Dienstag , 25. September 2018
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Gastgeber: Arian Kuhn (Amt für regionale Landesentwicklung), Jörg Witte (Medienagentur M7), Bernd Wolter (Film & Medienbüro) und Melanie Mandt (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit). Foto: lz/ff

Gleichberechtigung und die Zukunft

Lüneburg. Die Zeiten, in denen der Fernsehapparat wie selbstverständlich den Mittelpunkt des Wohnzimmers bildet, gehen dem Ende entgegen. Die meisten Studenten- WGs haben überhaupt keine Glotze mehr, und das Durchschnittsalter der Zuschauer bei den „Öffentlich-Rechtlichen“ beträgt 62 Jahre. Um jüngere TV-Formate, aber auch um produktionsinterne Themen wie faire Bezahlung und Gleichberechtigung von Frauen im Film dreht sich das dreitägige, mittlerweile 8. Film- und Medienforum Niedersachsen, das heute, Mittwoch, um 9.45 Uhr im Kloster Lüne beginnt.

Veranstalter ist das Film & Medienbüro Niedersachsen in Osnabrück (Programm: filmbuero-nds.de/projekte/film-und-medienforum). Kinobetreiber, Produzenten, Regisseure und Filmförderer fachsimpeln über Reportageformate, Virtual Reality und Streaming-Dienste, auch darüber, wie Kinos zu Kulturzentren mit erweitertem Programm werden (können). Die Lüneburger Scala als Mitgastgeber, regelmäßig zu den besten Programmkinos Deutschlands gewählt, ist da als Schauplatz von Drumherum-Veranstaltungen vorbildlich. Begleitend zum Forum werden hier die entsprechenden Filme gezeigt, beginnend heute um 19.15 Uhr mit „Liebe auf Sibirisch“. Morgen, Donnerstag, läuft um 19.15 Uhr die Doku „Klimakiller Holzkohle“, zu Gast sind unter anderem die Lüneburger Katja Becker und Jonathan Happ.

Bechdel-Test dient als Maßstab

Und noch ein Lüneburger Aspekt: Die Stadt – genauer: das Gymnasium Oedeme – ist der einzige niedersächsische Standort einer Jugend-Filmjury. Zehn- bis Vierzehnjährige urteilen und empfehlen, ihre Einschätzungen sind übrigens regelmäßig auf der Seite „Kinder-Nachrichten“ der Landeszeitung nachzulesen. Hintergrund: Jugendliche haben andere Kriterien als Erwachsene. In der Forums-Runde werden die Oedemer über „Amelie rennt“ sprechen (Freitag, 18.45 Uhr, Scala). Jugendjurys haben bisher mehr als 150 Filme bewertet.

Die Rede wird aber auch vom Bechdel-Test (nach der Autorin Alison Bechdel) sein, er dient dazu, weibliche Stereotypen in Spielfilmen wahrzunehmen. Es geht um drei Fragen: Gibt es mindestens zwei Frauenrollen? Sprechen sie miteinander? Wenn ja: Unterhalten sie sich über etwas anderes als einen Mann? Das klingt skurril, ist aber durchaus aufschlussreich. ff