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Statt des herkömmlichen Reißverschlussverfahrens soll auf deutschen Autobahnen vor Baustellen künftig das Klettverschlussverfahren angewendet werden. Thieß Neubert erläutert, wie es funktioniert. Foto: lz/t&w

Ikea hilft Trump bei der Mauer

Lüneburg. Mit der Mauer nach Mexiko geht es nicht recht voran, da hat Donald Trump mal wieder den Mund zu voll genommen. Jetzt hilft Ikea: Das Möbelhaus hat eine Mauer aus Pressspan in Kiefernholz-Optik entworfen, das würde ein paar Milliarden Dollar einsparen. Natürlich wird auch dieser Schutzwall (fünf Jahre Garantie!) mit dem zweifach geschwungenen Inbus-Schlüssel montiert, mit Hilfe der berüchtigten, völlig unbrauchbaren Ikea-Bauanleitungen.

Der Postillion zu Gast in Lüneburg

Investigativ recherchiert und medienwirksam aufbereitet hat das der „Postillon“. Im annähernd ausverkauften Kulturforum Gut Wienebüttel präsentierten die Moderatoren Anne Rothäuser und Thieß Neubert die Nachricht – und staunten gleichzeitig darüber, „dass mehr als 400 Zuschauer freiwillig Eintritt bezahlen, um sich Beiträge anzuschauen, die sie doch schon längst aus dem Internet kennen“.

Das stimmt, einerseits. Der Postillon, gegründet von Stefan Sichermann, ist eine kultige Website, sie verspricht „Ehrliche Nachrichten – unabhängig, schnell, seit 1845“ (sie ging am 28. Oktober 2008 ans Netz). Aufgemacht im Stil klassisch-seriöser Nachrichten-Formate, wird der schönste Blödsinn verkündet, verfolgt von Millionen Fans. Mittlerweile hat Sichermann Preise gewonnen, zum Beispiel 2013 den Grimme Online Award. Seit einigen Jahren gibt es die vom NDR produzierten „Postillon24 Nachrichten“, eben mit Rothäuser und Neubert, nach TV-Vorbild im feinen Zwirn und mit unbewegter Miene moderiert. Und die beiden live zu erleben, das ist, andererseits, eben doch noch einmal etwas anderes als nur der Laptop.

Intensivstation für Männer mit Schnupfen

Es gibt Kurznachrichten, Features, Reportagen, Kommentare, Straßenumfragen, so wie anderswo auch. Zum Beispiel den Bericht von der ersten Intensivstation in Münster, Westfalen, eingerichtet ausschließlich für Männer, die unter Husten oder sogar Schnupfen leiden; natürlich sind auch Seelsorger vor Ort. Für Überlebende schließt sich eine dreimonatige Reha an.
Oder: Die Freiwillige Feuerwehr Winsen/Luhe richtet bei ihren Einsätzen für die ewigen Gaffer eine Viewing Zone ein, dazu gehört auch ein Schaustellerwagen mit Bier und Bratwurst. Auf diese Weise kann die Feuerwehr ihr Image als Dienstleister polieren und mit ein paar Euro nebenher den Etat aufbessern. Schwieriger ist da schon der rätselhafte Fall vom Kölner Dom, der mal wieder in die Schlagzeilen geraten ist: Unbekannte Täter haben die Kirche vom Fundament gehoben und um genau 360 Grad gedreht. Mit der Folge, dass die Kripo bis heute keinerlei Spuren von der Tat sicherstellen konnte.

Männer sind Weicheier – und US-Amerikaner sind Waffenfetischisten, so etwas wird vom Postillon skrupellos vorgeführt. Werden Menschen von durchgeknallten Attentätern erschossen, bekommen die Hinterbliebenen jetzt als Trost von der NRA, der National Rifle Association, einen Präsentkorb mit hübschen Maschinenpistolen und Gewehren geschenkt. Das ist doch eine nette Geste, oder? In Flugzeugen werden nun an alle Passagiere Knarren ausgegeben (wenn sie nicht ohnehin schon welche haben), damit dürfte die Wahrscheinlichkeit von Flugzeug-Entführungen drastisch sinken.

Jamaikaner wollen neue Landesfarben

Jamaika erwägt, seine Landesfarben zu ändern, um nicht mehr mit deutscher Politik in Verbindung gebracht zu werden, und mit Rücksicht auf Schäuble werden Ministerposten nicht mehr nach den Regeln von „Reise nach Jerusalem“ vergeben. Das sind Geschichten, die sind so hirnrissig, so saublöd, dass sie längst schon wieder gut sind.

Und dann ist da noch der Bericht von dem Mofabrüchigen, der nachts besoffen einen Unfall hatte und sich mit knapper Not auf eine Verkehrsinsel von 32 Quadratmetern retten konnte. Dort schaffte er es, zu überleben. Um nicht wahnsinnig zu werden, las er immer wieder die Hinweisschilder („Gleuel 8 Kilometer“). Entdeckt und gerettet wurde der mittlerweile völlig verwilderte Mofabrüchige durch Zufall von einem vorbeifahrenden Trucker, der eine Panne hatte. Inzwischen wird erwogen, Verkehrsinseln mit Warnweste und Leuchtpistole auszurüsten. Arrrrgggghhh!

Von Frank Füllgrabe

2 Kommentare

  1. und ich habe gehört, lüneburg gründet ein neues bauamt , nur für die bürger und nicht zugänglich für die bauunternehmer und ihren vasallen. demnächst sollen die studenten in lüneburg mietfrei wohnen dürfen, gesponstert durch die ihk. dadurch müssen aber leider deren zwangsbeiträge steigen, aber dafür bekommen die unternehmer willige mitarbeiter, frisch von der leuphana für die wirtschaft veredelt zum sonderpreis.

    • Sie haben das Prinzip nicht richtig verstanden Herr Bruns. Die IHK kann eigentlich nicht als Sponsor auftreten, weil sie selbst durch Zwangsbeiträge von Zwangsmitgliedern quasi gesponsert wird. Und wehe die Zwangssponsoren sponsern nicht. Dann haben sie entweder den Gerichtsvollzieher vor der Tür oder eine Kontopfändung. So „funktioniert“ das in Deutschland.