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Sie diskutierten zum Wahlkampfauftakt der Lüneburger SPD über „heiße Eisen“ (v.l.): Bundestagsabgeordnete Hiltrud Lotze, Landtagsabgeordnete Andrea Schröder-Ehlers und Gerry Hungbauer, der in der TV-Serie „Rote Rosen“ den Lüneburger Oberbürgermeister Thomas Jansen spielt. Foto: be

Lüneburg stehen gleich drei Wahlen bevor

Lüneburg. Die Lüneburger können sich in diesem Jahr wohl auf gleich drei Wahlen gefasst machen: Nach der regulären Bundestagswahl und der zu erwartenden Neuwahl des Landtags wird auch eine Wahl in der Lüneburger TV-Serie „Rote Rosen“ eine Rolle spielen. Das erklärte Schauspieler Gerry Hungbauer, der in der Telenovela als Oberbürgermeister Thomas Jansen agiert, in einem zum Familienfest-Programm gehörenden Interview mit der SPD-Bundestagsabgeordneten Hiltrud Lotze am Sonnabend zum Auftakt des Bundeswahlkampfes der Lüneburger Sozialdemokraten im Clamart-Park. Dabei schlüpfte der Schauspieler nicht in die Rolle eines SPD-Unterstützers, sondern er kam als Privatmann, als mündiger Bürger mit Wahlrecht in Lüneburg. Er forderte die Besucher zum Urnengang auf und dazu, sich – wie er selbst – im Vorfeld über die Parteien und ihre Ziele, beispielsweise durch Zeitungslektüre, zu informieren.

Landtagsabgeordnete Topthema des Tages war natürlich der am Freitag angekündigte Seitenwechsel der Grünen-Abgeordneten Elke Twesten im Niedersächsischen Landtag, die künftig im Sinne der CDU abstimmen will und damit die hauchdünne Mehrheit der SPD gekippt hat.

Die Lüneburger SPD-Landtagsabgeordnete An­drea Schröder-Ehlers war am Freitag in Hannover: „Die Nachricht hatte uns alle sehr überrascht. Wir hatten mit ihr vor der Sommerpause noch geredet, es gab keine Anzeichen für einen Wechsel.“ Noch am Freitag gab es eine Sitzung der SPD-Fraktion: „Wir haben uns klar für Neuwahlen ausgesprochen. Der Wille der Wähler soll seinen Wert haben, eine Regierungsbildung kann nicht von einer Einzelnen abhängen.“ Dass es Neuwahlen bereits zeitgleich mit der Bundestagswahl gibt, davon geht Schröder-Ehlers nicht aus: „Für eine Neuwahl ist zunächst eine Zweidrittelmehrheit nötig, der Landtag kann sich nicht einfach so auflösen. Es braucht ein formelles Verfahren – und das kostet Zeit.“

„Die Wähler entscheiden, wer im Niedersächsischen Landtag regiert“, sagt auch die wieder kandidierende Bundestagsabgeordnete Hiltrud Lotze: „Was die ,Kollegin‘ Twesten gemacht hat, ist demokratieschädigend. Ihre Entscheidung fiel aus meiner Sicht aus persönlichen und nicht aus politischen Gründen.“

Für große und kleine Besucher gab es am Sonnabend im Clamart-Park an den Ständen Speisen und Getränke. Die Kinder hatten ihren Spaß am Fips Spielmobil, sie konnten Einrad fahren, auf Stelzen laufen oder riesige Seifenblasen in die Luft blasen. Zum Auftakt der Fete gab die BlueBand den Ton an, danach sorgte die Mainstreet Band vor allem mit bekannten Jazz-Songs für Unterhaltung beim SPD-Familienfest. rast