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Alles, was klingt, begeistert Peter Hoffmann. Kindern einen kreativen Zugang zur Welt der Musik öffnen will er mit einem Verein. Foto: lz/oc

Platz für einen Hof der Künste

Vögelsen. Peter Hoffmann ist ein Mann mit vielen Ideen. Das lebt er vor allem als Produzent in Sachen Pop aus, er brachte Felix Meyer ins Studio, entdeckte Toki o Hotel und baute sie auf. Aktuell hat er Lina Larissa Strahl, die im Kino als Bibi Blocksberg zum Star wurde, zu einer Popkarriere verholfen. Peter Hoffmann und Familie leben auf einem weitläufigen Gelände in Vögelsen, und nun haben sie mit Nachbarn und Freunden einen gemeinnützigen Verein gegründet: Hof der Künste.

„Wir wollen Herzensangelegenheiten in die Tat umsetzen“, sagen die Vereinsvorsitzenden Hoffmann und Christopher Täger. Zwei Projekte sind fast schon reif zum Start, beide haben eine Reichweite, die deutlich über Vögelsen hinausgeht – aber dort wieder ankommt.

Projekt eins: Kinder bauen Instrumente und entdecken die Welt der Klänge. Nicht nur, aber besonders für Kinder, die von zu Haus aus kein Instrument lernen, sei ein spielerischer Umgang mit Musik bedeutsam, sagt Hoffmann. Schon greift er zu einem Holzlöffel, geht in den parkgroßen Garten und schlägt lang ausschwingende Klangstäbe an. Weiter geht es in einen Schuppen, wo Hoffmann Rohre und Schläuche aufgehoben hat – alles potenzielle Klangmacher oder eben Instrumente. Wie klingt Holz, wie Metall, wie Plastik? Was klingt gut, was nur wie Krach? Mit Grundschulklassen will der Hof der Künste Klangprojekte starten und Instrumente erfinden. Am Ende soll ein Klanggarten entstehen.

Projekt zwei: Plattdeutsch. „Mein Großvater musste noch Hochdeutsch lernen, um aufs Johanneum zu kommen“, sagt Peter Hoffmann. Es gibt einige Initiativen, die sich heute ums Platt kümmern, etwa der Plattsounds-Wettbewerb, bei dem gerade Miss Allie aus Lüneburg mit dem Titel „Swiensteak Medium“ den zweiten Platz gewann und die Lüneburger Band Defamed Hero den Publikumspreis. Das Plattdeutsche vor dem Vergessen schützen will nun auch der junge Verein. Texte und Lyrik, etwa aus dem 19. Jahrhundert, dazu möglichst traditionelle Musik – das könnte etwas Festhaltenswertes ergeben. Dafür sollen möglichst prominente Sprecher gewonnen werden.

Ob Plattdeutsch im Alltag noch auf Dauer eine tragfähige Basis besitzt, lässt sich bezweifeln. Auf der Bühne, ob mit jungen Bands, mit Theatergruppen oder neuen Projekten wie dem hier angepeilten, bleibt das Niederdeutsche aber präsent.

Noch ist der Verein dabei, seine Struktur auszuprägen, eine Homepage zu erstellen etc. Grundschulen aber, die Lust auf ein Projekt zum Thema Klang und Musik haben, können sich schon jetzt melden: kontakt@hof-der-kuenste.de. oc

One comment

  1. Was früher – dank mangels Fernseher – von Kindern einfach entdeckt und ausprobiert wurde, wird heute überflüssigerweise durchpädagogisiert, projektiert, teuer gefördert … strukturell verkopft. Kindern lernen heute in schulischen Pflichtprogrammen die Kreativität. Klingt bescheuert, ist auch so.

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