Aktuell
Home | Kultur Lokal | Albrecht und Beeck in der KulturBäckerei
Albrecht und Beeck machen nach 2016 erneut Station in Lüneburg. Foto: oc
Kristin Albrecht und Karoline Beeck machen nach 2016 erneut Station in Lüneburg. Foto: oc

Albrecht und Beeck in der KulturBäckerei

Lüneburg. Das Artrium oben in der KulturBäckerei ist leergeräumt und wirkt plötzlich ganz schön groß. Die Stellwände sind rausgeräumt, nur in der Mitte steht ei ne, aber das ist eine andere, in etwa so eine, wie sie auf Bahnsteigen anzutreffen ist. Die Station heißt „Vor der Sülze“, was eindeutig auf Lüneburg verweist, und sie hat zwei Ausgänge. Sie führen zu Kristin Albrecht bzw. zu Karoline Beeck. Die beiden Künstlerinnen haben die Station mit wenigen, vieldeutigen Zeichen ausgestattet – bis zum 24. September.

Albrecht und Beeck waren an der Ausstellung „Rien ne va plus“ Anfang 2016 in der KulturBäckerei beteiligt. Vergeben wurde dort ein Publikumspreis, er ging an die beiden Berlinerinnen. Nun sind sie da, in ihrer Lüneburger Station, in der ein schrabbeliger Mülleimer steht und eine auch nicht mehr taufrische Wartebank. Kann sein, dass eine leere Buddel Bier rumsteht und ein vegessenes Glas Würstchen. Letzteres hätte Bezug zu den Wurstfahnen, die den Raum unter der Decke säumen wie für ein Firmen- oder anderes Fest.

Karoline Beeck hat Bildhauerei studiert

Man kann sich so eine Wurstfahne mitnehmen oder ein Extrablatt, das wie andere Billigblätter ausliegt und sich bei genauerem Hinlesen als Altpapier entlarvt. Karoline Beeck hat Bildhauerei studiert, befasst sich viel mit Raumgstaltungen, bezieht Fotografie, auch Malerei ein. Das Absurde wird in ihrem Zitat zur Raumgestatung deutlich: „Das Atrium, ein Raum der Gemeinschaft. Die Fahne, ein Symbol der Gemeinschaft. Und am Ende mehr Wurst als Hunger.“

Kristin Albrecht, Freie-Kunst-Meisterschülerin, hat die Plakatwand aufgestellt. Sie wirkt wie von der Zeit angefressen und vergessen. Schicht um Schicht haben sich Plakate abgelagert, die sich nun abzulösen scheinen. Manche sind nur noch blasses Farbgebilde, von anderen sind noch Motive oder Wortfetzen zu sehen, und für Irritation sorgen Ausschnitte von gründlichen Bleistiftzeichnungen. Das war‘s, „Vor der Sülze“ bleibt eine skurrile, unbelebte und dadurch befremdende Station. oc