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Frohe Weihnachten – Zeit zum Nachdenken

Weihnachtsgruß im Blog.jj Foto: tamme
Foto: t&w

Auf den letzten Blog-Beitrag gab verbale Entgleisungen wie lange nicht mehr. Ich habe viele veröffentlicht, um zu zeigen, was da unterwegs ist.

Doch ganz eigentlich muss sich niemand angegriffen fühlen, denn es trifft ja nur Avatare, keine echten Menschen. Die steuern nur ihren anonymisierten virtuellen Doppelgänger.

Also, Zeit zum Nachdenken. Cui bono? lg hhjenckel

 

 

 

20 Kommentare

  1. Die steuern nur ihren anonymisierten virtuellen Doppelgänger.
    herr jenckel, nicht alle. ich als atheist wünsche ihnen ein frohes fest. schmunzel.

    • Zeit zum Nachdenken
      Kann man nachvollziehen, sieht man ja auch in den Foren. Kaum ist ein Bericht von Hans-Herbert Jenckel in den Medien, kommen sofort beleidigende Kommentare zum Vorschein. Ist ja einfach, mit Hilfe der Anonymität des Netzes Hasskomentare zu verfassen als persönlich von Angesicht zu Angesicht die selben Äußerungen zu tätigen. Da ziehen die meisten den Schwanz ein.

  2. Was da unterwegs ist

    Der Faschismusvorwurf wird momentan inflationär gebraucht. Ist Trump ein Faschist? Le Pen? Putin? Und was macht echten Faschismus überhaupt aus, schließlich „verfügte der Faschismus über keine Quintessenz, er war ein verschwommener Totalitarismus, eine Collage aus philosophisch-politischen Gedanken, ein Bienenkorb an Widersprüchen“. Die Rede ist vom italienischen Faschismus mussolinischer Prägung, der Satz gilt aber, was den widersprüchlichen Eklektizismus angeht, für all seine Spielarten.

    Weshalb Umberto Eco in seiner brillanten Rede „Urfaschismus“ von 1995 versucht hat, eine Art typologischen Kern freizulegen, Strukturähnlichkeiten herauszuarbeiten. Vierzehn Punkte hat er gefunden, einige davon klingen wie ein Destillat aus aktuellen Analysen: „Der Urfaschismus entstand aus individueller oder sozialer Frustration. Deshalb gehört zu den typischen Merkmalen der Appell an eine frustrierte Mittelklasse, die unter einer ökonomischen Krise oder der Empfindung politischer Demütigung litt.“ Weitere Merkmale: Irrationalismus, gepaart mit der „Kultur der Aktion um der Aktion willen“, um das Volk bei Laune zu halten; der äußere Feind oder Eindringling, weshalb der Faschismus immer ein rassistisches Element beinhaltet; die Obsession einer – meist internationalen – Verschwörung, die ein Belagerungsgefühl erzeugt; das Volk als „theatralische Fiktion“, es dient schließlich nur noch als Akklamationskulisse.

    „Eines dieser Merkmale des Urfaschismus besteht darin, dass er sich in jeder seiner Spielarten auf einen selektiven Populismus, einen sozusagen qualitativen Populismus gründet. In einer Demokratie haben die Bürger individuelle Rechte, aber in ihrer Gesamtheit besitzen sie politischen Einfluß nur unter einem quantitativen Gesichtspunkt – man folgt den Entscheidungen der Mehrheit. Für den Urfaschismus jedoch haben Individuen als Individuen keinerlei Rechte, das Volk dagegen wird als eine Qualität begriffen, als monolithische Einheit, die den Willen aller zum Ausdruck bringt. Da eine große Menschenmenge keinen gemeinsamen Willen besitzen kann, präsentieren sich der bzw. die Führer als Deuter. Da sie ihre Delegationsmacht verloren haben, handeln die Bürger nicht mehr; sie werden lediglich zusammengerufen, um die Rolle des Volkes zu spielen. Daher ist das Volk nichts als eine theatralische Fiktion. Für ein gutes Beispiel des qualitativen Populismus bedürfen wir nicht länger der Piazza Venezia in Rom oder des Nürnberger Parteitagsgeländes. In der Zukunft erwartet uns ein TV- oder Internet-Populismus, in dem die emotionale Reaktion einer ausgewählten Gruppe von Bürgern als Stimme des Volkes dargestellt und akzeptiert werden kann. Aufgrund seines qualitativen Populismus muss der Urfaschismus gegen „verrottete“ parlamentarische Regierungen eingestellt sein. Deshalb ist dies ein untrügliches Zeichen: Wo immer ein Politiker die Legitimität eines Parlaments in Zweifel zieht, weil es angeblich den Willen des Volkes nicht mehr zum Ausdruck bringe, riecht es nach Urfaschismus“, so Umberto Eco.

    Der Text wirkt aufgrund seiner Verknappung und Dialektik wie ein Hochspannungsfeld. Trump, Le Pen und Putin erfüllen mit ihrem Führungsstil oder ihrer Rhetorik übrigens die meisten der vierzehn Punkte. Die momentan noch etwas provinzielleren Führungsfiguren der AfD eifern ihnen nach, so gut sie es können.

    Der Text (Umberto Eco: „Urfaschismus“) ist zu finden auf Zeit.de: http://www.zeit.de/1995/28/Urfaschismus/komplettansicht

    Miit weihnachtlichen Grüßen, aber auch mit großer Sorge vor dem, „was da unterwegs ist“, dargereicht von Anne Heinen

    • Frau Heinen, es wäre schön wenn sie langsam im Zeitalter der Globalisierung ankommen, dann würden Sie bemerken, dass die europäische Faschismus Definition vielleicht ausreicht Politische Gegner zu stigmatisieren und zu diffamieren aber sicher nicht um die Gegenwart zu beschreiben. Ich empfehle Ihnen mal die Bücher und Schriften von Bassam Tibi, Ayaan Hirsi Ali oder Hamed Abdel-Samad dann würden sie bemerken, dass der Faschismus bereits da ist und dank der Verharmloser und Beschwichtiger sich auch in Europa rasant und nachhaltig ausbreitet und seinen Schrecken bereits verbreitet, wie es mittlerweile auch für Sie, beim Weihnachtsmarktanschlag in Berlin, offensichtlich geworden sein müsste. Wenn Leute wie Sie und andere Nebelbombenwerfende Avartare weiterhin die derzeitige Entwicklung ignorieren, werden Sie noch erleben, welch ein Kraftaufwand nötig wird und welche Degeneration des Rechtstaats es zur Folge haben wird, diesen Islamfaschismus wieder einzudämmen.

      • Klaus, auch Kinder sind ein Hochsicherheitsrisiko!!!! Nach dem versuchten Sprengstoffanschlag eines Zwölfjährigen in Ludwigshafen wächst in Deutschland die Angst vor einer zunehmenden Radikalisierung von Kindern. Ich empfehle Ihnen mal die Bücher und Schriften von Michael Winterhoff (Terror aus dem Kinderzimmer), Jirina Prekop (Der kleine Tyrann), Wolf Schneider (Drill hilft), Bernhard Bueb (Lob der Disziplin), Amy Chua (Wie ich meinen Kindern das Siegen beibrachte), dann würden sie bemerken, dass der Faschismus bereits da ist und dank der Verharmloser und Beschwichtiger sich auch in Europa rasant und nachhaltig aus- und seine Schrecken bereits verbreitet. Dabei schlagen Extremismus-Experten wie Kindergärtnerinnen und Grundschulpädagogen schon lange Terroralarm. Eine Erzieherin: „Die Indoktrination von Kindern blickt hierzulande auf eine über 80-jährige Tradition zurück.“ Mittlerweile gehöre es in vielen Gegenden zum guten Ton, wenn Babys bei den kinderärztlichen Vorsorgeuntersuchungen NSU1-6 als erstes Wort „Pegigidada“ sagen. In den Tobeecken der Kitas werde massiv Propaganda gegen Andersspielende gemacht („Murat stinkt nach Kacka!“) und bei der Einschulung trügen ganze Klassen von V-, pardon! I-Männchen „Hogesalein“-T-Shirts. Sie fordert von der Politik umgehend Konsequenzen: „Bundesinnenminister Thomas de Maizière muß endlich handeln und mit eiserner Härte Organisationen wie die ‚Wehrsportkrabbelgruppe Hoffmann‘, die ‚Wickie-Jugend‘ und ‚Die Kinderrechte‘ umgehend verbieten lassen.“

    • Hallo Frau Heinen,

      Sorge ist berechtigt, große Sorge – noch – übertrieben. Jedoch gibt es inzwischen wieder deutlich hervortretende Parallelen, vielleicht, was Eco gut herausarbeitet, weil „der“ Faschismus zwar charakteristische Strukturmerkmale besitzt, aber niemals durch eine kohärente Ideologie bestach. Eine solche lässt sich kaum erkennen. Vielmehr propagierte er – wie manche LZ-Kommentatoren nach dem Vorbild bestimmter Politiker heute auch – radikale „Entschlusskraft und unbedingten Willen“ statt Kompromissorientierung, „Aktion“ statt kritischen Intellekts, „Gefühl“ statt Analyse, „Gemeinschaft“ statt gesellschaftlicher Widersprüche, „Werte“ und „Ideale“ statt Interessen und Kompromisse. Er betrieb einen Kult um Einheit und Reinheit. Und er war auf kriegerische Expansion angelegt. Die liberale Gesellschaft lehnte er ebenso ab wie die sozialistischen [heute: „linksgrünversifften“] Bewegungen. Getragen von überwiegend jungen Männern und oft (aber nicht nur!) von Deklassierten aller Schichten, war er eine klassenübergreifende Sammlungsbewegung – und ein politisches Paradox: Rigide Ordnungsvorstellungen verbanden sich in ihm mit der Lust an der Zerstörung, konservative Beharrung traf auf dynamisch-juvenile Mobilität.

      Die faschistischen Staaten, die nach dem Ersten Weltkrieg entstanden – allen voran Italien und Deutschland –, waren rassistisch, antisozialistisch und autoritär, in ihren Strukturen aber oft polykratisch und netzwerkartig organisiert. An der Spitze stand ein charismatischer Führer. Und den Zusammenhalt stiftete eine permanente propagandistische Mobilmachung.

      Zum neuen Schlagwort avancierte dabei in Deutschland die „Volksgemeinschaft“. Schon während des Ersten Weltkrieges hatte sich der Begriff des Volkes hierzulande grundlegend gewandelt: Er meinte immer seltener eine spezifische soziale Schicht (das „einfache“ Volk im Gegensatz zum Adel, zu den Herrschenden), sondern diente mehr und mehr der Beschwörung einer schichtenübergreifenden „Einheit im Inneren“.

      Der neue Rechtsnationalismus lud diese Idee der Volksgemeinschaft (die sich in abgewandelter Form auch in anderen faschistischen Ländern fand) ethnisch und biologistisch, aber auch anti-judaistisch [heute anti-muslimisch] auf. Den traditionellen Militarismus und den Sozialistenhass des alten Nationalismus nahm er in sich auf und verschärfte ihn: So wurde die Volksgemeinschaft zur Wehrgemeinschaft. Die Gewaltbereitschaft wuchs, die „Aktionen“ gegen politische Gegner wurden radikaler, blutiger, brutaler. Klasseninteressen, ökonomische Spannungen und ethnische Konflikte sollten in einem Krieg gegen innere und äußere Feinde überwunden werden – im Kampf gegen den Liberalismus, gegen den „Laisser-faire-Kapitalismus“, den marxistischen Sozialismus, das „Schwatzbudensystem“ der „etablierten Parteien“ und gegen „die Eliten“.

      Allein zur Demokratie setzte sich die neue Ideologie nicht immer in einen grundsätzlichen Widerspruch – eine unbequeme Erkenntnis, die der amerikanische Soziologe Dylan Riley in einer Vergleichsstudie zum Faschismus in Italien, Spanien und Rumänien formuliert hat: „Faschisten neigen dazu, den Liberalismus abzulehnen, aber die Demokratie [besonders ihre propagandistisch leicht zu manipulierenden plebiszitären Formate der sogenannten „direkten Demokratie“] als politische Formel zu vereinnahmen.“

      Tatsächlich bestanden nicht nur die italienischen Faschisten, sondern auch die Nationalsozialisten darauf, eine neue Form von „totalitärer Demokratie“ errichtet zu haben. So hieß es 1937 in Meyers Lexikon, dass der Nationalsozialismus sich als eine Form der „unmittelbaren Demokratie“ verstehe: „Die Gegenüberstellung von Demokratie und autoritärem Staat oder Diktatur“ sei eine „liberale Fälschung“. Denn gerade der „Führergedanke“ bringe „das Vertrauensverhältnis zwischen Führung und Gefolgschaft zum Ausdruck“, der Nationalsozialismus verstehe sich als „Verwirklichung der germanischen Demokratie“ – einer Demokratie, die ohne Wahlen, Parlamente und Kompromisse auskomme. Den „heutigen ›totalitären Staat‹“, schrieb ein Nationalsozialist 1939, könne man „als eine Art Grenzfall der Demokratie“ betrachten. Der faschistische „Volksstaat“ wurde durch solche Propaganda zu einer wirkmächtigen Zauberformel.

      Aufmerksamen und kritischen Beobachtern konnte es indes nicht entgehen, welche finstere Schattenseite die Zukunft hatte, die Parteien und „Bewegungen“ wie die NSDAP verhießen: Schon in den frühen zwanziger Jahren, also lange vor Hitlers „Machtergreifung“ demonstrierten die Schlägertrupps der SA, welches Schicksal jenen zugedacht war, die keinen Platz in der neuen Volksgemeinschaft hatten [heute geben die einschlägigen „Chatrooms“ der AfD-nahen „Identitären“ und „Neuen Rechten“ bzw. extremistische Äußerungen in diversen Internetforen einen Vorgeschmack].

      Früher oder später mündete der Versuch, eine homogenisierte, „gereinigte“ und standardisierte Gesellschaft zu erschaffen, denn auch in allen faschistischen Ländern in „Ausmerze“, Vernichtung und Gewalt: „Krieg wurde“, wie der französische Philosoph Michel Foucault über Faschismus und Nationalsozialismus schrieb, „nicht mehr im Namen eines Souveräns geführt […], sondern im Namen der Existenz aller“. Die Massaker seien „vital“ geworden: „Gerade als Verwalter des Lebens und Überlebens, der Körper und der Rasse, haben die Regierungen in so vielen Kriegen so viele Menschen töten lassen.“ Auf dem Spiel stand angeblich „nicht mehr die juridische Existenz der Souveränität, sondern die biologische Existenz einer Bevölkerung. Wenn der Völkermord der Traum dieser modernen Mächte war, so nicht aufgrund einer Wiederkehr des alten Rechts zum Töten, sondern eben weil sich die Macht auf der Ebene des Lebens, der Gattung, der Rasse und der Massenphänomene der Bevölkerung abzuspielen schien.“

      • Aufmerksamen und kritischen Beobachtern entgeht es auch heute nicht, welche finstere Schattenseite die Zukunft hat, in der Andersgläubige, Ungläubige und Apostaten getötet werden, wie in den Herkunftsländern dieser muslimischen Gläubigen. Selbst in dem scheinbar am westlichsten orientierten muslimischen Land, der Türkei, ist die Homogenisierung des Landes soweit voran geschritten, dass es fast nur noch muslimische Türken gibt. Der letzte Schritt mit der Sunnitisierung wird dort gerade auf allen Ebenen vollzogen. Selbst in Europa gibt es mit dem Kosovo ein Beispiel für die finstere Schattenseite. Also Herr Reichardt, wer heute sehen will, sollte nicht den Blick auf vergangene Zeiten richten um abzulenken und um sich zum Steigbügelhalter der Dschihadisten machen. Der Dschihad ist eine Pflicht eines jeden Muslims und kommt nicht nur kriegerisch daher, er findet auf allen Ebenen statt, durch das Durchsetzen von muslimischen Regeln und Bräuchen, die Indoktrination in Schulen und Unterricht, den Bau von Moscheen, der Ausbildung und Entsendung von Imanen und der Ausübung von Druck und Gewalt auf die Restbevölkerung und gesellschaftliche Gruppen, wie Homosexuelle, Juden etc. wenn Sie genau hinsehen würden Herr Reichardt, würden Sie erkennen, dass gerade die, die sich dieser Entwicklung entgegenstemmen von Ihnen diffamiert und stigmatisiert werden.

    • Andreas Janowitz

      Die AfD, Identitären und Reichsbürger verfolgen m.E. eher den Ansatz der „Christian Identity“.
      Das Absprechen der Legitimation staatlicher Organe spricht dafür, denn obwohl es gewaltige Interessenkonflikte zwischen Unternehmensangestellten und ausführenden Beamten gibt werden bisweilen amüsante Paragraphenkonstrukte gezimmert, die auf eine weitreichende Verschwörung hinauslaufen.
      „End the FED“ und „Raus aus dem Euro“ sind mit denselben Chiffren besetzt. Es dreht sich dort fast ausschließlich um eine von Juden gelenkte Weltbank, meist dezidiert als „Rothschildbank“.
      Der quasi genetisch Bedingten gewalttätigen Veranlagung von Muslimen werden eigene, natürlich „christliche“, Werte gegenübergestellt.
      Ich würde auch dort von einer homogenen Ideologie sprechen.

      • Ihrer Ansicht nach vielleicht. Ihre Aussagen sind aber weder von den o.g. authorisiert, noch entsprechen Ihre Aussagen den Prinzipien der o.g.

      • Mir ist die christliche Identität ,die Grundsätze enthält, wie „haltet mit allen Menschen Frieden,Liebe Deinen nächsten oder , stehe Witwen und Waisen in ihrer Not bei, erheblich lieber als „tötet die Ungläubigen, wo ihr sie erblickt“ und andere der über 150 Suren, die dies ebenso enthalten.
        Ich persönlich habe als Christ in Deutschland noch nie soviel Hass auf die autochthone Bevölkerung und Juden kennengelernt, wie in den letzten Jahren.
        Und dieser Hass ging nicht von der AfD aus, die sich m. M. n. religiös völlig neutral verhält und sich an der Gesetzgebung hier orientiert und fordert,daß hierzu wieder zurückgekehrt wird.

        • Hass geht sehr selten von einer partei aus. hass kommt von bürgern und zwar vom kleinen teil, es gibt aber parteien, die benutzen diesen für ihre zwecke. die afd ist so eine partei.
          ,,Und dieser Hass ging nicht von der AfD aus, die sich m. M. n. religiös völlig neutral verhält und sich an der Gesetzgebung hier orientiert und fordert,daß hierzu wieder zurückgekehrt wird.,,
          Andrea ,,-,, dieses ist eine ente. die afd benutzt den hass.

    • Warnung vor der Warnung

      Von Max Frisch stammt (sinngemäss) die Sentenz: „Wenn Ehrlichkeit hiesse, einfach alles zu sagen, es wäre einfach, ehrlich zu sein; … Tugend auf Kosten der anderen.“

      1. Ich erinnere eine Situation in meiner Jugend, eine Szene in der ich und meine Freundin Elisabeth im Park saßen und „Gespräche“ führten, die sich im Wesentlichen darum drehten, ob sie mich küssen wird oder mich sie küssen lässt. Es war klar dass Elisabeth um 13:00 Uhr zu Hause sein musste, und wir kamen nicht weiter. Wir hatten nun schon eine gedehnte lange Weile geredet. Endlich fragte sie mich wie spät es wohl sei und ich sagte 12:00 Uhr. Ich hatte keine Ahnung, aber ich wollte nicht dass die Situation aufhörte. Also sagte ich zwölf. Es war eine Lüge. Ich wusste das. Sie wusste das.

      2. Ich erinnere eine Situation während meines Studiums, eine Szene, in der ich ein Referat zu halten gehabt hätte, das ich aber aus Gründen ausgedehnter Freizeitgestaltung, nicht vorbereitet hatte. Im Seminar erklärte ich, dass ich die Arbeit bedauerlicherweise zuhause hätte liegen gelassen, aber in der Lage sei, die drei zentralen Thesen auch ohne meine Ausarbeitung würde vortragen können. „Um uns die Diskussion zu ermöglichen.“ (Gottnee, war das smart). Das war eine – sozusagen – Gesamtlüge. Ich wusste das. Der Professor wusste das.

      3. Ich erinnere eine Situation aus meinem Berufsleben, eine Szene, in der es darum ging, ein Unternehmen zu kaufen. Meine Partei hatte, vom dreisten Willen zur Tat einmal abgesehen, nichts vorzuweisen: kein Mandat, keine Finanzierung, nicht einmal einen Plan. In der Verhandlung jedoch agierten wir, als wären wir (ich war einer von drei Verhandlern) die Entscheider, hätten alles Geld der Welt und wüssten genau, was wir täten. Das war eine Lüge. Wir wussten das, und unsere Gegenüber wussten das.

      Meine Ex, die, was mich betrifft, es mit dem Wort genau nahm, nannte mich öfter einen Lügner, ich würde „Geschichten“ erzählen. Ich wäre, s.o., niemals auf die Idee gekommen, von Lügen zu sprechen. Das war „Gestaltung“, bei Steve Jobs sprach man vom „reality distortion field“, und noch früher war es so, dass alle Kreter lügen.

      Um von einer Lüge zu sprechen bedarf es, ich sag das mal versuchsweise, eines üblen Vorsatzes, einer böswilligen Intention. Eine Lüge fügt Schaden zu, sieht das Gegenüber als Feind, nicht-Ich, den zu hintergehen gerechtfertigt sei. Und die Linie zwischen Lüge und Betrug ist hauchdünn. Ich habe mich auch einer solchen, tatsächlichen Lüge schuldig gemacht, da will ich hier nicht ins Detail gehen. Inzwischen aber verwischen die Grenzlinien.

      4. Nehmen wir eine Steuererklärung. Ich habe neulich gelesen (wo?), dass ein und dieselbe Steuererklärung bei verschiedenen Finanzämtern zu maximal differierenden Steuerbescheiden führt. Und welche Art Wirklichkeitsdiffusion wäre das dann? Als Nutzniesser oder Betroffener wäre ich nicht einmal der Täter! Lügt jemand? Betrügt jemand? Ist Fahrlässigkeit im Spiel, und wenn ja, in welche die Wirklichkeit beugende Kategorie fiele das?

      5. Oder das berühmte Idiom: „Drei Zeugen, fünf Unfälle“. In aller Regel dürfen wir davon ausgehen, dass höchstens die Beteiligten ein Interesse daran haben, die Vergangenheit „zu gestalten“. Aber warum widersprechen sich die Zeugen? Möglicherweise sind affektive oder Vorurteils-behaftete Einstellungen im Spiel, vielleicht träumte der Zeuge vor sich hin und hat in Wahrheit gar nichts beobachtet … die Aussage hat er/sie sich vielleicht erst im Nachhinein „plausibilisiert“?

      6. Ein anderes Beispiel sind Gutachter. Wie kann es sein, dass ein gegebener Sachverhalt, der nicht die Unwissenheitsregionen wissenschaftlicher Randgebiete berührt, von zwei „gleichrangigen“ Experten diametral anders bewertet, ja sogar beschrieben wird? Lügen die Experten, wenn sie eine Zurechnungsfähigkeit oder Unbedenklichkeit konstatieren?

      Das postfaktische Zeitalter wurde nicht erst heute erfunden.

      Ich fürchte, es begann, als wir uns daran gewöhnten, der Gestaltung der Wirklichkeit Raum zu geben. Auch das fiel nicht vom Himmel: wie oft hatte sich gezeigt, dass eine „behauptete“ Wirklichkeit eine geheime Kraft in sich bergen kann, hin zu einer realen Wirklichkeit, sagen wir, emporzuwachsen. So oder wenigstens so ähnlich ist es uns nun mit The Donald ergangen: aus einer frechen, aberwitzigen Behauptung, ohne sachliche oder Vernunft-gebundene Grundlage, ist eine Tatsache gewachsen. Und, schönes Paradox, auf der Grundlage eines offenbaren, x-fach nachgewiesenen Lügengebäudes. Des Kaisers neue Kleider? Es war umgekehrt, er sei nackt, rief der Kaiser ( … hilflos, verleumndet, Freund des einfachen Mannes, Wallstreetfighter – drain the swamp!). Und sass mit entzündetem Schlips in seinem Goldpalast.

      Übrigens: der Wahrheit geht es ja keineswegs besser. Irgendwie ist auch sie uns abhanden gekommen, als hätten sich Himmel und Hölle auf die Mitte geeinigt und verabredet, als hätten sie alle Vergangenheit für Null und nichtig erklärt. Sogar auch diese Diskussion hat Tradition; früher haben wir den gleichen Sachverhalt unter „subjektiv/objektiv“ verhandelt.

      Jetzt scheint es, als sei die Eskalation nicht aufzuhalten. Inzwischen werden Wahrheitskommissionen ebenso wie eine linke Lügen-Bekämpfungspropaganda gefordet, oft in einem Atemzug. Mit einer Vielzahl von schlüssig klingenden Einzelbegründungen werden solide Karrieren zugunsten von heldenhaft-blauäugig-gutwilligen, schlecht durchdachten Politikinitiativen beendet. Die Not ist gross. Die Zukunft liegt im Dustern.

      Wenn es nur mir auffällt, muss der Fehler bei mir liegen: für mich sind das Anzeichen kollektiven Wahnsinns, eines lustig bimmelnden Untergangs. Es ist schlimmer: beklagte ich noch im … vor?letzten Jahr die politische Agonie der westlichen Gesellschaften, die Gleichgültigkeit von Generationen, die aufgehört hätten, sich um die gesellschaftlichen Belange zu bekümmern, so erscheint es mir heute, als wäre eine Myriade von Dämonen aus der Flasche, als würde ich „die Geister, die ich rief, nun nicht mehr los.“

      Denn jetzt wird nicht mehr nur die Wahrheit gebeugt, die Lüge verniedlicht, das Objektive verkleckert und alles Urteil verliert sich im Nebel, – jetzt wird es laut und hässlich, jetzt vermischen sich Versionen und Derivate mit Beleidigungen mit Bedrohungen, Übergriffen und Verbrechen. Ich muss fürchten, dass die Warnung (wie bei Trump geschehen) sogar befördert, wovor sie warnt. Und wenn mir jetzt die Bartholomäusnacht einfällt, die Kristallnacht oder der Bürgerkrieg, muss ich mich fragen, ob das nicht am Ende zur selffulfilling prophecy gerät.

      Von Christa Wolf stammt die Frage: „Wann Krieg beginnt, das kann man wissen, aber wann beginnt der Vorkrieg. Falls es da Regeln gäbe, müsste man sie weitersagen. In Ton, in Stein eingraben, überliefern. Was stünde da. Da stünde, unter andern Sätzen: Laßt euch nicht von den Eignen täuschen.“

      Wie fühlte sich Weimar an?

      LG, Isaak

  3. Lieber Herr Bruns,

    Ihnen ist die Jenckelsche Pointe entgangen:

    „Nur Avatare, keine echten Menschen [..,] steuern [hier im Forum] nur ihren anonymisierten virtuellen Doppelgänger“.

    Natürlich „steuern“ Avatare gar nichts, Herr Bruns (Da sind Sie der Jenckelschen Spitzenironie auf den Leim gegangen!), sie werden gesteuert — und zwar von den Srömungen und Strudeln der umlaufenden Phrasen- und Parolenmeere, die quasi durch sie hindurchfluten und an bestimmten Stellen (z. B. hier bei Blog.jj) wieder aus ihnen hervorbrechen. (Übrigens „spielen“ Avatare auch nicht, denn das würde ja einen selbstbestimmten Spieler voraussetzen.) Deswegen ist es auch ganz gleichgültig, ob wir es mit den „anonymisierten virtuellen Doppelgängern“ im Blog oder mit den ihnen korrespondierende Avataren aus dem „realen Leben“ zu tun haben. BEIDE haben keine eigene Stimme und keine eigenen Gedanken, sie lassen nur ein und aus, was „das Gerede“ ihnen diktiert. Darum sagen sie auch so gerne „man“, darum solidarisieren sie sich mit einem ausgedachten „Volk“, weil sie insgeheim wissen, „Ich“ zu sagen, wäre die größte Lüge: sie genießen und vergnügen sich, wie „man“ genießt (um mal ein wenig zu heideggern); sie lesen, sehen und urteilen, wie „man“ sieht und urteilt; sie ziehen sich aber auch vom „großen Haufen” (der links-grün Versifften) zurück, wie „man“ sich zurückzieht; sie finden empörend, was „man“ empörend findet. „Das Man“, das kein bestimmtes ist und das Alle irgendwie, obzwar nicht als Summe, sind, schreibt ihnen ihre Seinsart der Alltäglichkeit vor.

    „C’est faux de dire: Je pense. On devrait dire: On me pense.“ („Es ist falsch, zu sagen: Ich denke. Es müsste heißen: Man denkt mich.“) – wie Arthur Rimbaud in seinem Brief vom 13. Mai 1871 an Georges Izambard geschrieben hat, könnten ebenso die Folgenden ausrufen:

    Hildegard Trautwein, Jan, Ulf Martens, b.W., Alois, Ditmar Rahlfeldt, Simon, Renata, Thomas Rinke, Wieland, Andre Hebsen, Brandt, Gerd Kaminski, Johannes, Klaus und Peter, Dick und Doof, Lydia, Gerald, andy, Arne Wentrop, Nico Resinger, Gregor, Christina Schwieger, Linus T., Eric Gerstner, Maria, Halina, Werner, Flo, Falk, rüdiger, Dennis, Nor und Bert und Bundeskasper. (Die Aliasse dieser Papageien werden sich verfielfältigen.)

    • Liebe
      Margot Winter

      Natürlich „steuern“ Avatare gar nichts, Herr Bruns (Da sind Sie der Jenckelschen Spitzenironie auf den Leim gegangen!)
      der film avatare , ist ein beispiel, um nicht darauf reinzufallen. schmunzel. nun meine ich aber, auch herr jenckel ist nur ein mensch. hm hm. er teilte mir mal mit, man sollte hier nicht um mehrere ecken denken, die meisten haben schon probleme mit geradeaus. wenn sie aber den film bis zum ende gesehen haben, konnten sie sehen, wie ein mensch die seite wechseln kann. er braucht sich nur selbst viel einreden, irgendwann glaubt er es selbst. und siehe da, er lebt trotzdem immer noch. übrigens, das wort ,,eigentlich,, wurde in diesem zusammenhang von herrn jenckel , meiner meinung nach, nicht zufällig gewählt. die werbung benutzt die gleiche technik , wie die rechten spaßvögel, durch ständiges wiederholen , wird eben doch etwas erreicht. die wiederholungen können garnicht dämlich genug sein, als das nichts haften bleibt. demnach steuern auch avatare etwas. zumindest hier sich selbst. hinter einem avatar steht immer jemand.leere hüllen sind hier ja nicht unterwegs, obwohl man es manchmal glauben könnte.beleidigt fühlen sich hier auch avatare. oder, ist das wort avatare hier nur benutzt worden , um eine gewisse schärfe herauszunehmen? ich meine ja. das geldverdienen muss ja weitergehen.

    • Hallo Frau Winter und Herr Bruns,

      ein anderer Aspekt desselben Themas sind bewusst lügende anonyme Rechte. Die Social-Media-Redakteurin Karolin Schwarz und der Software-Entwickler Lutz Helm widmen sich nur einer einzigen Richtung, nämlich der Fake News über Flüchtlinge, „Südländer“ und Nordafrikaner, die derzeit recht gern in einen Topf geworfen werden, egal warum und wie lange sie schon in Deutschland sind. Sie verzeichnen die Fälle auf einer Landkarte, im Internet einsehbar unter http://hoaxmap.org. 436 Gerüchte sind das derzeit. Ihr Ziel, so erklären sie bei ihrem Panel beim Chaos Communication Congress, sei die Schaffung einer Datenbank sowie der Anstoß einer Debatte über Medienkompetenz. Denn Fake News werden zwar vor allem auf privaten Facebookprofilen geteilt, aber auch Parteien wie AfD und FPÖ und auch die CDU mischen ganz vorne mit. Rechte Facebookseiten sind oft Urheber von Falschmeldungen, aber auch Leserbriefe in lokalen Medien streuen Gerüchte, die nicht verifiziert werden und sich dann unkontrolliert ausbreiten.

      Die Hoaxmap-Macher berichten von ein paar besonders drastischen Beispielen. Tanja Festerling, vor allem als Pegida-Rednerin in Erscheinung getreten, berichtete, vor der Klinik in Dresden würden Zelte aufgebaut, und das Klinik-Personal berichte von TBC-Fällen. Dazu postete sie ein Bild der Zelte. Es stellte sich heraus, dass diese für eine betriebliche Feier aufgestellt worden waren, um die Einweihung eines Erweiterungsbaus der Klinik zu feiern. Auch der sächsische AfD-Abgeordnete Carsten Hütter lief mit seiner Anfrage zu gehäuften Vorkommen von Vergewaltigungen durch Asylbewerber im Maxim-Gorki-Park ins Leere. Die lapidare Antwort der Landesregierung: Es gebe in Sachsen keinen Maxim-Gorki-Park.

      Das Problem solcher Fälle liegt vor allem darin, dass sie deutlich weitere Verbreitung finden als die Richtigstellungen. Eine Ausnahme bildet der Edeka-Marktleiter Herr Wollny aus Friedberg, dem Gerüchte zu Ohren gekommen waren, „Asylanten“ klauten ihm „seinen Laden leer“, und die Medien seien zum Schweigen verpflichtet. Er machte seinem Ärger in einem Facebook-Post Luft, der bislang fast 14.000 Mal geteilt wurde.

      Schwarz und Helm führen ausführlich Statistik, wann und wo Fake News entstehen. Der Höhepunkt lag demnach zwischen September 2015 und März 2016. Die höchste Pro-Kopf-Quote weisen die Bundesländer Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt auf, während man sich in Bayern vor allem über angeblich ungebührlich in Anspruch genommene Geld-und Sachleistungen durch Asylbewerber echauffiert. Falschmeldungen Raub und Diebstahl betreffend hingegen sind recht gleichmäßig über die Landkarte verteilt. Und: Bei den allermeisten Falschmeldungen lässt sich nicht zurückverfolgen, wer sie ursprünglich in die Welt gesetzt hat und wie sie sich dann verbreitet haben.

      • Andreas Janowitz

        „…ein anderer Aspekt desselben Themas sind bewusst lügende anonyme Rechte…“
        Sehr richtig! Es ließe sich an diesem Forum demonstrieren.

        Wobei ich allerdings wegen der „Entgleisungen“ doch schmunzeln musste. Angesichts der wüsten Schimpftriaden in FB oder YT Foren geht es hier doch eher beschaulich zu.

        Eine Frage an Sie: ist ihres Wissens aufgefallen ob die tausenden „Roland Freislers“, Heinrich Himmlers“ oder andere promintete Vertreter des 3. Reiches auf FB überproportional häufig Ursprung solcher falschen Behauptungen sind?

        • Hallo Herr Janowitz,

          Spezialfragen dieses Typs können wir hier im Polizeipräsidium Lüneburg nicht beantworten. Wir beschäftigen uns mit der Identität von einzelnen Tätern, nicht mit statistischen Erhebungen über Namensklassen. Wenn Sie wissen möchten, ob es diesbezüglich zuverlässige Informationen gibt oder wohin Sie sich wenden müssen, um das zu erfahren, schreiben Sie an mail@hoaxmap.org

        • ich befürchte, dass meiste entspringt bei jenen als hirngespiste und nur in anlehnung an die vergangenheit, wo ja angeblich auch nicht alles schlecht war. zusammenhänge richtig zu erkennen, ist nun mal nicht jedermanns sache. druck erzeugt gegendruck, gewalt gegengewalt. niedriglohnsektor neid, usw.wenn eliten versagen, wie sieht da die gegenbewegung aus?

        • @Andreas

          „…ein anderer Aspekt desselben Themas sind bewusst lügende anonyme Linke…“
          Sehr richtig! Es ließe sich an diesem Forum demonstrieren.

          Wobei ich allerdings wegen der „Entgleisungen“ doch schmunzeln musste. Angesichts der wüsten Schimpftriaden in FB oder YT Foren geht es hier doch eher beschaulich zu.

          Eine Frage an Sie: ist ihres Wissens aufgefallen ob die tausenden „Walter Ulbrichts “, Honeckers “ oder andere prominente Vertreter der DDR und seiner Freunde des antifaschistischen Schutzwalles auf FB überproportional häufig Ursprung solcher falschen Behauptungen sind?

  4. Marlies Michels-Honrichsen

    Sehr geehrter Hans-Herbert Jenckel,

    ich möchte mich bei Ihnen daür bedanken, dass Sie den Lüneburgern mit Ihrem Blog.jj eine erstklassige Debattenplattform zur Verfügung gestellt haben und diese nun schon seit über zwei Jahren mit generöser Umsicht und wahrhafter Liberalität pflegen und moderieren. Es gibt echte, bundesweit beachtete und bis nach Brüssel ausstrahlende „Highlights“ bürgerlich-politischer Diskussionskultur wie z. B. „Hiltrud Lotze und das Thema Fracking“ (https://www.landeszeitung.de/blog/blog-jj/339248-wo-hiltrud-lotze-die-rote-linie-beim-fracking-zieht) oder „Die Skandale um den sogenannten Libeskind-Bau“ (https://www.landeszeitung.de/blog/blog-jj/384915-rund-100-millionen-kostet-der-libeskind-bau-und-das-land-zahlt) und es gibt betrübliche Dokumentationen geistiger Verirrungen und Kontrollverluste wie beim Thema „Terror in allen seinen Hinsichten“ in diesem Dezember (https://www.landeszeitung.de/blog/blog-jj/388899-388899) oder beim Thema „Flüchtlinge und Hass“ im zurückliegenden Januar (https://www.landeszeitung.de/blog/blog-jj/298919-298919). Hier werden immerhin spätere Geschichtsschreiber eine erstklassige Quelle für giftigste Äußerungen erbärmlicher Menschenverachtung vorfinden, die „direkt aus der Hefe des Volkes“ emporgestiegen ist. Aber auch inmitten dieser Tobenden und Wütenden lassen sich vereinzelt Stimmen gelassener Vernunft finden, die sich der verbalen Gewalt entgegenstellen, für Nachdenken und Besonnenheit werben und die Ihr Forum zu einer Lehranstalt aufklärerischen Denkens und Argumentierens machen.

    Dafür bedanke ich mich.

    Ihre Marlies Michels-Honrichsen (Lüneburg und Berlin)