Dienstag , 18. September 2018
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So sieht er aus: Autorin Grete Hoops präsentiert ihren neuen Erzählband. (Foto: ff)

Auch mal an die Schüler gedacht

Lüneburg. Sie gehört zu den festen Einrichtungen im Kulturredaktionsbetrieb der Landeszeitung: Einmal im Jahr, kurz vor Weihnachten, kommt G rete Hoops aus 27412 Tarmstedt vorbei, um ihr neues plattdüütsches Buch vorzustellen. Diesmal heißt es „Oh Tobi, wonehr warrst du klook!“ Es ist bereits ihre 15. Publikation (Hör-CDs nicht mitgerechnet), aber erst das zweite, das sich an Kinder richtet.

„Seit zehn Jahren bin ich mit einer Lehrerin in Kontakt“, erzählt Grete Hoops, „weil ich auch einmal ein Buch schreiben sollte, das in der Schule einsetzbar ist.“ Dafür taugt „Oh Tobi“ nun, denn es orientiert sich in der Rechtschreibung an den Regeln des plattdeutschen Wörterbuches des Hamburger Sprachwissenschaftlers Dr. Johannes Sass (1889-1971. Neben Vorlesewettbewerben in der Schule gibt das 64-Seiten-Bändchen (Verlag Isensee, 9,90 Euro, mit Zeichnungen von Ute von der Wehl) ) natürlich auch Stoff für private Zwecke her. „Zum Beispiel“, so die Autorin, „wenn Opa achtzig wird, und die Enkel etwas aufführen wollen“.

Nächstes Jahr vielleicht ein Krimi

Kinder mögen Rollenspiele, daher hat Grete Hoops neben den Kurzgeschichten kleine, heitere Texte für zwei oder drei Sprecher/innen geschrieben. Da geht es etwa um Buukwehdaag, also Bauchschmerzen, oder um „De Sänger in`n Kinnerchor“. Es gibt auch eine Rahmenhandlung. Paul kommt aus der großen Stadt ins Dorf, er hat also gewissermaßen Migrationshintergrund. Paul spricht Hochdeutsch, aber op`n Dörp ist nun mal Platt angesagt. Zum Glück lernt er zwei Mädchen kennen, die ihm die wichtigsten Vokabeln beibringen. Abgerundet wird das Büchlein von Riemels, also Reimen, und Rätseln. Dazu gibt es Fußnoten, Übersetzungen der wichtigsten Worte.

Grete Hoops ist Jahrgang 1935, also nicht mehr die Jüngste, weshalb mittlerweile ihr Sohn Peter den Chauffeur spielt, für LZ-Besuche und für Lesungs-Termine. Wird er denn auch mal als Lektor, als Ratgeber benötigt? „Nein“, sagt Grete Hoops spontan – „obwohl: Ja doch. Und manchmal hat er auch recht.“ Wichtig ist ihr zudem, dass „nicht wieder so ein Jugendfoto von mir in der Zeitung erscheint.“ Weshalb also nun ein aktuelles gemacht wurde (das“ alte“ war übrigens von 2014). Im nächsten Jahr wird Grete Hoops vielleicht einen Krimi mitbringen.

Von Frank Füllgrabe