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Der Lüneburger André Schulz verbindet sein Metier, das Bankwesen, mit Erörterungen zum Thema Glück. Foto: lz/ff

Das Buch Mama

Lüneburg. Wer sich auf der Homepage von André Schulz durch seinen Lebenslauf klickt, kann schon mal ins Staunen geraten: Der 39-jährige Lüneburger, gelernter Sp arkassenkaufmann, hat die Welt des Geldes um einige schillernde Facetten erweitert – um „emotional banking“ zum Beispiel. Damit ist gemeint, dass kluger Umgang mit Geld neben seiner Vermehrung immer auch den Gefühlshaushalt seines Besitzers mit berücksichtigt, was ja keine schlechte Idee ist. In Leben und Werk von André Schulz taucht immer wieder ein Begriff auf: „Glück“, auch in seiner jüngsten Publikation: „Du bist mein Glück, Mama“.

Du bist mein Glück, Mama

Auf dem Cover größer gedruckt als der Name von André Schulz ist der seines Autorenpartners, was der Werbung geschuldet sein mag: Der promovierte Germanist Florian Langenscheidt, der tatsächlich aus der Verlegerdynastie stammt, tritt als Herausgeber auf, als Redner und Wagniskapitalgeber, vor allem ist er ein Star in der Branche der Lebensberater. Mit dem Kollegen André Schulz veröffentlichte er bereits den Titel „Finde dein Glück“.

Nun also: Mama, das „persönliche Geschenkbuch für einen ganz besonderen Menschen“. Das Buch sieht aus wie ein Poesie-Album, eingeschlagen in eine quietschrote Blümchentapete – Vorsicht: Kitschverdacht! Aber davor haben weder die Autoren noch der Heyne-Verlag als Herausgeber offensichtlich Angst. Hier geht es um nichts anderes als eine bedingungslose Liebeserklärung an die Mutter, um den Dank für alles, was sie getan hat, um den Kindern den Start ins Leben zu erleichtern. Zum Poesie-Album passt, dass es Seiten-Passagen gibt, die derjenige, der das Buch der Frau Mama schenkt, vorher ausfüllen soll. Das geht etwa so: „Immer wenn ich krank war, hast du mir damit besonders geholfen:..“

Solche Elemente sind ein Markenzeichen von André Schulz, der als Inhaber zweier Beratungsgesellschaften und nicht zuletzt als Drehbuch-Autor von „Deutschlands erstem FinanzTheater“, verschiedene Dialogformen ins Spiel bringt, sich als „Lebensbanker“ begreift und als solcher natürlich längst auf Youtube „unabhängige Finanzaufklärung und Lebensinspiration“ betreibt. Das mag zuweilen alles etwas skurril wirken, trifft aber durchaus auf ein dankbares Publikum. Und das Buch Mama tatsächlich auszufüllen und zu verschenken, das ist schon eine große Geste. ff

Von Frank Füllgrabe