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Im Schatten des Libeskind-Baus muss das Vamos schließen. Die Halle soll zunächst wieder für den Sport genutzt werden. Im LZ-Interview spricht Geschäftsführer Klaus Hoppe über das Aus. (Foto: be)

Vamos schließt zum Jahresende — Interview mit Klaus Hoppe

Lüneburg. Nach 23 Jahren schließt zum Jahresende das Vamos, ein Ort, der nicht nur für Partys gut war, sondern mit Kulturveranstaltungen in Lüneburg so etwas wie die Stadthalle darstellte. Mehr als 2500 Partys und mehr als 500 Konzerte, Theater-, Comedy- und andere kulturell geprägte Abende kann Campus-Pressesprecherin Nele Jennert auflisten. Einiges kommt noch bis Jahresende hinzu.

Das Vamos entstand als studentische Initiative, die in Absprache mit der damaligen Universitätsleitung – ohne Mietkosten – aus der ehemaligen Kasernensporthalle einen zunächst improvisierten, rein studentischen Party-/Kulturbetrieb aufbaute. Mit den Jahren – als Unternehmen der Campus Management GmbH – entwickelte sich ein professionell geführter Lüneburger Veranstaltungsort. Mehr als 2500 Studi-Jobs wurden in der Zeit vergeben. Mit dem Präsidium der Leuphana gab es aber ein langes Hickhack um den Mietvertrag, in dessen Verlauf die Vamos-Betreiber eine Petition einsetzten, bei der 14 400 Stimmen für eine Verlängerung des Vertrags votierten.

Die Leuphana aber hat andere Pläne mit dem Gebäude. Dazu Pressesprecher Henning Zühlsdorff: „Die Universität wird im Laufe des kommenden Jahres das Gebäude zunächst einmal für die Nutzung als Sporthalle herrichten. Das ist deshalb notwendig, weil die alte Sporthalle abgerissen und durch einen Neubau ersetzt wird.“

Zum Ende des Vamos und den Folgen daraus nimmt Campus-Geschäftsführer Klaus Hoppe Stellung.

Interview

Am 29. Dezember steigt das letzte Konzert im Vamos. Müssen Sie die Halle gleich am 31. übergeben?
Klaus Hoppe: Mit der Silvesterparty am 31. Dezember ist Schluss für die Vamos-Kulturhalle an diesem Standort. Nach heutigem Stand gibt es noch 44 Möglichkeiten, Veranstaltungen im Vamos zu besuchen. Zum Beispiel kommt am 17. Dezember das Vollplayback Theater, am 20. findet die letzte 2017er-Veranstaltung von „Lüneburg singt“ statt, am 29. tritt Torfrock auf und die letzte 40up-Party wird veranstaltet. Ab 2. Januar beginnt der Abbau der Technik, des Tresens und unseres Inventars. Ende Januar werden wir die dann leergeräumte, ehemalige Kasernensporthalle an die Leuphana Universität zurückgeben.

Wird Campus mit dem Ende des Vamos Personal entlassen?
Nach heutigem Stand müssen wir dies nicht und konnten im Rahmen natürlicher Personalfluktuation schrumpfen, beispielsweise bei Technik und Reinigung. Wir wollen die Kompetenzen unserer Mitarbeiter für Campus und Lüneburg erhalten. Natürlich hängt unsere Personalstärke vom Erfolg zukünftiger Partys, Kulturveranstaltungen und weiterer Events an anderen Orten ab.

Mit dem Vamos wurde Geld verdient. Wie fangen Sie die Verluste auf?
Ja, mit dem Vamos wurde Geld verdient, und wir konnten mit diesem Geld viel erreichen. Wir haben in den letzten 23 Jahren mehr als 1,25 Millionen Euro ausgegeben, um Verluste von Kulturveranstaltungen auszugleichen. Wir haben die SVG in den letzten Jahren mit knapp 230 000 Euro gesponsert und unseren Beitrag geleistet, dass sie in der 1. Volleyballbundesliga sind. Wir haben viel Zeit und Geld in die Initiierung der Arena Lüneburger Land investiert. Wir haben zehn Jahre Cambio CarSharing gefördert. Solche Dinge können wir zukünftig nicht mehr unterstützen. Campus geht ein bedeutender Teil Innovationskraft verloren – allerdings nur in wirtschaftlicher Sicht.

Sie haben in der Halle viel Technik installiert: Licht, Traversen etc. Was passiert damit?
Wir werden natürlich alles mitnehmen, und man wird es sicher an anderen Orten wiederentdecken.

Bei der neuen Arena kamen Sie als Betreiber nicht zum Zug. Haben Sie Pläne, über die Ritterakademie hinaus als Veranstalter präsent zu bleiben?
Die neue Arena ist mittlerweile ein trauriges Thema. Bis heute ist für sie kein Baubeginn festgelegt und kein unterschriebener Betreibervertrag existent. Ich rechne nicht mit einer zeitnahen Inbetriebnahme. In der Ritterakademie werden wir die Veranstaltungsdichte steigern. Im Theater werden wir im nächsten Jahr unsere erste Veranstaltung durchführen. Eventuell erhalten wir noch einen zweiten Termin. Der nächstgrößere Raum, der für Kultur bezahlbar ist, ist dann die Aula der Herderschule. Lüneburg fehlt auf Sicht ein mittelgroßer Ort für Kultur. Keine Vamos-Kulturhalle, keine Arena. . .
Aber ich möchte mich unbedingt bei der Institution Universität bedanken, die vor 23 Jahren jungen Studierenden vertraute und gestalterischen Raum bot, auf dem Universitätscampus einen Kultur- und Eventort für die ganze Region zu schaffen. Es entstand daraus bis heute ein großer Betrieb mit 200 Mitarbeitern und 16 Geschäftsfeldern und das aus meiner Sicht Schönste: Das ganze Unternehmen liegt in gemeinnütziger Hand. Dieses Modell, Firmen in gemeinnützige Hände zu legen, wird aktuell von Firmen wie Viva con Aqua oder Lemonaid genau wie bei uns genutzt.

Vom Studenten zum Unternehmer

Klaus Hoppe (48), Geschäftsführer Campus Management, war schon als Student und AStA-Referent mit dabei, als sich ein Verein gründete, um die frühere Kasernensporthalle zum Ort für Partys und Kultur umzuwandeln.

Seit 1999 ist Hoppe Geschäftsführer der Campus Managment GmbH mit 16 Geschäftsfeldern von der Immobilienverwaltung, vornehmlich Studentenwohnheime, über den Einzelhandel (Campus Copy) bis zum Eventmanagement (Catering, Ritterakademie etc.).

Von Hans-Martin Koch

22 Kommentare

  1. Da stellen sich doch gleich ein paar Fragen:
    Warum investiert der „Unternehmer“ Klaus Hoppe nicht in sein Unternehmen und baut eine Veranstaltungshalle als Unternehmer. Nur immer auf die öffentliche Hand zu warten, die in Form der Immobilien der Studentenwohnheime oder dem Vamos, Hoppe Sonderkonditionen bereitet hat ist ein bisschen schwach für einen Unternehmer.
    Es hört sich immer sehr gemeinnützig an, aber wen gehört denn das Vereinsvermögen? Den 20 Stimmberechtigten Mitgliedern des Vereins um Hoppe und Friends? Das Unternehmen liegt scheinbar in der Hand Hoppes, der ein cleveres System entwickelt zu haben scheint oder täuscht der Eindruck?

    • Hallo Herr Hoppe

      Was heißt genau, „das Unternehmen liegt in gemeinnütziger Hand“? Wo befindet sich diese „Hand“? Zu welchem Organismus gehört sie? Wer greift mit ihr wohin? Worin besteht ihre „Gemeinnützigkeit“? Wird mit dieser Hand in öffentliche Kassen gegriffen, um höchst private Geschäftsinteressen zu bedienen? Dient das Sponsoring eines defizitären, privatwirtschaftlich aufgezogenen Volleyballzirkus für verschwindend wenige Liebhaber „dem Gemeinwohl“? Juristisch gesehen ist „gemeinnützig“ eine leicht dehnbare Gummivokabel, die auch erlaubt, tatsächlich sehr wenig gemeinnützige Ziele steuerbegünstigt zu verfolgen. Was unterscheidet den Unterhaltungsbetrieb Vamos von einer Spielhalle, einem Restaurant oder einem Amüsierlokal Hinter der Sülzmauer? Können nicht auch die beiden Bratwurstbuden am Marktplatz als Körperschaften angesehen werden, die gemeinnützige Zwecke verfolgen, weil ihre Tätigkeit eindeutig darauf gerichtet ist, die Allgemeinheit wenigstens auf materiellem, vielleicht aber sogar auf geistigem oder sittlichem Gebiet selbstlos (= nach bestem Können und Wissen) mit Krossgebrutzeltem zu fördern?

      MfG, Claudia Fischer

  2. Daß das Vamos verschwindet, Hoppe sich nicht erfolgreich um einen Ersatz bemüht hat, ist tragisch für „das junge“ und – mehr noch – für „das mittelalterliche“ Lüneburg, zeigt aber auch die Grenzen unternehmerischer Eigenständigkeit der gesamten Konstruktion. Ohne massive Subventionen (Mietfreiheit zum Beispiel) waren und sind auch die gepriesenen Leistungen (Veranstaltungsverluste ausgleichen, Volleyball sponsern) nicht möglich. Nach diesem Modell dauerhafter Begünstigung wirtschaften und sich als spendender Edelmann groß tun zu können, ist wahrscheinlich der Traum jedes mittelständischen Unternehmers, der einmal von Herrn Dr. (HSG) Spoun an der „Universitätsallee“ als „Pfeil in die Zukunft gedeutet“ werden möchte, währenddessen Herr Mädge daneben steht und sich lächelnd seine ganz eigenen Gedanken macht. — Herr Hoppe vergisst schlicht zu erwähnen, daß er es in 23 Jahren nicht geschafft hat, das Vamos zu einem autarken Profitcenter zu machen, die Nabelschnur zu kappen, welche „energiereiche Lebensmittel“ zuführt, und nicht nur ökonomisch, sondern auch räumlich in den riskanten Besitz seiner selbst zu gelangen.

    „Wir haben viel Zeit und Geld in die Initiierung der Arena Lüneburger Land investiert“? Ja, warum wohl? Weil hier eine schnelle Amortisation in Gestalt der Chance winkte, das vorteilhafte private Geschäftsmodell noch einmal zwanzig Jahre öffentlich gesichert und weiter (mit)finanziert zu bekommen? Nun aber nicht mehr auf Regionalliga-, sondern gleich auf Bundesliganiveau?

    Aufhorchen lässt folgende Aussage: „Die neue Arena ist mittlerweile ein trauriges Thema. Bis heute ist für sie kein Baubeginn festgelegt und kein unterschriebener Betreibervertrag existent. Ich rechne nicht mit einer zeitnahen Inbetriebnahme.“

    Das Spiel ist also noch offen! Das Rollenmodell des Retters inhaltlich und personell (!) noch unbestimmt?

    Nachtigall ick hör‘ dir trapsen!

    Das erinnert mich an eine interessante Prognose: https://www.landeszeitung.de/sport/volleyball/126542-schicksal-der-svg-mit-der-arena-verbunden#comment-37861

    Kein Mensch, der „Lüneburg“ und die schauderhaft peinliche Vorgeschichte der Arena-Komödie auch nur in ihren Grundzügen kennt, rechnet ernsthaft damit, daß NICHT Herr Hoppe bei ihrer Inbetriebnahme der Betreiber der Bahlburg an der Lüner Rennbahn sein wird.

    Vgl. auch Artikel und Kommentare hier: https://jj12.wordpress.com/2017/04/25/die-arena-ein-landkreis-unter-druck/#more-168

    • War die Ausschreibung also doch wieder nur ein (teures) Scheincasting und in Wirklichkeit stand die Campus GmbH schon die ganze Zeit als der gesetzte Betreiber fest?

      • Das haben weder ich oben noch „Lutz“ am 21. Juni geschrieben.

        Lesen Sie aber in der LZ und in den Ratsprotokollen ständig von der Engführung Vamos-Hoppe-Arena, dann wachsen die Zweifel an auffällig betonten Beteuerungen, wie sie z. B. auch in der seltsam suggestiven Bemerkung von Herrn Koch im Gespräch mit Herrn Hoppe stecken: „Bei der neuen Arena kamen Sie als Betreiber nicht zum Zug“, – die diesem dann erneut Gelegenheit zum sattsam bekannten Appellativlamento geben.

        Noch am 28. März diesen Jahres steht in der Landeszeitung: „Die Leuphana hatte den Mietvertrag für das Vamos zuletzt bis zum September 2017 befristet. Hintergrund für diese Terminsetzung war die Erwartung, dass es der Campus Management GmbH gelingt, Betreiber der geplanten Arena Lüneburger Land zu werden und den Vamos-Betrieb dort fortzusetzen. Aufgrund der bekannten Verzögerungen beim Fortgang des Arena-Projektes ist eine neue Situation entstanden, die eine Fortsetzung des Vamos-Betriebes zunächst am alten Standort sinnvoll erscheinen lässt.“ (https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/537901-vamos-lueneburg)

        Wie konnte es denn, wenn der Arena-Betrieb doch bereits ausgeschrieben war, im Frühjahr noch zu einem derart engen Zusammenhang von Vamos-Betrieb und Arena-Bau (mit OB-Einsatz (!)) kommen, dass der Eindruck entstehen musste, die ganze Sache drehe sich fast exklusiv um das Wohl und Wehe von Herrn Hoppe und dessen Einkommenssituation, – wenn sie sich NICHT in der Tat darum drehte?

        Man darf folglich nur festhalten, es purzeln sehr viele krasse Ungereimtheiten durch die Reklame-Story, wie sie „dem Publikum“ in Lüneburg und Umgebung über diverse Kanäle verkauft wird. Wer genau hinhört, wird feststellen, dass nicht einmal die pausbäckigen Abstimmer im Kreistag oder im Rat widerspruchsfrei erklären können, wie die „wahre“ Geschichte dieses „Projekts“ eigentlich geht, — oder wenigstens, wie sie „den Menschen“ plausibel erzählt werden könnte.

  3. Ich verstehe nicht, warum Herr Hoppe, obwohl seit Jahren die Begrenzung des Mietvertrages bekannt ist, nicht Sorge dafür trägt, sein Unternehmen an anderer Location fortzuführen. Das Vamos würde auch in der Goseburg oder sonstwo funktionieren. Den schwarzen Peter der Uni zuzuschustern finde ich ein bisschen einfach. Das nicht jede Veranstaltung immer Gewinn abwirft ist auch normal und davon kann jeder Gastronom ein Lied von singen, wird aber nicht gleich davon singen, was er alles ausgibt um die Verluste zu begleichen, die natürlich immer gemeinnützig sind. Wie sagte mal jemand, Herr Hoppe hat ein außergewöhnliches Talent andere und sogar die Öffentlichkeit vor seinen Karren zu spannen. Wäre schön, wenn sich Herr Hoppe mal selbst vor den Karren spannt kräftig zieht und seinen Mitarbeitern eine neue Location mietet oder baut und dann auch weiter die SVG unterstützen kann. Ansonsten bleibt auch dort nur der Beigeschmack, das er die SVG nur nutzte um seine eigenen Ziele zu verfolgen, wie schon mehrfach kommentiert wurde.

  4. „Eine Art von Stadthalle“? Das scheint ja ein Trend zu werden. Wieviele gibt es denn davon bereits? Spoun nennt seinen 150-Millionen Protzbau „Stadthalle“, weil „die Stadt“ ihm kostenlos Zufahrt und Straßenabzweig bauen soll und vermutlich auch noch einige weitere „Finanzierungslöcher“ zuschütten muss. Bahlburg nennt die kommunale Maßanfertigung für seine private Sportunternehmung „Stadthalle“, weil er von „Kreis“ und „Stadt“ die „Infrastruktur“ für seine Volleyballer umsonst erhält. Und mit Hoppes Disco- und Eventbetrieb verlieren wir natürlich auch eine „Stadthalle“, für die dringend „von der Stadt“ – also aus Steuermitteln – Ersatz geschaffen werden muss, damit der Mann auch künftig einen Bruchteil seiner privaten Gewinne an „die Menschen in der Region“ zurückstreuen kann.

    Welche „Stadthalle“ kommt als nächstes?

    Wird Heiko Meyers Coffee-Shop No. 1 eine „Stadthalle“, deren Standort auf Kosten der Gemeinde zu „sichern“ ist, weil diese „location“ so nahe beim Rathaus steht und Helen Fries, Peer Juncker und Friedrich von Mansberg dort schon einmal eine heiße Schokolade mit Schlagsahne gelöffelt haben? Oder wird das Bergström eine „Stadthalle“, weil der Mark Twain-Kenner Henning J. Claassen beschloss, es künftig unter der Dormero-Flagge segeln zu lassen, und „die Verwaltungsspitze“ sich „Gestaltungsmöglichkeiten“ gegenüber Marcus Wöhrl, „Model, Millionär und cooler Hotel-Besitzer“ (Bildzeitung), bewahren möchte?

    Bekomme ich meinen Hausbau auch von Herrn Nahrstedt und Herrn Mädge finanziert, wenn ich das Anwesen „Stadthalle“ taufe, sein Eingang „senkrecht zur Uelzener Straße steht“ und das Ganze insofern „ein gutes Omen“ ist, als dass jeder Lüneburgtourist sich beim Vorüberlaufen unentgeltlich an dem schönen Aussehen des Objekts erfreuen darf?

  5. Ein solches Ausmaß an Dreistigkeit, um über selbstmitleidiges Gemeinwohlgetue in der Öffentlichkeitsarbeit an kommunale Dauerzahlungen zu gelangen, ist mir selten begegnet.

  6. Was für eine sentimentalpathetische Hoppe-Klamotte! Es steht ja alles da. „Mit dem Präsidium der Leuphana gab es ein langes Hickhack um den Mietvertrag“. So ist es. Die Betonung liegt auf „lang“. Das ging mindestens zehn Jahre, in denen Herr Hoppe geflennt, gebettelt und agitiert, aber nichts unternommen hat, um geschäftlich auf die eigenen Füße zu kommen. Ein Tiefpunkt der tränenseligen Ranschmeiße war dann der Einsatz besagter „Petition“ durch den Vamos-Betreiber, „bei der 14 400 Stimmen für eine Verlängerung des Vertrags votierten.“ Das muss man sich mal vorstellen! Herr Hoppe und die seinen waren plötzlich „das Volk“. Das Vamos eine „unverzichtbare“ Voraussetzung für Lüneburgs „kulturelle Identität“. Die Mobilisierung der Massen, um vor laufenden Hannoveraner Pressekameras, in den Armen von Andrea Schröder-Ehlers liegend, flehend die Arme gen Himmel zu recken, damit rechtsgültige Vertragsabmachungen per Akklamation gekippt werden, – das war dann wirklich nur noch durch den aberwitzigen „Antrag zur Sitzung des Rates vom 17. März 2016“ zu toppen, in welchem die SPD-Fraktion „alle Beteiligten in den anstehenden Verhandlungen aufforderte, das VAMOS als Veranstaltungs- und Kulturhalle langfristig zu sichern.“ Bevor im gleichen Zeitraum Pickenpack an der Lüner Rennbahn seine Maschinen abstellte und 650 Menschen ihre Arbeit verloren, waren am malerischen Leineschlösschen keine Petitionen mit mehreren tausend Unterschriften öffentlichkeitswirksam an frisch frisierte Lüneburger Landtagsabgeordnete übergeben worden. Und auch im Rat gab es keine SPD-Anträge, die verlangten, die Zukunft des Tiefkühlfisch-Produzenten am alten Schlachthof zu sichern. „Es gab keinen Aufschrei aus Politik und Wirtschaft, dass ein Stück Lüneburger Wirtschaftsgeschichte endet“, hat am 2. Juli in der LZ gestanden.

    Unter Gleichen scheinen manche gleicher zu sein als andere.

    Wie kommt das bloß?

  7. Parteien und Fischer haben viel gemeinsam, hat Hans-Herbert Jenckel vor einer Woche gebloggt.

    Mir scheint, das gilt für Geschäftsführer von Lüneburger Campus Management GmbHs ebenfalls.

  8. Der Hoppe-Arena-SPD-Vamos-Komplex: Lüneburgs NeverEnding Story nach den Toten Hosen vom Bockelsberg. Man sollte das verfilmen. Könnte ein Hit werden wie Breaking Bad, Die Sopranos oder die abgespeckte Version von Haus off Skat.

  9. Wie verwegen er sein Konstrukt mit Viva con Aqua oder Lemonaid vergleicht, die weltweit ihr Geld in soziale Projekte investieren anstatt wie Hoppe in seine Immobilienprojekte und seinem Volleyball Hobby. Ein interessanter und vielsagender Einblick, wie er sich sieht.

  10. Gute Kommentare hier.

  11. Wenn der Neubau auf dem Sallier-Grundstück eine kommunale Kultur-, Kongress-, Kommunikations- und Kontakthalle sein soll, gehört diese unter die Regie von Lüneburgs neuem Marketing-Strategen Claudio Patrik Schrock-Opitz! Allerdings stellt sich dann die Frage, wozu sieben Millionen Euro (oder mehr) in die kümmerlichen kreis/städtischen Nutzungsmöglichkeiten des Libeskind-Baus gebuttert worden sind.

    Soll an der Lüner Rennbahn aber ein Bahlburg-Hoppe-Megadrom, also eine kommerzielle, rein privatwirtschaftlich organisierte Volleyball-, Musik- und Vamoretten-Event-Arena entstehen, haben Kreistag, Stadtrat und Verwaltung ihre Finger (und unser Geld) ganz und gar rauszuhalten! Andernfalls werden sie sich diese (und dieses ebenfalls) derart verbrennen, dass man das Zischen noch mehrere Jahre bis nach Hannover hören (und riechen) wird.

  12. Erst die Spoun-Keller-Lügerei, jetzt die Hoppe-Bahlburg-Nummer. Man möchte sich übergeben!

  13. Wilfried Bergmann

    Wahrscheinlich ist die Schließung des Vamos genau richtig. Was ich auf facebool über die Umgangssitten dort gelesen habe, besonders was sich Frauen und Mädchen gefallen lassen müssen, sage ich nur: Gut so, dass das Vamos schließt, abseits aller Förderungen und Forderungen von wem auch immer. Ich weiß, das Problem dass Mädchen und Frauen, auch in Gruppen, nicht mehr unbehelligt ausgehen können, ist damit nicht gelöst, aber ein Schwerpunkt fällt weg.

    • Ein selten blöder Beitrag, Wilfried Bergmann! Wen interessiert, was eine dulle Dumpfbacke wie du auf Facebook gelesen hast?

    • Hannelore Krüger

      Wilfried Bergmann, Sie beziehen sich auf diesen LZ-Artikel: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/1095522-vamos-chef-kritisiert-personal-scharf

      Darin wird berichtet, wie ein Diskotheken-Ereignis, dessen nähere Umstände alles andere als klar sind, dadurch, dass es von politisch-propagandistisch einseitig interessierten Kreisen bei Facebook aufgebauscht wird, zum Auslöser einer widerwärtigen Drecklawine oder Schmutzkampagne werden kann.

      Die Art wie Sie, Wilfried Bergmann, diesen Fall jetzt benutzen, um sich lustvoll zischelnd in der abseitigen Verrücktheit Ihres frei erfundenen „Wissens“ über „das Problem“ zu suhlen, „dass Mädchen und Frauen, auch in Gruppen, nicht mehr unbehelligt ausgehen können“, zeugt von einem dermaßen kranken Hetzbedürfnis, dass ich Ihnen den schnellstmöglichen Besuch eines Psychiaters dringend anempfehle.

    • Herr Bergmann,

      Bei FB werden Meinungen veröffentlich, und keine recherchierten Nachrichtenbeiträge und/oder Polizeiberichte.
      Wenn die Zeugen bei Ihnen vor der Tür stehen, sagen Sie bestimmt auch nicht gleich:“Mensch, da habt ihr Recht!“.

  14. Klaus Hoppe bzw. seine Studierendengruppe Campus haben ihre Karriere begonnen mit starker Unterstützung des damaligen Hochschulrektors Prof. Hartwig Donner (Gebäudeverkauf zu Dumpingpreisen; geringe Miete für das Vamos) und Umbauarbeiten mit SGB VIII-unterstützten Jobs gemacht. Gerne hat man für das Vamos den Flügel für Konzerte ausgeliehen, aber dann rigoros eingegriffen als die Fachschaft Musik mal ein Brötchen nach einem Konzert verkaufen wollte. Auch ein benachbarter Wirt wurde von einem Rechtsanwalt vertrieben, als er versuchte, Bratwürstchen auf dem Campus zu verkaufen. Vamos und die Campus Management GmbH sind Turbo-Kapitalimus mit Öko-Anstrich, welcher vor allem der Beschaffung von öffentlichen Subventionen dient.

    Am Abend des 19. November 2015 als seine Unternehmung auf Vorschlag seines Protektors mit dem „Ausbildungs- und Innovationspreis des Lüneburger Arbeitgeberverbandes“ ausgezeichnet wurde, erläuterte Klaus Hoppe „ schmunzelnd und bestens gelaunt das Erfolgsgeheimnis der Campus Management GmbH“. Erfolgreich zu sein sei eigentlich ganz einfach: „Dazu braucht es nur Mut und Beständigkeit“.

    Bravo! Von Hilfestellungen durch Sozialdemokraten und die städtische Verwaltung war damals nicht die Rede. Vielleicht kann Klaus Hoppe ja in den kommenden Jahren zeigen, dass er auch ohne massive Patronage „von höherer Stelle“ und ohne stetige Steuergeldinjektionen im freien Wettbewerb etwas zuwege bringt – oder ob es ihm dafür an „Mut und Beständigkeit“ gebricht.

    • Das finde ich eine sehr schöne Idee !! Man darf gespannt sein. Da können wir bestimmt etwas lernen.

      • „Vielleicht kann Klaus Hoppe ja in den kommenden Jahren zeigen, dass er auch ohne massive Patronage „von höherer Stelle“ und ohne stetige Steuergeldinjektionen im freien Wettbewerb etwas zuwege bringt – oder ob es ihm dafür an ‚Mut und Beständigkeit‘ gebricht.“

        Meinten Sie diese Idee, Ron?

        Die finde ich auch wunderbar. Da könnte Herr Hoppe im Nachhinein mal zeigen, ob er den Preis von 2015 verdient hat.