Donnerstag , 20. September 2018
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Thomas Dorsch (links) dirigiert im Audimax der Leuphana, Joachim Vogelsänger in der Johanniskirche. Foto: a/lz/t&w

Ernste Angelegenheiten

Lüneburg. Normal ist es, dass sich das Kulturgeschehen stark aufs Wochenende konzentriert. Manchmal aber ballen sich die Termine auf wenig glückliche Art. Im ve rgangenen Sommer liefen die großen mehrtägigen Festivals der Region gleichzeitig. Am kommenden Sonnabend, 25. November, um 20 Uhr sind es zwei nach vielen Proben aufführungsreife klassische Konzerte, die parallel laufen. Wäre das vermeidbar gewesen? Beide Konzerte lassen sich als anspruchsvolle, ernste Angelegenheit verstehen mit Programmen, die dem Toten- oder Ewigkeitssonntag angepasst sind. Beide Abende werden mutmaßlich auf hohem Niveau stattfinden, und beide Veranstalter bitten um Publikum an Orte, die viel Publikum fassen. Auf der einen Seite erklingt zum ersten Mal ein Meisterkonzert im Libeskind-Bau, auf der anderen ein großes Requiem in St. Johannis. Orte, Werke, Ausführende im Steckbrief:

Die Orte

» Das Audimax des Libeskind-Baus steht Stadt und Kreis über 30 Jahre für bis zu 30 Veranstaltungen pro Jahr mietfrei zur Verfügung. Das Audimax bietet insgesamt 1150 Plätze und ist zum ersten Mal Ort eines von Theater und Stadt veranstalteten Meisterkonzerts.
» Die St. Johanniskirche ist der größte Ort für Kirchenmusik in der Stadt und bietet 971 Plätze.

Die Werke

» Unter dem Titel „Jenseits“ steht das Programm Im Audimax. Zu hören sind Anton Weberns Passacaglia op. 1, von Richard Strauss „Vier letzte Lieder“, die zu den bedeutendsten der Gattung Orchesterlied gehören, und von Peter Tschaikowsky die berühmte Sinfonie Nr. 6 h-Moll, genannt „Pathétique“. Zwischen deren Sätzen werden Passagen aus Klaus Manns Roman „Symphonie Pathetique. Ein Tschaikowsky-Roman“ gelesen.

» Das Requiem von Anton Dvorak , zu hören in St. Johannis, wurde 1891 in Birmingham uraufgeführt. Das rund 95-minütige Werk, das eher für den Konzertsaal als für die Kirche konzipiert wurde, ist besetzt mit Chor, Vokalsolisten und einem Orchester in großer Besetzung bis hin zu Orgel, Gong und Glocken. Auffallend sind dunkle Klangfarben, bei denen auch ein vierstimmiger Männerchor zum Einsatz kommt.

Die Musizierenden

» Im Audimax spielen die Lüneburger Symphoniker. Die am Theater angestellten Musiker bilden seit Jahrzehnten das Hausorchester der Meisterkonzerte. Solistin ist Signe Heiberg, ebenfalls aus dem Ensemble des Theaters. Die mehrfach ausgezeichnete dänische Sopranistin war als Desdemona in Verdis Oper „Otello“ zu hören und singt zurzeit die Gräfin in Mozarts „Hochzeit des Figaro“ (wieder am 28. November). Als Rezitator wirkt der Schauspieler Andreas Hoppe („Tatort“-Kommissar Mario Kopper) mit.

» In St. Johannis singt die Kantorei der Kirche, dazu kommen als international tätige Solisten Miriam Meyer (Sopran), Hilke Andersen (Alt), Andreas Post (Tenor) und Raimund Nolte (Bass). Spielen werden die Hamburger Symphoniker, die über viele Jahre das Hausorchester bei den großen Kirchenmusikabenden in St. Johannis waren und nach wie vor bei Konzerten mit nachbarocker Musik im Einsatz sind , sie kommen im November 2018 wieder.

Die Dirigenten

» Thomas Dorsch, Jahrgang 1968, kam zur Spielzeit 2013/2014 als Generalmusikdirektor ans Theater Lüneburg. Dorsch ist auch als Komponist und Arrangeur tätig.
» Joachim Vogelsänger, Jahrgang 1958, ist seit 15 Jahren Kantor an der St. Johanniskirche und Kirchenmusikdirektor im Sprengel Lüneburg. Dorsch und Vogelsänger haben auch schon gemeinsame Projekte betrieben, zuletzt bei „Schlafes Bruder“ im Theater. lz