahr­entgelte für Kundeneinlagen einführen, vorerst allerdings nur für gewerbliche Kunden. Piehl: „Wir werden dazu auf unsere Kunden zugehen und gemeinsam beraten, welche Summen auf dem Konto die richtigen sind.“ Dieser Negativzins auf Guthaben soll 0,4 Prozent betragen.

Vorstandsmitglied Torsten Schrell blickte dennoch zufrieden auf das Jahresergebnis: „Mit einem Ergebnis vor Steuern von 10,8 Millionen Euro konnten wir bei herausfordernden Rahmenbedingungen ein stabiles und etwas höheres Ergebnis einfahren als im Vorjahr, das uns fit für die Zukunft macht.“

Stabilität kündigte der Vorstand auch für die Anzahl der jetzt 21 Filialen bis 2020 an. Auch die Mitarbeiterzahl soll 500 vorerst nicht unterschreiten. Einen neuen Höchststand verzeichnete die Sparkasse bei den privaten Girokonten, sie wuchsen um mehr als 2000 Konten auf jetzt 95.438. Auch die Giro-Privileg-Konten legten um 1402 auf 35.894 zu, ebenso das Online-Banking, das mittlerweile von jedem zweiten Sparkassen-Kunden genutzt wird. Sparkasse in Zahlen

3,9 Millionen Euro Jahresüberschuss

Mit einer Bilanzsumme von 2,56 Milliarden Euro (Vorjahr 2,39 Mrd.) und einem Jahresüberschuss von 3,9 (3,7) Millionen Euro schließt die Sparkasse ihr Geschäftsjahr 2016 ab. Die Kundenkredite kletterten auf 1,94 (1,81) Milliarden Euro. Der Zinsüberschuss verringerte sich auf 45,4 (47,8) Millionen Euro, der Provisionsüberschuss auf 19,5 (20,5) Millionen Euro. Der Personalaufwand ging auf 33,3 (35,3) Millionen Euro zurück, der Sachaufwand auf 15,4 (15,9) Millionen Euro. Im Jahresdurchschnitt waren 538 (573) Mitarbeiter beschäftigt.